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Leberkrebs behandeln

Mann mit Schmerzen durch Leberkrebs © istockphoto, AntonioGuillem

Die Behandlung einer Leberkrebs-Erkrankung richtet sich zum einen nach dem Stadium des Tumors, also nach dessen Größe und Lage. Zum anderen spielen aber auch das Alter und der Gesundheitszustand des Patienten eine entscheidende Rolle für die Wahl der Behandlungsmethode. Für die Therapie ist ebenso von Bedeutung, in welchem Zustand sich die Leber befindet, das heißt ob eine Leberzirrhose vorliegt oder nicht.

Therapieverfahren bei Leberkrebs: Übersicht

Grundsätzlich steht für die Behandlung von Leberkrebs eine Fülle verschiedener Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Einzelne Verfahren können dabei auch miteinander kombiniert werden.

  • Operation: Teilentfernung der Leber oder Lebertransplantation
  • Örtliche Therapieverfahren: Diese reichen von einer Verödung des Tumors über eine Wärmebehandlung oder eine Kontrastmitteltherapie bis hin zu einer inneren Bestrahlung der Leber.
  • Medikamentöse Therapie: Chemotherapie oder Behandlung mit dem Wirkstoff Sorafenib
  • Palliative Therapie: Bei dieser Form der Therapie steht nicht mehr die Heilung der Erkrankung, sondern die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund.

Behandlung von Leberkrebs: Operation

Eine Operation ist zurzeit die Behandlungsmöglichkeit, mit der sich ein Leberkrebs am häufigsten vollständig heilen lässt. Ob Leberkrebs durch eine Operation behandelbar ist, hängt maßgeblich von der Anzahl der Tumore, ihrer Lage sowie ihrer Größe ab. Entscheidend ist außerdem, ob das Lebergewebe noch gesund ist oder ob bereits eine fortgeschrittene Leberzirrhose vorliegt. Zudem muss der Gesundheitszustand des Patienten eine Operation zulassen.

Besonders kleinere Tumore können durch eine Operation meist gut entfernt werden. Zusätzlich zu dem Tumor wird auch umliegendes, gesundes Gewebe entfernt, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Krebszellen im Körper verbleiben. Wichtig bei einer Teilentfernung der Leber ist, dass genügend gesundes Lebergewebe im Körper zurückbliebt, um die Funktion der Leber weiterhin aufrechterhalten zu können.

Für Patienten mit einer Leberzirrhose ist eine Lebertransplantation eine bessere Entscheidung als eine Teilentfernung der Leber. Denn wird ein Teil der kranken Leber entfernt, ist es möglich, dass das restliche Lebergewebe nicht ausreicht, um den Körper zu entgiften und es zu einem Leberversagen kommt.

Damit eine Lebertransplantation durchgeführt werden kann, muss der Patient allerdings über einen guten Allgemeinzustand verfügen. Auch bestimmte Begleiterkrankungen können ein Ausschlusskriterium für den Eingriff darstellen. Im Gegensatz zu einer Teilentfernung muss der Patient nach einer Lebertransplantation über einen langen Zeitraum Medikamente einnehmen. Diese verhindern, dass das Spenderorgan abgestoßen wird.

Behandlung von Leberkrebs: örtliche Therapieverfahren

Ziel von örtlichen Therapieverfahren ist es, das Fortschreiten der Erkrankung abzubremsen, die Überlebensspanne zu verlängern und Begleitbeschwerden zu lindern. Sie werden dann verwendet, wenn eine Operation des Leberkrebses nicht möglich ist. Zudem kommen örtliche Verfahren auch zum Einsatz, um die Wartezeit bis zu einer Transplantation zu überbrücken.

Bei einer Verödung des Tumors wird hochkonzentrierter Alkohol durch die Haut direkt in den Lebertumor eingespritzt. Bei kleinen Tumoren kann es durch dieses Verfahren zu einer Zerstörung des Tumors und somit zu einer Heilung der Erkrankung kommen. Bei einer Radiofrequenzablation (Wärmebehandlung) werden die Tumorzellen dagegen durch einen Laser oder Hochfrequenzschwingungen verkocht und anschließend abgetragen. Um den Tumor vollständig zu beseitigen, können mehrere Sitzungen nötig sein.

