Kniegelenksarthrose – Therapien

Die Webseite des Deutschen Arthrose Forums listet 229 Therapien für Arthrosen auf – doch bei weitem nicht alle sind medizinisch anerkannt, hilfreich und sinnvoll. Egal, welche Wundertherapien angepriesen werden, nach derzeitigem Wissenstand ist eine Arthrose nicht heilbar, denn ein geschädigter Knorpel kann nicht wieder heilen oder nachwachsen. Ganz wichtig für die betroffenen Patienten aber ist, dass der Verlauf der Arthrose verlangsamt werden kann, Schmerzen können teilweise sehr gut behandelt werden.

Gängige Behandlungen der Arthrose

Physiotherapie, Wärme- und Kälteanwendungen, Bewegung und Medikamente gehören zu den nicht-operativen Therapien und bringen oft Erleichterung.

Am häufigsten verschreibt der Arzt cortisonfreie Schmerzmittel, sogenannte nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR). Sie wirken gut gegen Entzündung und Schmerz. Aber bei längerer Anwendung (und bei empfindlichen Patienten) führen sie zum Teil zu schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Nebenwirkungen von NSAR

Häufig beobachtete Nebenwirkungen unter der Einnahme von NSAR sind Magen- und Darmprobleme wie Magenschmerzen, Appetitlosigkeit und Durchfall. Es kann jedoch auch zu Magengeschwüren und Komplikationen wie Magen-Darmdurchbruch und Blutungen kommen.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Nierenfunktionsstörungen und Blutdruckerhöhung. Davon betroffen sind vor allem Patienten mit vorgeschädigter Niere, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Lebererkrankungen. Daher ist es ratsam, insbesondere langwirksame NSAR bei älteren Menschen vorsichtig einzusetzen. Denn langwirksame NSAR sind weniger gut steuerbar, da sie seltener eingenommen werden müssen, dafür jedoch langfristiger wirken. Außerdem ist es wichtig, die Nieren- und Blutwerte regelmäßig zu prüfen.

Darüber hinaus führen NSAR zu einer erhöhten Blutungsneigung. Auch können solche Arzneimittel einen Asthma-Anfall auslösen.

COX-2-Hemmer als bessere Alternative zu NSAR?

COX-2-Hemmer sind Wirkstoffe, die für die symptomatische Behandlung von Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose und rheumatischen Erkrankungen verwendet werden. Solche Arzneimittel wirken im Körper zwar gezielter, sind aber dennoch nicht erheblich besser verträglich als die NSAR.

Einige Medikamente aus der Gruppe der COX-2-Hemmer mussten aufgrund schwerer kardiovaskulärer Nebenwirkungen vom Markt genommen werden. Weitere häufige Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und Hautausschläge sein.

Nichtmedikamentöse Möglichkeiten der Behandlung

Bei der nichtmedikamentösen Behandlung einer Kniegelenksarthrose kommen unter anderem Physiotherapie, physikalische Behandlungen und orthopädische Verfahren zum Einsatz.

  • Mit einer Physiotherapie kann die Beweglichkeit der Kniegelenke erhalten und verbessert werden. Gleichzeitig werden die Muskeln gestärkt und Schmerzen gelindert.
  • Vielen Arthrose-Patienten tut eine Wärmebehandlung gut. Bei einer Arthrose, bei der zusätzlich das Gelenke entzündet ist, kann es aber auch umgekehrt sein: Statt Wärme empfinden Patienten Kälte als angenehm.
  • Bei der Elektrotherapie und der elektrophysikalischen Therapie verhindern oder verlangsamen elektrische Ströme die Weiterleitung von Schmerzsignalen. Außerdem regen die Ströme die Regeneration des Gewebes an und fördern die Durchblutung. Eines der bekanntesten Verfahren aus diesem Bereich ist die Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation (TENS-Therapie).
  • Bei Patienten, bei denen NSAR nicht ausreichend wirken oder aufgrund von Gegenanzeigen nicht verabreicht werden können, kommen Spritzen mit Hyaluronsäure als Behandlungsmöglichkeit infrage. In arthrotischen Gelenken ist die Menge an Hyaluronsäure deutlich geringer als in gesunden Gelenken. Hyaluronsäure-Präparate werden direkt ins Gelenkinnere injiziert. Die so mit Hyaluronsäure angereicherte Gelenkflüssigkeit kann Unebenheiten der Knorpeloberfläche wieder besser ausgleichen und das Gelenk gleitet wieder leichter. Die Studienlage zur Wirkung dieser Behandlungsmöglichkeit ist jedoch widersprüchlich.
  • Mit Hilfe von Akupunktur können Schmerzen und die Steifigkeit im Knie reduziert werden.

Aktualisiert: 30.10.2018 – Autor: bo; überarbeitet: Nadja Weber

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?