Digitale Mammographie

Das "Digitale-Vollfeld-Mammographie-System", dessen Qualitätskriterien den neuesten EU-Richtlinien entsprechen, optimiert die Brustkrebs-Diagnostik. Das neue Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs hat viele Vorteile gegenüber den bisherigen Verfahren.

Mehr Sicherheit

"Mehr Sicherheit in der Erkennung lebensgefährlicher Kleinsttumore und eine erheblich geringere Strahlenbelastung als bei herkömmlichen Geräten sind u. a. die Vorteile des neuen digitalen Mammographiegerätes, das wir als Hamburger Referenzzentrum den Patientinnen jetzt anbieten", sagt Dr. Toni Birtel, Sprecher der Abteilung Brustdiagnostik des Röntgenzentrums Schäferkampsallee in Hamburg.

Geringerer Druckschmerz

Immer noch verzichten viele Frauen im Rahmen individueller oder gesetzlicher Vorsorge auf die Mammographie, da sie diese Untersuchung als unangenehm oder sogar schmerzhaft empfinden. Dabei bestätigen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Mammographie jedem Tastbefund und selbst dem Ultraschallgerät in der rechtzeitigen Diagnose kleinster Tumorstadien überlegen ist.

Weniger Strahlenbelastung, bessere Auswertung

Den eventuell lebensgefährlichen Verzicht auf die Mammographie könnte die neue "Digi-Mammo" stoppen: Sie ist äußerst schonend und relativ schmerzfrei. Gerade bei Frauen mit größeren Brüsten waren bisher mehrere Teilaufnahmen der Brust notwendig. Das erledigt das neue Gerät aufgrund seiner großen Detektorplatte jetzt mit der klassischen "von oben" und "von der Seite" Aufnahme. Hinzu kommt, dass aufgrund der sehr guten digitalen Bildqualität meistens keine Neu- oder Zusatzaufnahmen mehr gemacht werden müssen, um überlebenswichtige Details richtig erkennen zu können. "Das führt dazu, dass die Strahlenbelastung gegenüber der herkömmlichen Mammographie erheblich reduziert werden kann", sagt Dr. Toni Birtel. Für weniger Druckschmerz sorgt darüber hinaus eine neu entwickelte Kompressionsplatte, die sich der Brust-Form flexibel anpasst.

Schnellerer Befund

Insgesamt können Befunde mit der digitalen Mammographie nicht nur sicherer, sondern auch schneller erhoben werden. Das entschärft in vielen Fällen den enormen psychischen Druck, der für die Frauen durch die Diagnose-Ungewissheit ausgelöst werden kann. Die Wartezeit auf die zu entwickelnde Filmaufnahme entfällt. Diagnostiziert wird jetzt direkt am Bildschirm. "Wie bei einer Digitalkamera können wir das Bild sofort nach der Aufnahme beurteilen und Bildausschnitte gezielt vergrößern. Schwer zu erkennende Veränderungen wie z.B. Mikrokalk lassen sich so schneller und mit größerer Sicherheit diagnostizieren", sagt Dr. Toni Birtel. Ein intelligentes Computerprogramm (CAD) begleitet den Arzt auf seiner Diagnosetour: Auffällige Stellen werden automatisch im Bild markiert und dem Arzt zur Beurteilung "vorgelegt". "Diesem Hinweis müssen wir erst nachgehen und ihn plausibel "beantworten", bevor uns das Gerät die Diagnose dann weiterführen lässt", sagt Dr. Toni Birtel.

Plädoyer für Kontrolle

Aber auch die ausgefeilteste Technik, so der Hamburger Arzt, ersetzt nie die Erfahrung eines Spezialisten für Brustkrebsdiagnostik, der jährlich tausende von Diagnosen direkt an den Patientinnen durchführt. "Wir hoffen natürlich, dass dieses schonende digitale Mammographieverfahren jetzt auch von Frauen in Anspruch genommen wird, die dieser sichersten Art der Brustkrebsdiagnostik aus körperlichen oder finanziellen Gründen bisher eher skeptisch gegenüber standen."

Aktualisiert: 10.04.2014 - Autor: Röntgenzentrum Schäferkampsallee, Hamburg

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