Bei einer transarteriellen Chemo-Embolisation werden ein Zellgift sowie ein gefäßverschließendes Mittel in die Äste der Leberschlagader gespritzt, die den Tumor versorgen. Durch die fehlende Versorgung verkleinert sich der Tumor. Oft wird dieses Verfahren deshalb auch vor einer Operation angewendet. Die Leber wird bei dieser Methode weiterhin über einen zweiten Zugang – die Pfortader – versorgt. Ist diese verschlossen, kann das Verfahren nicht angewendet werden.

Bei der Kontrastmitteltherapie wird ein Kontrastmittel (Lipiodol), das sich in der Leber anreichert, mit radioaktiven Teilchen beladen und in die Leberarterie gespritzt. Das Mittel sammelt sich im Tumor an und tötet die Zellen ab. Relativ neu ist das an die Kontrastmitteltherapie angelehnte Verfahren der inneren Bestrahlung, der sogenannten selektiven internen Radiotherapie (SIRT). Dabei werden kleine Kügelchen, an die eine radioaktive Substanz gebunden ist, direkt in die Gefäße eingebracht, die die Leber versorgen. Da die Strahlung nur eine Reichweite von bis zu einem Zentimeter hat, ist gesundes Gewebe nicht oder nur geringfügig von der Strahlung betroffen. Die kleinen Kügelchen sorgen zusätzlich dafür, dass die den Tumor versorgenden Gefäße verstopft werden.

Behandlung von Leberkrebs: medikamentöse Therapie

Eine Chemotherapie wird bei Leberkrebs in Deutschland nur relativ selten angewendet. Generell wird sie durchgeführt, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben oder wenn keine andere Therapie in Betracht kommt. Im Gegensatz zu den bislang vorgestellten lokalen Verfahren zeigt die Chemotherapie im gesamten Körper Wirkung. Durch die Medikamente, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden – die sogenannten Zytostatika – werden in erster Linie Krebszellen angegriffen. Allerdings werden auch andere sich schnell teilende Zellen bekämpft, beispielsweise die Haarwurzel- und die Schleimhautzellen.

Neben einer Chemotherapie gibt es seit einigen Jahren mit Sorafenib einen Wirkstoff, der in den Stoffwechsel des Tumors eingreift und diesen dadurch gezielt bekämpft. Der Wirkstoff wird in Form von Tabletten eingenommen und kommt dann zum Einsatz, wenn Leberkrebs nicht operiert werden kann. Meist wird Sorafenib eingesetzt, um die durchschnittliche Überlebenszeit bei einer bereits fortgeschrittenen Krebserkrankung zu verlängern.

Behandlung von Leberkrebs: palliative Therapie

Falls eine Leberkrebs-Erkrankung aufgrund ihres fortgeschrittenen Stadiums nicht mehr heilbar ist, wird durch eine palliative Therapie versucht, die Lebensqualität des Patienten möglichst hoch zu halten. Sie kommt vor allem bei Patienten mit Leberkrebs im Endstadium zum Einsatz. Die Palliativtherapie konzentriert sich besonders darauf, Schmerzen zu lindern und andere durch den Tumor entstehende Beschwerden zu beseitigen.

Leberkrebs: Nachsorge ist wichtig

Nach einer überstandenen Leberkrebs-Erkrankung ist die Nachsorge von zentraler Bedeutung. In den Nachsorge-Untersuchungen stehen Ärzte den Patienten bei körperlichen oder seelischen Problemen unterstützend zur Seite. Zudem kontrollieren sie, ob durch die Therapie Begleiterkrankungen aufgetreten sind. Ist dies der Fall, müssen die Erkrankungen entsprechend behandelt werden.

Wichtigstes Ziel der Nachsorge ist es jedoch, das mögliche Wiederauftreten eines Leberkrebses frühzeitig zu erkennen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. In der Regel sollte eine solche Nachsorge-Untersuchung alle sechs Monate durchgeführt werden.

Aktualisiert: 15.03.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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