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Pilze: Pilzerkrankungen

Etwa 1,2 Millionen bekannte Pilzarten sind überall in unserer Umwelt vorhanden. Einige Pilze leben auf Haut und Schleimhaut, andere sind sehr schmackhaft oder werden zu Heilzwecken eingesetzt. Nur wenige hundert Pilze können Krankheiten auslösen. Nicht immer ist es einfach, die Spur dieser Übeltäter zu verfolgen. Pilze sind Lebensformen, die weder zu den Pflanzen, noch zu den Tieren zählen. Sie sind ein- oder mehrzellig und besitzen ein ganz besonderes Stoffwechselverhalten. Es gibt eine ganze Reihe von Nutzpilzen, die als Speisepilze oder zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Getränken sowie von medizinisch-pharmazeutischen Produkten (zum Beispiel Antibiotika) dienen.

Mykosen-auslösende Pilzarten

Nur wenige Pilze können akute oder chronische Krankheiten (Mykosen) bei Menschen, Tieren oder Pflanzen auslösen. Wie hoch diese Wahrscheinlichkeit ist, hängt zum einen von der Art der Pilze und ihren Stoffwechselleistungen ab, zum anderen vom Wirt und dessen Abwehrlage. Manche Pilze werden erst dann zu Krankheitserregern, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Potenziell krank machende Pilze werden in drei Kategorien eingeteilt:

  • Dermatophyten befallen die Haut und ihre Anhangsgebilde wie Haare und Nägel
  • Sprosspilze (Hefen) rufen Infektionen der Haut und der inneren Organe hervor (häufig bei Abwehrschwäche)
  • Schimmelpilze (Fadenpilze) befallen vorwiegend innere Organe, können in verdorbenen Lebensmitteln enthalten sein und bilden Krebs erzeugende Giftstoffe (Aflatoxine).

Außerdem enthalten viele der höheren Pilzarten Gifte, die beim Verzehr starke bis tödliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. In Deutschland ist der Knollenblätterpilz häufigster Verursacher tödlicher Pilzvergiftungen.

Allergie gegen Pilze

Zur Fortpflanzung bilden Pilze sogenannte Sporen, die bei manchen Menschen Allergien auslösen können, wenn sie eingeatmet werden. Auch auf der Oberfläche von Pilzen befinden sich Strukturen, die allergische Reaktionen auslösen können. Diese sind sehr vielgestaltig – ein Pilz kann bis zu 100 verschiedener solcher Substanzen besitzen. Deshalb ist der Nachweis der Allergie auslösenden Stoffe nicht einfach.

Besonders häufige Verursacher von allergischen Symptomen wie Schnupfen, Bindehautentzündungen, Hautveränderungen und Asthma sind bestimmte Schimmelpilze. In der Umweltmedizin werden sie oft verantwortlich gemacht für das "Sick-Building-Syndrom", also Beschwerden, die durch das Einatmen von mit Schadstoffen belasteter Innenraumluft ausgelöst werden.

Doch auch der Verzehr von Pilzen kann bei empfindlichen Personen Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen vor allem gegen das Pilzeiweiß (zum Beispiel beim Shiitake-Pilz) auslösen. Eine seltene Sonderform der Nahrungsmittelintoleranz gegen Pilze ist die angeborene Trehaloseintoleranz. Bei dieser kann die in Pilzen enthaltene Trehalose nicht verdaut werden, wodurch es nach Pilzgenuss zu starken Durchfällen kommt. Bei manchen Menschen führt auch der Kontakt zu Hautausschlägen (zum Beispiel beim Butterpilz).

Aktualisiert: 26.07.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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