Darmkrebsfrüherkennung

Frau denkt an Darmkrebsfrüherkennung © istockphoto, GeorgeRudy

Darmkrebs ist kein Schicksal. Vorsorgeuntersuchungen verhindern die Entstehung von Darmkrebs und ermöglichen, einen früh erkannten Tumor erfolgreich zu behandeln. Die Früherkennung ist – unabhängig vom persönlichen Risiko – die einzige Möglichkeit, Darmkrebs wirkungsvoll zu bekämpfen.

Unterschiedliche Methoden der Darmkrebsfrüherkennung

Zu den unterschiedlichen Methoden, die zur Früherkennung von Darmkrebs im Rahmen der Darmkrebsvorsorge dienen, zählen Darmspiegelung, virtuelle Koloskopie, Okkultbluttests sowie Tastuntersuchungen.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Die effektivste Methode der Früherkennung ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Ist der Befund hier unauffällig, wird die Untersuchung nach 10 Jahren wiederholt. Die noch weit verbreitete Angst vor einer Darmspiegelung ist unbegründet. Seit Oktober 2002 greift in Deutschland bundesweit eine Qualitätssicherung, so dass nur erfahrene Ärzte die Vorsorgekoloskopie durchführen dürfen. In den Händen solcher Ärzte ist die Untersuchung eine schmerzfreie und unkomplizierte Prozedur.

Nach einer gründlichen Reinigung des Darms durch Abführen wird ein dünner, flexibler Schlauch mit einer Minikamera über den After eingeführt. Der Eingriff dauert ca. 20 Minuten und ist mit Hilfe einer Beruhigungsspritze schmerzfrei. Der Patient kann die Untersuchung auf Wunsch am Bildschirm mitverfolgen oder dabei schlafen. Entdeckte Polypen werden bei der Darmspiegelung häufig mit entfernt: eine ausfahrbare Schlinge knipst den Polypen ab. Prinzipiell werden alle Polypen entfernt, die bei einer Spiegelung entdeckt werden; zwar würde nicht aus jedem Polyp ein Darmtumor werden, aber jeder Darmkrebs war einmal ein Polyp. Erst bei der feingeweblichen Untersuchung des Polypen kann festgestellt werden, ob in ihm bereits einzelne, entartete Zellen verborgen waren.

Virtuelle Koloskopie

Die virtuelle Koloskopie, auch CT-Kolonographie genannt, ist ein neueres High-Tech-Verfahren, um das Innere des Darmes zu betrachten und auf Veränderungen zu untersuchen. Während bei der "klassischen" Darmspiegelung ein Endoskop in den Darm eingeführt wird, findet die virtuelle Koloskopie nicht direkt im Körper statt, sondern wird am Computer "simuliert". Dazu sind rechnergestützte Untersuchungsmethoden wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) nötig, deren digitale Schnittbilder von speziellen Computerprogrammen in eine dreidimensionale Ansicht des Darmes umgewandelt werden.

Genauso wie eine normale Darmspiegelung ist es auch bei der virtuellen Koloskopie notwendig, den Darm vorab zu reinigen, um die Sicht auf die Darmwand zu ermöglichen. Die Zuverlässigkeit und Aussagekraft der virtuellen Untersuchung ist abhängig von der Software, welche die Darstellung des Darminneren am Computermonitor aufgrund komplizierter Rechenvorgänge ermöglicht. Mit Hilfe verbesserter Softwareprogramme gelingt es zunehmend, die Zuverlässigkeit der virtuellen Koloskopie weiter zu erhöhen.

Für eine sichere Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs und Darmpolypen gilt dennoch die endoskopische Darmspiegelung als aussagekräftigste Methode, zumal auch sehr kleine oder entzündliche Veränderungen erkannt werden und entdeckte Polypen in einem Untersuchungsvorgang entfernt werden können.

Aktualisiert: 05.10.2017 – Autor: Felix Burda Stiftung

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