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Blasenkrebs: Behandlung

Hat sich in der Blase ein Tumor gebildet, gibt es - je nach Stadium der Krebserkrankung - zwei verschiedene Behandlungsziele: Das vorrangige Ziel ist es zunächst, den Blasentumor und mögliche Tochtergeschwülste zu entfernen oder zu zerstören. Dieses Vorgehen wird als kurative Therapie bezeichnet. Ist eine vollständige Heilung jedoch nicht möglich, wird versucht, das Weiterwachsen und Streuen des Tumors möglichst lange zu verhindern.

Operative Entfernung des Blasentumors

Wird der Blasentumor in einem frühen Stadium entdeckt und ist dieser noch relativ klein, kann er zumeist durch die Harnröhre entfernt werden (endoskopische Behandlung). Ist eine solche endoskopische Behandlung nicht möglich oder ausreichend, wird eine offene Operation durchgeführt. Dabei werden die Blase, benachbarte Lymphknoten sowie befallene Nachbarorgane entfernt. Muss die Blase entfernt werden, wird Ihr Arzt Sie über alternative Möglichkeiten der Urinspeicherung und Urinableitung informieren.

Eine Alternative zur offenen Operation stellt bei Blasenkrebs die Strahlentherapie dar. Dabei werden die Tumorzellen durch ionisierende Strahlen abgetötet. Da Blasentumore sehr empfindlich auf Strahlen reagieren, kann Blasenkrebs durch eine Strahlentherapie oft vollständig geheilt werden. Im Vergleich zur offenen Operation liegt der Vorteil der Strahlentherapie darin, dass die Blase bei etwa 75 Prozent der Patienten erhalten werden kann.

Chemotherapie als Behandlunsgmethode

Falls durch eine Operation nicht alle Krebszellen entfernt werden können, da diese sich beispielsweise über die Blutbahn bereits im Körper verteilt haben, wird zusätzlich zur Operation noch eine Chemotherapie durchgeführt werden. Durch eine Chemotherapie können gezielt Zellen zerstört werden, die sich - wie es bei Krebszellen der Fall ist - schnell teilen. Allerdings werden bei einer Chemotherapie auch gesunde Zellen, die sich häufig teilen, zerstört. Dies kann zu typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie, wie zum Beispiel Haarausfall, führen.

Bei Blasenkrebs besteht die Möglichkeit, eine Chemotherapie auch lokal in der Blase anzuwenden. Diese Form der Behandlung wird zumeist dann gewählt, wenn der Blasentumor bereits durch die Harnröhre entfernt worden ist. Um einer erneuten Bildung von bösartigem Gewebe vorzubeugen, werden dann einmalig Medikamente in die Blase eingespült. Dort verbleiben sie für etwa zwei Stunden. Ebenso können nach der Entfernung des Tumors in regelmäßigen Abständen Medikamente, die das Immunsystem anregen, in die Blase eingespült werden. Auch sie sollen das erneute Entstehen eines Blasentumors verhindern.

Ist der Blasenkrebs bereits so weit fortgeschritten, dass keine Heilungschancen mehr bestehen, kann durch eine palliativmedizinische Behandlung die Lebensqualität des Patienten möglichst lange hoch gehalten werden. Ziel der palliativmedizinischen Behandlung ist es in erster Linie, die Schmerzen des Patienten zu lindern. Darüber hinaus bietet diese Therapieform aber auch seelische Unterstützung für den Patienten und seine Angehörigen.

Blasenkrebs: Gute Heilungschancen im Frühstadium

Sollten Sie bei sich Symptome beobachten, die auf einen Blasenkrebs hindeuten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufzusuchen. Denn wenn Blasenkrebs bereits im Frühstadium diagnostiziert wird, sind die Heilungschancen meist gut. Aufgrund der uncharakteristischen Symptome wird Blasenkrebs allerdings eher selten im Frühstadium erkannt. Doch auch, wenn der Krebs erst in einem späteren Stadium entdeckt wird, sind die Heilungschancen bei Blasenkrebs im Durchschnitt höher als bei anderen Krebserkrankungen.

Wurde der Blasentumor erfolgreich behandelt, ist es wichtig, dass sich die Betroffenen nach dem Abschluss der Behandlung regelmäßig nachuntersuchen lassen. Denn durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen kann bei einem Rückfall frühzeitig reagiert und Begleit- oder Folgeerkrankungen rechtzeitig behandelt werden. Zu Beginn finden die Kontrolluntersuchungen alle drei Monate, später alle sechs und schließlich alle zwölf Monate statt.

Aktualisiert: 05.03.2012 – Autor: Kathrin Mehner

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