Magenkrebs

Magenkrebs: menschlicher Magen (Illustration) © istockphoto, leonello

Mit knapp 19.000 neuen Betroffenen pro Jahr liegt der Magenkrebs bei Männern an fünfter, bei Frauen an siebter Stelle der Krebserkrankungen in Deutschland. Zwar sind Häufigkeit und Sterblichkeitsrate in die letzten Jahrzehnten insgesamt rückläufig. Doch die Prognose könnte nach wie vor verbessert werden, wenn der Krebs früher erkannt würde. Bösartige Tumoren des Magens treten fast nur als Magenkrebs auf, der vom Drüsengewebe oder der Schleimhaut ausgeht. Betroffen sind vor allem Menschen über 70 und mehr Männer als Frauen.

Ursachen für Magenkrebs: Wie entsteht Magenkrebs?

Mittlerweile sind etliche Faktoren bekannt, die nachweislich das Risiko für Magenkrebs erhöhen oder bei denen ein Zusammenhang vermutet wird:

  • Eine besonders wichtige Rolle spielen die Ernährungsgewohnheiten, schädlich sind: Häufiger Verzehr scharfer und stark gesalzener sowie stark angebratener, geräucherter oder gepökelter Speisen: Die enthaltenen Nitrate werden im Magen durch Bakterien in Nitrite umgewandelt, aus denen krebserregende Nitrosamine entstehen. Übermäßiger Genuss von Nikotin (Tabakrauch enthält Nitrit) und alkoholischen Getränken (die länger dauernde Magenentzündungen und Geschwüre und damit eine bösartige Entartung begünstigen); insbesondere wenn gleichzeitig zu wenig Vitamin C zugeführt wird.
  • Eine Besiedlung des Magens mit dem Bakterium Helicobacter pylori (er wandelt Nitrate in Nitrite um), insbesondere wenn die Ernährung stark fleischhaltig ist: Fleisch enthält Eisen, dass für den Keim lebensnotwendig ist. Eine aktuelle amerikanische Studie zeigt, dass bei Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori die Menge eines ganz bestimmten Entzündungseiweißes (Interleukin-1-Beta) ansteigt, was wiederum das Risiko erhöht, dass sich normale Magenzellen in Krebszellen umwandeln. Wie viel Interleukin gebildet wird, ist wohl genetisch bedingt – was erklären würde, warum die Keime nicht bei allen Menschen zu Krebs führen.
  • Daneben gibt es einige seltene, spezielle Magenerkrankungen, die ebenfalls das Risiko erhöhen: z.B. bestimmte Magenpolypen, das Ménétrier-Syndrom (Riesenfaltenmagen) oder die Autoimmungastritis – eine Form der Magenentzündung, bei der zu wenig Magensäure gebildet wird, was wiederum die Keimbesiedlung fördert.
  • Vermutlich spielen auch genetische Faktoren eine Rolle – in bestimmten Regionen und bei nahen Verwandten kommt Magenkrebs gehäuft vor (wobei es nicht so leicht ist, den erblichen Einfluss von dem der Ernährungsgewohnheiten abzugrenzen).

Aktualisiert: 24.05.2012 – Autor: Dagmar Reiche

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