Hirntumor – Symptome und Diagnose

Ein Tumor im Gehirn kann sich durch verschiedene, zum Teil sehr schwerwiegende Symptome bemerkbar machen. Hier erfahren Sie, wie man einen Hirntumor erkennen kann und wie die ärztliche Untersuchung aussieht.

Wie äußert sich ein Hirntumor?

Das Problematische an Hirntumoren ist, dass sie – egal ob gut- oder bösartig – in einer Körperregion wachsen, die sich nicht nach außen ausdehnen kann. Der Tumor verdrängt oder zerstört also Hirngewebe und verursacht nicht nur lokal Ausfallerscheinungen, sondern lässt auch den Druck im Schädelinneren ansteigen. Das führt zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und kann in Bewusstseinsstörungen gipfeln.

Vielzahl an Symptomen

Sollten Sie gerade morgens längere Zeit unter massiven Kopfschmerzen leiden oder sich erbrechen und haben Sie dafür keine Erklärung wie Wetterfühligkeit oder Magen-Darm-Infekt, wäre es besser, diese Symptome von einem Arzt genauer untersuchen zu lassen.

Je nach Sitz des Tumors sind die jeweiligen Funktionen der Hirnregion in Mitleidenschaft gezogen: Bei einem Tumor im vorderen Teil des Gehirns kommt es oft zu psychischen Veränderungen wie Persönlichkeitsveränderungen oder Veränderungen des Verhaltens, ansonsten können Lähmungen, Krampfanfälle oder Sehstörungen auftreten.

Da die Tumoren unterschiedlich schnell wachsen, können bei einem langsam wachsenden Meningeom auch lange gar keine Symptome auftreten – und bei Diagnosestellung ist man dann überrascht, wie groß das Meningeom bereits ist.

Hirntumoren setzen nur selten Absiedlungen in Nachbarorganen und die klassischen Einteilungen nach Gut- und Bösartigkeit werden auf Hirntumoren nur beschränkt angewandt, da die klinische Prognose mit Hirndruckzeichen und die Chancen einer Operation viel stärker beachtet werden müssen als bei anderen Tumoren.

Wie wird ein Hirntumor untersucht?

Bei Verdacht auf einen Hirntumor wird der Arzt zuerst einmal eine genaue Anamneseerhebung sowie klinisch-neurologischen Untersuchung durchführen. Im Anschluss stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl:

  • Neben diesen Maßnahmen wird mindestens ein bildgebendes Verfahren eingesetzt, um zur Diagnose zu gelangen. Mit Computertomographie und Magnetresonanztomographie ist eine detaillierte Darstellung des Gehirns möglich, eine gleichzeitige Kontrastmittelgabe erhöht noch die Aussagekraft, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Daneben kann auch die PET, die Positronenemissionstomographie, genaueren Aufschluss darüber geben, wie gut der Hirntumor durchblutet wird – ein stark durchbluteter Tumor spricht für Bösartigkeit.
  • Im EEG, dem Elektroenzephalogramm, werden die Hirnströme dargestellt. Regionen des Gehirns, die Krampfanfälle auslösen, können so genauer lokalisiert werden.
  • Bei einer Liquorpunktion können manchmal Tumorzellen gewonnen werden.
  • Wenn man an den Tumor gut von außen herankommt, wird mit einer Biopsie geklärt, welche Tumorart vorliegt.
  • Eine Röntgengefäßdarstellung (Angiographie) wird vor der Operation benötigt, um abzuklären, welche wichtigen Arterien in den Tumorprozess eingebunden sind.

Aktualisiert: 14.03.2018 – Autor: Nathalie Blanck

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?