Pilze: Diagnose und Behandlung

Diagnose einer Pilzerkrankung

Die erste Schwierigkeit ist, überhaupt an eine Pilzinfektion zu denken. Zwar sind die Befunde zum Bespiel bei Fußpilz und Nagelpilz typisch, aber systemische Mykosen verlaufen besonders im Anfangsstadium häufig unspezifisch und die Symptome hängen von Lokalisation, Erreger und Vorerkrankungen ab. Bei lokalen Infektionen mit ihrem typischen Erscheinungsbild ist oft kein Abstrich nötig, da die Erreger bekannt sind und entsprechend behandelt werden können.

Ansonsten erfolgt der Nachweis häufig über eine vom Mikrobiologen angefertigte Pilzkultur aus Hautmaterial, Körpersekreten oder Blut. Allerdings ist diese nicht für jede Pilzgattung geeignet, außerdem wachsen die Pilze zum Teil sehr langsam.

Diagnose im fortgeschrittenen Stadium

In fortgeschritteneren Stadien lassen sich auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie einsetzen, mit denen man die Gewebsveränderungen sehen kann. Bei Verdacht auf einen Speiseröhrensoor kann eine Magenspiegelung durchgeführt werden, bei Verdacht einer Darmpilzerkrankung werden eventuell mehrere Stuhlproben analysiert und gegebenenfalls eine Darmspiegelung durchgeführt.

Behandlung einer Pilzerkrankung

Prinzipiell werden zur Behandlung Pilzmittel (Antimykotika) eingesetzt. Je nach Wirkstoff töten diese entweder die Pilze ab oder hemmen ihr Wachstum. Welches Mittel angewendet wird, hängt von der Erregerart ab. Je nach Infektion werden die Antimykotika lokal aufgetragen (zum Beispiel als Salbe, Tinktur, Creme, Lutsch- oder Scheidentabletten, Zäpfchen) oder innerlich in Tablettenform oder als Infusion angewendet.

Innerlich angewendete Pilzmittel können schwere Nebenwirkungen hervorrufen und dürfen nicht in Schwangerschaft und Stillzeit zum Einsatz kommen. Wichtig ist auch, dass die zugrunde liegende Erkrankung behandelt wird.

Was kann man gegen Pilzerkrankungen tun?

Dem Fuß- und Nagelpilz lässt sich vorbeugen, wenn man sich nach dem Schwimmen oder Duschen sorgfältig die Füße abtrocknet, Socken und Schuhe aus natürlichen Materialien verwendet und in öffentlichen Räumen Bade- beziehungsweise Hausschuhe trägt. Handtücher sollten einmal wöchentlich gewechselt, bei vorhandenem Pilzbefall ein eigenes Handtuch für die Füße benutzt und dieses täglich gewechselt werden.

Bei Darm- und Scheidenpilz kann eine Ernährungsumstellung nützlich sein. Ungesüßter Naturjoghurt verbessert das Darm- und Scheidenmilieu, eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitaminen und Vollkornprodukten stärkt die Abwehrkraft. Bei Scheidenpilzen sind enge Wäsche und Kunstfasern (Nylonunterwäsche, Jeans) sowie Substanzen, die die Schleimhaut reizen (zum Beispiel Intimsprays) zu vermeiden.

Bei einem Mundsoor sollte eine weiche Zahnbürste benutzt und der Mund häufig mit Salbeitee ausgespült werden. In der Apotheke erhält man dreiprozentige Wasserstoffperoxid-Lösungen, mit denen man – ein Esslöffel verdünnt in einem Glas Wasser – regelmäßig den Mund ausspülen kann.

Aktualisiert: 27.07.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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