Schönheit bei Krebs

Krebskranke Frau © istockphoto, shironosov

Wie wichtig ist Schönheit und Aussehen für krebskranke Frauen? Sehr wichtig, darüber sind sich Mediziner und Experten einig. Durch die Krebs-Therapie verlieren Frauen nicht nur ihre Haare, Wimpern und Augenbrauen. Auch die Haut wird blasser und das Gesicht aufgedunsen – somit ist die Erkrankung für jedermann sichtbar. Gerade für Frauen ist diese Situation sehr belastend. Neben Angst und Schmerzen leiden sie aufgrund ihrer Erkrankung oft auch noch unter Minderwertigkeitsgefühlen.

Schminktipps für das Wohlbefinden

Einfache Schminktipps helfen Krebspatientinnen, sich in ihrer Haut wieder wohler zu fühlen. Denn Wohlbefinden fördert auch die Genesung. In Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Krebsberatungsstellen und medizinischen Einrichtungenbietet bietet die gemeinnützige Gesellschaft „DKMS-Life“ Kosmetikseminare für Krebspatientinnen in ganz Deutschland an. Doch auch ohne Seminar können Frauen mit ein paar Schminktricks die äußerlichen Folgen ihrer Erkrankung kaschieren und das Selbstwertgefühl steigern.

Teint trotz Krebserkrankung

Durch Medikamente ist die Haut krebskranker Menschen oft trocken, blass und sehr empfindlich. Zur Hautpflege sollten daher nur sehr milde Pflegeprodukte verwendet werden. Zunächst empfiehlt es sich, das Gesicht gründlich mit einer Reinigungslotion zu säubern und von Schmutzpartikeln zu befreien.

Als Make-Up-Basis eignet sich eine Feuchtigkeitscreme. Sie wirkt nicht nur pflegend, sondern frischt auch das Gesicht auf. Im Sommer sollte die Creme stets einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor haben, da die Haut noch empfindlicher gegen Sonneneinstrahlung ist. Für einen gleichmäßigen und strahlenden Teint wird mit einem Make-Up-Schwämmchen oder den Fingern ein Make-Up passend zum natürlichen Teint aufgetragen.

Frauen mit sehr trockener Haut sollten dabei lieber auf flüssiges Make-Up zurückgreifen und auf Puder verzichten. Frauen, die eher zu schnell fettender Haut neigen, können das Make-Up noch mit Puder fixieren. Damit das Gesicht frisch und lebendig wirkt, kommt Rouge zum Einsatz. Es wird auf den Wangenknochen von außen nach innen verstrichen, so dass die Konturen hervorgehoben werden. Auch auf Schläfen und Unterkieferknochen kann Rouge aufgetragen werden, so dass die individuellen Gesichtszüge betont werden.

Augenbrauen nachschminken

Durch den Verlust der Haare wirken die Augen oft größer. Darin liegt eine Chance für krebskranke Frauen. Entsprechend geschminkt und betont können die Augen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und so eine ganz eigene Schönheit entwickeln.

Zunächst einmal ist es wichtig, die nach einigen Therapiesitzungen oft dünner werdenden Augenbrauen möglichst natürlich nachzuschminken. Dies lässt sich am besten mit einem Augenbrauenstift machen. Zugegebenermaßen ist dafür Fingerspitzengefühl und ein guter Blick gefragt. Sind die Augenbrauen nicht so stark ausgefallen, können die Brauen einfach nur entsprechend nachgezeichnet werden, so dass sie dem natürlichen Verlauf in etwa entsprechen.

Bei einem vollständigen Verlust der Augenbrauen ist es leichter, sie mit Brauenpuder nachzugestalten. Dabei gibt es eine Grundregel: Um etwa zwei Drittel sollte die Braue ansteigen, um dann ein Drittel etwas feiner abzufallen. Bei den meisten Brauenpuder-Produkten sind Schablonen dabei. Wenn diese passen, sollten diese ruhig benutzt werden.

Schöne Augen und Wimpern

Um den Augen Ausdruck zu verleihen, schminkt man die Augenlider am besten in einem dunklen Farbton. Dafür wird zunächst auf das Lid ein neutrales Grundierungspulver aufgetragen. Der innere Teil des Augenlides wird anschließend mit einem hellen Lidschatten, der äußere Teil mit einem dunklen Lidschatten versehen.

Für besonders strahlende Augen empfiehlt es sich, als helleren Lidschattenton die Komplementärfarbe seiner Augen zu verwenden. Zu braunen Augen passen Blautöne, zu grünen Augen dunkle Rosa- und Lilatöne und zu blauen Augen Kupfer- oder Apricottöne. Der Effekt wird noch verstärkt, wenn eine leichte Schattierung unter den Augenbrauen auftragen wird.

Sind die Lider geschminkt, wird der Lidstrich mit einem Eyeliner oder Kajal-Stift über dem oberen und unteren Wimpernrand nachgezogen. Fehlende Wimpern lassen sich durch das Auftragen kleiner Punkte am Lidrand optisch ersetzen. So wirken die Wimpern dichter und das Auge wird gerahmt. Sind noch genügend Wimpern vorhanden. kommt Mascara zum Einsatz, die die Wimpern kraftvoll und dicht wirken lässt.

Schminken der Lippen

Ähnlich wie die Augen kann auch der Mund so geschminkt werden, dass er die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Durch die Strahlen- und Chemotherapie werden die Lippen oft spröde und trocken. Eine regelmäßige Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Produkten wie Glyzerin ist darum empfehlenswert und dient auch als Basis für das Schminken der Lippen.

Dabei wird ein Konturstift in der Mitte der Lippen angesetzt und die Lippenkonturen werden von innen nach außen nachgezogen. Im Mundwinkel wird die Linie sanft mit den Fingern ausgeblendet. So bekommt der Mund einen schönen Rand und es wird verhindert, dass die Lippenstiftfarbe verläuft.

Anschließend werden die Lippen mit einem passenden Lippenstift ausgemalt. Lippenstift und Konturenstift sollten einen ähnlichen Farbton haben und außerdem zum Lidschatten passen. Dabei gilt: Mut zur Farbe. Rote Lippen wirken gesund und kräftig. Selbst wenn man sich vielleicht nicht so fühlt, tut der Anblick eines solchen Spiegelbildes gut.

Haare und Schmuck

An Krebs erkrankte Frauen fühlen sich am meisten durch den Verlust der Haare gezeichnet. Keine noch so gute Perücke, kein noch so schönes Tuch kann die eigenen Haare ersetzen. Für den Übergang sind Perücken, Tücher, Hüte und Mützen aber trotzdem geeignet, um die kahle Kopfhaut zu verbergen.

Und auch hier bietet sich viel Potential zum Experimentieren: Make-Up und ein entsprechendes Tuch können aufeinander abgestimmt und zusätzlich mit passenden Ohrringen kombiniert werden. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Viele Frauen entdecken so ganz neue Seiten und Typen an sich und gehen auch nach überstandener Therapie viel offener und kreativer mit ihrem Aussehen um.

2008 sorgte die junge Niederländerin Sofie van der Stap mit ihrer Autobiographie „Heute bin ich blond“ für internationales Aufsehen. Darin beschreibt sie, wie sie während ihrer Chemotherapie neun verschiedenen Perücken kaufte und sich damit neun verschiedene Rollen zulegte. Sie wollte zeigen, dass man trotz einer Krebs-Erkrankung nach wie vor lachen, sich schön fühlen und sich schick machen kann.

Aktualisiert: 16.02.2017 – Autor: Miriam Ries

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