Patellasehne: Was tun bei Schmerzen?

Patellasehne schmerzt © istockphoto, Dirima

Die Patellasehne erfüllt eine wichtige Funktion bei der Stabilisierung und Beweglichkeit des Kniegelenks. Sie verbindet über die Kniescheibe (Patella) den größten Oberschenkelmuskel (Quadrizeps femoris) mit dem Schienbein und wird so bei jeder Beugung und Streckung des Knies beansprucht. Durch eine Überbelastung oder Fehlbelastung, beispielsweise beim Sport, kann es zu einer Reizung der Patellasehne – dem sogenannten Patellaspitzensyndrom – kommen. Ein Patellasehnenriss kommt hingegen in der Regel nur bei Vorschäden an der Sehne oder als Folge eines Unfalls vor.

Patellaspitzensyndrom – Reizung der Patellasehne

Eine andauernde Überbelastung der Patellasehne kann zu dem sogenannten Patellaspitzensyndrom führen. Dabei handelt es sich um eine Verschleißerkrankung, bei der es zu einer chronischen Reizung am Übergang zwischen Knochen und Sehne kommt. Betroffen sind meist Sportler, aber auch  Menschen, die häufig in Kniebeugung arbeiten.

Da die Patellasehne insbesondere durch abrupte Bewegungen bei Sportarten wie Basketball, Volleyball oder Weitsprung beansprucht wird, wird das Patellaspitzensyndrom auch „Springerknie“ oder „Jumpers knee“ genannt.

Symptome einer solchen Patellasehnenreizung sind Knieschmerzen bei Belastungen wie Treppensteigen oder Bergabgehen. Auch in Ruhe oder nach langer Kniebeugung können Schmerzen auftreten, ebenso beim Anspannen des Quadrizepsmuskels.

Schonung und Krankengymnastik wichtig

Bei einem akuten Patellaspitzensyndrom ist Entlastung zunächst die wichtigste Maßnahme. Je nach Stärke der Beschwerden sollten Sie also mindestens sechs Wochen bis drei Monate auf Sport verzichten. Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern die Beschwerden, Sie sollten diese jedoch ohne ärztliche Verordnung nicht länger als einige Tage einnehmen.

Bei starken Schmerzen kann ein Orthopäde gegebenenfalls ein örtliches Betäubungsmittel oder Cortison an die Patellasehne spritzen.

Wichtig ist außerdem eine krankengymnastische Behandlung, bei der durch Massagen und Dehnübungen das Sehnengewebe gelockert wird. Unter Umständen können auch physikalische Methoden wie eine Ultraschallbehandlung oder Stoßwellentherapie sinnvoll sein.

Patellasehne tapen

Eine Bandage oder ein Tape kann durch Stabilisierung des Gelenks die Schonung bei einem Patellaspitzensyndrom unterstützen. Lassen Sie sich das Tapen von Ihrem Physiotherapeut zeigen, dann können Sie den Tape-Verband zuhause selbstständig erneuern. Als Alternative gibt es verschiedene Arten von Bandagen, die einfach über das Knie gezogen werden.

Eine Sonderform des Tapens ist das sogenannte Kinesio-Tape. Dabei handelt es sich um meist bunte selbstklebende Pflasterstreifen, die in einer bestimmten Weise auf und um das Knie geklebt werden. Die Wirkung beruht weniger auf einer Stabilisierung, als auf einer Steigerung der Durchblutung, die durch den Zug des Pflasters auf der Haut erreicht wird.

Patellasehnenriss: Plötzlicher Schmerz und Kraftverlust

Ein Riss der Patellasehne ist eine relativ seltene Verletzung. Betroffen sind meist ältere Menschen, bei denen durch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus die Festigkeit der Sehnen vermindert ist oder die durch frühere Verletzungen oder Operationen eine vorgeschädigte Patellasehne haben.

Dann kann beispielsweise eine plötzliche starke Kraftanstrengung oder Muskelanspannung einen Patellasehnenriss zur Folge haben. Auch bei einem Sturz oder einem Unfall kann die Patellasehne reißen.

Dies macht sich durch einen schlagartigen Schmerz in Verbindung mit einem Kraftverlust im Bein bemerkbar – die Streckung des Beines ist nicht mehr möglich oder eingeschränkt. Außerdem kommt es zu einem sogenannten Patellahochstand: Dadurch, dass die Kniescheibe nicht mehr durch die Patellasehne fixiert wird, steht sie einige Zentimeter weiter oben als im Normalfall.

Die Diagnose wird dann durch ein Röntgenbild und eventuell eine MRT-Untersuchung gesichert.

Operation unumgänglich

Bei einer komplett gerissenen Patellasehne ist eine Operation zwingend notwendig. Denn durch den Zug des Oberschenkelmuskels an der Kniescheibe kann die Patellasehne nicht von alleine zusammenwachsen. Deshalb wird sie in einer Operation genäht und die Naht durch eine Drahtschlinge gesichert.

Ist die Patellasehne nur zu einem kleinen Teil gerissen, kann gegebenenfalls eine nicht-operative Behandlung möglich sein. Dabei wird das Knie in einer Schiene ruhiggestellt und darf für einige Wochen nicht oder nur teilbelastet werden.

Aktualisiert: 19.03.2015 – Autor: Jana Wittkowski

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