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Superinfektion – wenn eine Infektionskrankheit der nächsten den Boden bereitet

Superinfektion: Bakterien im Labor © istockphoto, fotofermer

Von einer Superinfektion spricht man, wenn sich auf eine Infektionskrankheit eine zweite Infektionskrankheit aufpfropft. Während Virologen den Begriff "Superinfektion" nur verwenden, wenn diese zweite Krankheit von einem sehr ähnlichen Erreger ausgelöst wird – zum Beispiel bei einer Hepatitis B und folgender Hepatitis D –, spricht man oft auch von Superinfektion, wenn die erste Krankheit von Viren, die zweite von Bakterien verursacht wird (wie bei einer "verschleppten Bronchitis").

Verwendung des Begriffs "Superinfektion"

Eigentlich ist der Fachbegriff dafür Sekundärinfektion. Auch wenn die erste Krankheit gar nicht von einem Infektionserreger, sondern durch eine andere Krankheitsursache wie Diabetes oder Neurodermitis bedingt ist, und dann Bakterien ins Spiel kommen, wird der Begriff Superinfektion verwendet.

Wo kann eine Superinfektion auftreten?

Die bekannteste Superinfektion ist die verschleppte Bronchitis. Damit wird ein von Viren ausgelöster grippaler Infekt bezeichnet, der erst zu Halsschmerzen, Husten, Schnupfen und einer Bronchitis führt und sich dann in einer zweiten Phase zu einer eitrigen Bronchitis ausweitet. Durch die Viren sind die Schleimhäute der Nase und Bronchien bereits wund und gereizt, so dass sich Bakterien leichter festsetzen und vermehren können.

Anzeichen einer Superinfektion

Oft spürt man bereits nach einigen Tagen, ob das Immunsystem gut mit den Erkältungsviren umgehen kann und sich Husten und Schnupfen schnell wieder verflüchtigen – oder ob der Schnupfen zäh wird, sich das Krankheitsgefühl wieder verstärkt, das Abhusten anstrengend und vielleicht auch produktiv wird: All das sind Anzeichen einer bakteriellen Superinfektion.

Andere Superinfektionen sind zwar nicht ganz so häufig, können aber einen dramatischen Verlauf nehmen. So führt ein langjähriger Diabetes zu einer schlechten Durchblutung der Körperperipherie und der Nervenendigungen. Daraus kann sich ein diabetischer Fuß entwickeln, an dem Hautverletzungen aufgrund der schlechten Durchblutung nur sehr langsam verheilen.

Folgen einer Superinfelktion

Wenn sich eine diabetische Hautverletzung mit Bakterien infiziert, kann der Heilungsprozess so stark gestört werden und sich die Infektion so massiv ausbreiten, dass möglicherweise sogar eine Operation oder schlimmstenfalls eine Amputation erforderlich wird. Auch bei Neurodermitis ist das Hautmilieu gestört und gerade im akuten Schub sind aufgekratzte, nässende Hautstellen anfällig für eine Besiedlung mit krankhaften Bakterien oder Pilzen. Seltener treten glücklicherweise die "echten" Superinfektionen auf.

Um an Hepatitis D zu erkranken, muss man sich vorher mit Hepatitis-B-Viren infiziert haben – nur dann können Hepatitis-D-Viren im Körper überleben und sich vermehren.

Bei einer Infektion mit HIV liegt eine Superinfektion vor, wenn ein Patient, der sich zum Beispiel mit HIV Typ A infiziert hat, später auch noch mit HIV Typ B infiziert.

Aktualisiert: 07.02.2018 – Autor: Nathalie Blanck

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