Magenkrebs

Magenkrebs: menschlicher Magen (Illustration) © istockphoto, leonello

Mit ungefähr 15.000 neuen Betroffenen pro Jahr liegt der Magenkrebs bei Männern an siebter, bei Frauen an neunter Stelle der Krebserkrankungen in Deutschland. Betroffen sind vor allem Menschen über 70 und mehr Männer als Frauen. Zwar sind Häufigkeit und Sterblichkeitsrate in die letzten Jahrzehnten insgesamt rückläufig. Doch die Prognose könnte nach wie vor verbessert werden, wenn der Krebs früher erkannt würde.

Ursachen für Magenkrebs: Wie entsteht Magenkrebs?

Bösartige Tumoren des Magens (Magenkarzinom) entstehen meist in der Magenschleimhaut. Zu 95 Prozent gehen sie vom Drüsengewebe aus. Trotz der rückläufigen Erkrankungszahlen zählt Magenkrebs nach wie vor zu den häufigsten tumorbedingten Todesursachen. Das ist vor allem deshalb so, weil Magenkrebs sehr oft zu spät erkannt wird und die Heilungschancen entsprechend gering sind.

Mittlerweile sind etliche Faktoren bekannt, die nachweislich das Risiko für Magenkrebs erhöhen oder bei denen ein Zusammenhang vermutet wird. Dazu gehören unter anderem:

Ernährungsgewohnheiten als Ursache

Eine besonders wichtige Rolle spielen bestimmte Ernährungsgewohnheiten, die schädlich sind: Häufiger Verzehr scharfer und stark gesalzener sowie stark angebratener, geräucherter oder gepökelter Speisen. Die enthaltenen Nitrate werden im Magen durch Bakterien in Nitrite umgewandelt, aus denen krebserregende Nitrosamine entstehen.

Auch der übermäßige Genuss von Nikotin (Tabakrauch enthält Nitrit) und Alkohol begünstigen Magenentzündungen und Geschwüre und damit eine bösartige Entartung. Das trifft insbesondere dann zu, wenn gleichzeitig zu wenig Vitamin C zugeführt wird

Ursache: Infektionen

Ein weiterer Risikofaktor sind Entzündungen der Magenschleimhaut, die durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht werden. Das gilt vor allem dann, wenn die Ernährung stark fleischhaltig ist: Fleisch enthält Eisen, dass für den Keim lebensnotwendig ist.

Eine amerikanische Studie zeigt, dass bei Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori die Menge eines bestimmten Entzündungseiweißes (Interleukin-1-Beta) ansteigt, was wiederum das Risiko erhöht, dass sich normale Magenzellen in Krebszellen umwandeln. Wie viel Interleukin gebildet wird, ist wohl genetisch bedingt – was erklären würde, warum die Keime nicht bei allen Menschen zu Krebs führen.

Erkrankungen des Magens als Ursache

Daneben gibt es einige seltene, spezielle Magenerkrankungen, die ebenfalls das Risiko erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Magenpolypen, das Ménétrier-Syndrom (Riesenfaltenmagen) oder die Autoimmungastritis – eine Form der Magenentzündung, bei der zu wenig Magensäure gebildet wird, was wiederum die Keimbesiedlung fördert.

Genetische Faktoren als Auslöser von Magenkrebs

Vermutlich spielen bei der Entstehung von Magenkrebs auch genetische Faktoren eine Rolle – in bestimmten Regionen und bei nahen Verwandten kommt Magenkrebs gehäuft vor. Die Wissenschaft schätzt das persönliche Magenkrebsrisiko circa 3,7 Mal höher ein, wenn ein Familienmitglied ersten Grades (Eltern, Kinder, Geschwister) bereits an einem Magenkarzinom leiden.

Aktualisiert: 24.04.2019 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?