Knochenbruch – Symptome

Jeder Knochen in unserem Körper kann theoretisch brechen. Allerdings sind einige Knochen in unserem Körper – vor allem durch Stürze – wesentlich anfälliger für einen Knochenbruch als andere. Es gibt im Körper "Sollbruchstellen", um einen etwas technischen Ausdruck zu benutzen, die besonders anfällig für Knochenbrüche sind. Davon ist der Oberschenkelhals die bekannteste und für den Alltag wichtigste. Aber auch ein gebrochener Arm kommt relativ oft vor. Welche Knochenbrüche am häufigsten vorkommen und woran man einen Bruch erkennt, erfahren Sie im Folgenden.

Knochenbruch: Symptome und Anzeichen

Der Knochen selbst verfügt über wenige Nervenendigungen, die Schmerzen weiterleiten. Die den Knochen umgebende Knochenhaut reagiert allerdings äußerst empfindlich auf Verletzungen und selbst Druck von außen – was jeder kennt, der bereits einen Tritt oder Stoß vor den recht ungeschützten Schienbeinknochen erhalten hat.

Folgende Symptome können bei einem Knochenbruch auftreten:

  • Schmerzen
  • eine Bewegungseinschränkung, etwa mangelnde Funktion des Gelenks
  • eine Schwellung
  • Knirschen oder andere Geräusche bei Bewegung als sicheres Anzeichen eines Bruchs
  • Fehlstellungen des Knochens sind ebenfalls ein eindeutiges Symptom
  • auch eine unnormale Beweglichkeit ist ein klarer Hinweis auf einen Knochenbruch
  • eventuell kann ein von der Größe des Knochens und Art des Bruchs abhängiger Blutverlust auftreten, der bei einer Oberschenkelfraktur bereits zwei, bei einer Beckenfraktur auch lebensgefährliche fünf Liter betragen kann, während bei einem Nasenbruch nicht einmal Nasenbluten auftreten muss

Daneben können die Knochenenden das umgebende Gewebe verletzen, Blutgefäße und Nerven durchbohren und sogar durch die Haut ins Freie treten (ein sogenannter offener Bruch).

Wie erkennt man einen Knochenbruch?

In manchen Fällen reichen die oben beschriebenen eindeutigen Symptome aus, einen Knochenbruch zu erkennen. Für eine eindeutige Diagnose sollten Sie einen Arzt aufsuchen, am besten einen Arzt für Orthopädie oder Unfallchirurgie.

Dieser wird Röntgenaufnahmen anfertigen, denn darauf sind Knochenstrukturen detailliert erkennbar: Abweichungen vom normalen Knochenaufbau, Unregelmäßigkeiten in der Randkontur, selbst kleinste Einstauchungen und Abhebung der Knochenhaut vom Knochen kann man nachweisen.

Da die Röntgenbilder immer in zwei Ebenen angefertigt werden, wird auch deutlich, ob eine Biegungs-, Abscher-, Dreh- oder Spiralfraktur, eine Stauchungs- oder Abrissfraktur vorliegt. Röntgenaufnahmen zeigen normalerweise auch, wenn ein Knochen nur angebrochen ist, obwohl es vorkommen kann, dass feine Haarrisse übersehen werden.

Weitere Untersuchungen

Zusätzlich zum Röntgen des Knochenbruchs sollte ein Arzt stets überprüfen, ob Motorik, Sensibilität und die periphere Durchblutung beeinträchtigt sind, was Hinweise darauf liefern kann, dass Blutgefäße, Nerven oder Sehnen verletzt sind.

Bei polytraumatisierten Patienten, also Personen mit mehreren Brüchen und Verletzungen, etwa infolge eines Autounfalls, geben CT-Aufnahmen Aufschluss darüber, welche Organe noch in Mitleidenschaft gezogen sind. Auch bei einem Bruch des Beckens oder Wirbelsäule wird eine Computertomographie durchgeführt.

Häufige Arten von Knochenbrüchen und deren Charakteristika stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Knochenbruch des Oberschenkelhalsknochens

Der Oberschenkelhalsbruch gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen. Wenn man sich den Oberschenkelknochen bildlich vorstellt, sieht er aus wie ein langgezogenes "r": Er hat an seinem oberen Ende einen Haken, der im Hüftgelenk verschwindet.

Diese Knochenverjüngung, der Oberschenkelhalsknochen, ist besonders anfällig für eine Fraktur, da bei einer plötzlichen Beindrehung immense Kräfte auf diesen Knochenbereich einwirken.

Wenn man also beispielsweise auf das Hüftgelenk stürzt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Schenkelhals bricht – die häufigste Fraktur bei Erwachsenen, vor allem in der Winterzeit.

Armbruch und Rippenbruch

Auch die Knochen des Unterarms sind besonders gefährdet. Der Aufprall auf gefrorenem, glattem Boden und die Kraft, die auf dem Unterarmknochen wirkt, wenn wir im Fall eine Abstützbewegung ausführen, sind so stark, dass der betroffene Knochen bricht. Ist ein Arm gebrochen, kann es neben den oben genannten Symptomen auch zu einem Kribbeln, Taubheits- oder Kältegefühl in der Hand kommen.

Außerdem kommen oft Frakturen von Rippen, des Oberarmknochens und des Sprunggelenks vor. Auch Brüche des Schlüsselbeins – sogenannte Klavikulafrakturen – treten häufig auf.

Knochenbrüche an Hand und Fuß

Bei einem Sturz aus großen Höhe oder einer besonders starken Stauchgewalt, die auf Füße und Hände einwirkt, kann es zu schwer zu versorgenden Hand- und Fußwurzelfrakturen kommen. Sind Fuß oder Hand gebrochen, heilen die Knochen oft schlecht wieder zusammen, da die Blutversorgung der Knochen in diesen Gebieten sehr diffizil ist.

Polytrauma nach einem Verkehrsunfall

Bei Verletzungen durch Verkehrsunfälle ist oft nicht nur eine einzelne Körperregion, sondern gleich eine Vielzahl von Knochen, Gelenken und Organen betroffen – der Mediziner spricht dann von einem Polytrauma.

Dabei sind häufig die Knochen der Extremitäten kompliziert gebrochen und selbst so stabile Knochen wie das Becken in Mitleidenschaft gezogen. Beckenbrüche sind besonders gefährlich, weil sie einen immensen Blutverlust nach sich ziehen und dringend operativ versorgt werden müssen.

Schädelfraktur und Bruch der Wirbelknochen

Auch Wirbelknochen können bei Verkehrsunfällen häufig brechen. Hierbei besteht die große Gefahr, dass die Knochenfragmente das Rückenmark quetschen, was je nach Lage der Fraktur eine Querschnittslähmung oder den sofortigen Tod zur Folge haben kann.

Schädelfrakturen treten ebenfalls nur bei sehr starker Gewaltanwendung auf, dabei kann die Quetschung des Hirngewebes zu lebensgefährlichen Blutungen und Funktionsausfällen führen.

Aktualisiert: 14.09.2018 – Autor: Nathalie Blanck; überarbeitet: Silke Hamann

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