Darmkrebs – Behandlung und Vorbeugung

Je früher ein Befund (Polyp oder Krebs) erkannt wird, desto kleiner ist der Eingriff und desto besser ist die Prognose. Ziel der Therapie ist, den Betroffenen von seinem Krebsleiden zu heilen (kurative Therapie). Alter und Allgemeinzustand sowie die Ausdehnung des Tumors sind dabei wichtige Einflussgrößen.

Operativer Eingriff

Kernstück ist dabei nach wie vor der operative Eingriff. Der Chirurg versucht, beim Entfernen des betroffenen Dickdarmabschnittes den Afterschließmuskel zu erhalten, um eine normale Stuhlentleerung aufrechtzuerhalten. Doch nicht immer ist das möglich, vor allem wenn der Krebs im unteren Darmabschnitt sitzt oder sich bereits stark ausgebreitet hat. Dann wird das Darmende durch die Bauchdecke über einen künstlichen Darmausgang (Kolostoma) nach außen geführt. Die Metastasen (zum größten Teil in der Leber) werden wenn möglich auch chirurgisch entfernt.

In den letzten Jahren sind als weitere Therapieoptionen die Überwärmung (Hyperthermie) durch Mikrowellen oder mit das Einbringen chemischer Mitteln direkt in der Metastase dazugekommen. Die Kombination von Operation mit nachfolgender Chemotherapie kann die Prognose verbessern. Es besteht die Hoffnung, dass in Zukunft eine Heilung sogar bei ausgedehnten Krankheitsbefunden möglich sein wird.

Palliative Therapie

Kommt eine Operation nicht in Frage, wird versucht, eine Linderung der Beschwerden zu erzielen (palliative Therapie). Dies geschieht durch Aufrechterhaltung der Darmdurchgängigkeit (Engstellen können ggf. mit Laser bestrahlt werden) und durch den Einsatz von Chemotherapie und Röntgenstrahlen.

Die richtige Ernährung

Verschiedenen Substanzen in der Nahrung wird eine darmschützende Funktion nachgesagt, so z. B. Vitamine (Vitamin E, C, Folsäure) und Acetylsalizylsäure. Die Studien ergeben jedoch zum Teil widersprüchliche Resultate – in manchen Fällen wurden bei hochdosierten Vitamingaben sogar mehr Krebsfälle beobachtet. Statt Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ist es deshalb sinnvoller, auf eine vielseitige und ausgewogenen Ernährung zu achten: fettarm, kohlehydrat- und ballaststoffreich, viel Gemüse und Früchte, viel Flüssigkeit, idealerweise Grüntee. Das garantiert eine ausreichende Vitaminzufuhr ohne die Gefahr einer Überdosierung und eine schnelle Stuhlpassage durch reichlich Ballaststoffe.

Auch Bewegung soll vorbeugen – zumindest unterstützt sie die Darmtätigkeit und hilft gegen Übergewicht.

Krebsvorsorge und Darmspiegelung

Viele Fachleute empfehlen ab dem 50. Lebensjahr im Rahmen der Früherkennung zusätzlich zu der jährlichen rektalen Untersuchung noch eine Darmspiegelung in regelmäßigen Abständen (alle drei Jahre). Auch die regelmäßige Untersuchung des Stuhls auf Blut sollte zur Krebsvoruntersuchung gehören.

Erfolgreich behandelte Patienten müssen sich einer genau vorgegebenen Tumornachsorge unterziehen, welche unter anderem im Nachweis des CEA besteht. Durch diese Maßnahmen kann ein Wiederauftreten (Rezidiv) des Krebses früh erfasst und therapiert werden.

Aktualisiert: 09.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?