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Becken – Der Beckenboden: Muskeln und Bänder

Am Beckenausgang sorgt eine unter starker Grundspannung stehende, feste (während der Schwangerschaft flexiblere) Platte aus Muskeln und Bändern dafür, dass die Eingeweide an ihrem Platz im Bauchraum bleiben. Dieses "Beckenzwerchfell" besitzt Durchlässe für die Harnröhre, den Enddarm und bei Frauen die Scheide. Ein Teil der Muskulatur bildet die dem Willen unterworfene äußere Schließmuskeln von Enddarm und Harnblase.

Überdehnungen der Muskeln und Bänder des Beckenbodens – zum Beispiel nach einer Schwangerschaft – können zu einer Verlagerung vor allem der inneren Geschlechtsorgane, aber auch des Darms oder der Harnblase führen (Senkung). Mit der viel gerühmten Beckenbodengymnastik lassen sich die Muskelplatte und Bänder stärken und entsprechende Beschwerden rückgängig machen.

Beckenbodentraining

Sie wollen wissen, welche Muskeln man trainiert? Versuchen Sie den Schließmuskel der Harnblase zusammenzukneifen als wollten sie einen fließenden Urinstrahl unterbrechen (oder entsprechend den Afterschließmuskel). Bewegen Sie dabei weder Po, Bauch oder Oberschenkelinnenseiten. Wenn Sie es richtig machen, spüren Sie eine leichte Hebung der Beckenbodenmuskulatur nach oben und innen.

Auch der Begriff "Beckenuhr" kommt aus der Physiotherapie: Man stellt sich vor, nicht auf einem Stuhl, sondern auf dem Ziffernblatt einer Uhr zu sitzen und wandert mit dem Becken als Zeiger verschiedene Uhrzeiten in bestimmten Reihenfolgen ab.

Übrigens: Ein gut trainierter Beckenboden wirkt nicht nur Senkungsbeschwerden entgegen. Er verhilft auch zu einer guten Haltung, zu einem straffen Bauch und zu einem lustvollerem Sexleben. Wenn das kein Anreiz ist, gleich heute einen Kurs zur Beckenbodengymnastik zu buchen!

Aktualisiert: 05.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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