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Knocheninfektionen – Therapie und Komplikationen

Medikamentöse Behandlung der Knocheninfektion

Das Ziel der Behandlung ist es, die Infektion zu stoppen und den Abbau des Knochens und der umgebenden Weichteile aufzuhalten. Meist besteht die Therapie aus einem medikamentösen und einem operativen Teil. Durch die Verabreichung von Antibiotika sollen die Verursacher der Entzündung, die Bakterien, abgetötet werden. Dafür ist es wichtig, den genauen Erreger zu kennen, um das richtige Antibiotikum zu wählen.

Antibiotikabehandlung

So lange das Ergebnis der bakteriologischen Untersuchung noch nicht vorliegt, verabreicht man meist eine Mischung aus mehreren Antibiotika, die die häufigsten Bakterien sicher abtötet. Ist der schuldige Erreger dann gefunden, kann gezielt das passende Antibiotikum gegeben werden. Da die Durchblutung des Knochens relativ schlecht ist, müssen die Antibiotika wesentlich länger (mindestens 3 Wochen) als bei einer Mittelohr- oder Nierenbeckenentzündung eingenommen werden.

Chirurgische Eingriffe

Wenn die Erreger bereits größere Teile des Knochens zerstört haben oder sich viel Eiter, entzündetes oder sogar abgestorbenes Gewebe gebildet hat, reicht eine medikamentöse Behandlung allein nicht aus, sondern es muss operiert werden – selbst wenn dabei größere Teile des Knochens verloren gehen.

Nach Abheilung des Infekts kann dann der Knochendefekt in einer zweiten Operation wieder rekonstruiert werden, indem z.B. gesundes Knochengewebe oder Knochenmark in den Knochenspalt eingesetzt wird. Fremdkörper, die sich im entzündeten Bereich befinden, werden ebenfalls entfernt. Dazu gehören z.B. Implantate wie ein künstliches Hüftgelenk oder Knochentransplantate. Jeder Fremdkörper sorgt nämlich dafür, dass die Infektion weiter aktiv bleibt.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die größte Gefahr bei einer Knocheninfektion ist die Sepsis, also eine Blutvergiftung. Dabei kommt es durch das permanente Eindringen von Bakterien und ihren Giften in die Blutbahn zu einer Allgemeininfektion des Körpers, die lebensgefährlich sein kann.

Gerade bei Kindern kann eine Knocheninfektion erhebliche bleibende Schäden hinterlassen. Denn durch die Entzündung können Wachstumsstörungen auftreten, wie z.B. ein Schiefwuchs oder ein verkürztes bzw. beschleunigtes Wachstum der Knochen, was gerade an den unteren Extremitäten ausgeprägte Beinlängendifferenzen hervorrufen kann. Auch die Zerstörung von Gelenken im frühen Alter kann zu langwierigen Fehlstellungen des Skeletts führen. Schon deshalb ist eine rechtzeitige Behandlung so wichtig.

Aktualisiert: 24.10.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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