Therapie und Vorbeugung

Wie können Sie sich vor einer Superinfektion schützen?

Egal ob Bronchien, Fuß, Haut, Leber oder kompletter Körper – eine Superinfektion bedeutet immer: längere Krankheitsdauer und verzögerter Heilungsprozess und damit eine größere Gefahr für Ihre Gesundheit sowie der Einsatz von mehr und stärkeren Therapiemaßnahmen. Um einer verschleppten Bronchitis vorzubeugen, sollten Sie Ihr Immunsystem stärken:

  • Trinken Sie viel, am besten mehr als zwei Liter täglich.
  • Schlafen Sie viel und tanken Sie so neue Energie.
  • Essen Sie viel Obst und Gemüse – so nehmen Sie gesunde Vitamine und Mineralstoffe zu sich.
  • Versuchen Sie während einer Erkältung auf den Genuss von Süßigkeiten, auf Alkohol und aufs Rauchen zu verzichten – das sind alles Faktoren, die das Immunsystem zusätzlich anstrengen.
  • Daneben erhalten Sie in der Apotheke verschiedene Produkte, um Ihre Abwehrkräfte zu stärken.

Wunden gut versorgen

Bei Hautverletzungen an einem diabetischen Fuß oder bei einer Neurodermitis ist eine gute Wundversorgung das A und O, um einer bakteriellen Superinfektion vorzubeugen:

  • Besprechen Sie die Wund- und Hautpflege mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich zeigen, wie Sie die Wunden zum Beispiel täglich baden oder mit frischem Verbandsmaterial verbinden können. Bei einem verzögerten Heilungsprozess lassen Sie frühzeitig einen Abstrich von der Wunde nehmen, um eine Superinfektion auszuschließen.

Um einer viralen Superinfektion bei Hepatitis oder HIV entgegenzuwirken, ist es wichtig, die Übertragungswege von Hepatitis-D- und HI-Viren zu kennen:

  • Hepatitis-D- und HI-Viren werden durch Körperflüssigkeiten übertragen, neben Blut sind unter anderem auch Sperma und Scheidensekret ansteckend – vermeiden Sie den Kontakt zu virentragenden Körperflüssigkeiten: Ungeschützter Sexualkontakt und das Teilen von Injektionsbesteck unter Drogenabhängigen sind nach wie vor die größten Risikofaktoren für eine Infektion mit Hepatitis B, D oder HIV.
  • Während es noch keine HIV-Impfung gibt, können Sie sich gegen Hepatitis B impfen lassen – die Impfung bietet dann auch einen Schutz gegen Hepatitis D.

Wie wird eine Superinfektion behandelt?

Bei einer verschleppten Bronchitis werden aus den Empfehlungen, wie Sie einer Superinfektion vorbeugen können, strikte therapeutische Maßnahmen: Viel trinken, warm halten, Ruhepausen, vitaminreiche, leichte Kost und dazu ein Antibiotikum – so helfen Sie Ihrem Immunsystem, mit der doppelten Erkrankung fertig zu werden. Daneben können pflanzliche Präparate den Heilungsprozess unterstützen:

  • Bei Erkältungskrankheiten haben sich Tees aus Holunder, Jujube, Salbei, Schlehe, Seifenkraut oder Sternanis besonders bewährt. So nehmen Sie einerseits Flüssigkeit zu sich, andererseits sind die Wirkstoffe schleimlösend, schweißtreibend und entzündungshemmend und stimulieren sogar das Immunsystem. Sie finden fertig gemischte Tees in einer gut sortierten Apotheke oder Drogerie.
  • Auch Einreibungen und Inhalationen mit ätherischen Ölen aus Eukalyptus, Fenchel, Anis, Pfefferminz oder Thymian befeuchten die Schleimhaut, sind wohltuend und helfen beim Abhusten.

Antibiotische Behandlung und Wundpflege

Da eine Superinfektion den diabetischen Fuß stark gefährdet, wird neben einer antibiotischen Behandlung besonders auf eine sorgfältige Wundpflege geachtet, die meist im Krankenhaus durchgeführt wird. Wenn sich bei einer neurodermitischen Hautveränderung in einer Abstrichuntersuchung Bakterien oder Pilze finden lassen, werden diese antibiotisch oder antimykotisch behandelt. Daneben liegt auch hier das Hauptaugenmerk auf einer intensiven Hautpflege mit Bädern, einer individuellen Creme- und Salbenbehandlung und allem, was neurodermitischer Haut gut tut.

Die Hepatitis- und vor allem die HIV-Therapie richten sich nach der Ausprägung des Krankheitsbilds. Eine Hepatitis B kann auch ohne die Gabe von virenabtötenden Medikamenten innerhalb eines halben Jahres ausheilen, allerdings werden bis zu 10 Prozent der Erkrankungen chronisch. Dann ist eine antivirale Behandlung angezeigt, da die Erkrankung sonst zu einer Leberzirrhose, also dem Untergang von funktionstüchtigem Lebergewebe, führt.

Eine aufgepfropfte Hepatitis D beschleunigt diesen Verlauf, so dass eine intensivierte antivirale Therapie nötig wird. Die HIV-Therapie wird daran ausgerichtet, wie stark die HI-Viren das Immunsystem beeinträchtigen. Eine Superinfektion mit zwei HIV-Typen bedeutet auch hier eine Intensivierung der Therapie.

Aktualisiert: 31.07.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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