Chronische Bronchitis: Ursachen und Symptome

Frau leidet an chronischer Bronchitis © istockphoto, kzenon

Chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung der Atemwege, die vor allem Raucher und ehemalige Raucher betrifft. In Deutschland sind an die 20 Prozent aller erwachsenen Männer von einer chronischen Bronchitis betroffen, die vor allem im fortgeschrittenen Stadium die Lebensqualität stark einschränken kann.

Wann ist eine Bronchitis chronisch?

Die chronische Bronchitis zeigt die gleichen Symptome wie die akute Bronchitis. Doch spricht man laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erst von einer chronischen Bronchitis, wenn über den Zeitraum von zwei Jahren (bei Kindern ein Jahr) mindestens drei Monate Husten oder andere Bronchitiszeichen auftreten. Raucher sind von dieser Erkrankung deutlich stärker betroffen als Nichtraucher. Männer erkranken zwei- bis dreimal häufiger als Frauen. Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter und erreicht ihren Höhepunkt im 7. Lebensjahrzehnt.

Die chronische Bronchitis wird in drei Schweregrade eingeteilt:

  • Einfache chronische Bronchitis: Schleimig weißer Auswurf ohne bronchiale Obstruktion (so genannter Raucherhusten).
  • Chronisch obstruktive Bronchitis: Auswurf bei Obstruktion durch zähes Sputum (Dyskrinie) und Schleimhautschwellung.
  • Obstruktives Emphysem: Wie chronisch obstruktive Bronchitis, aber zusätzlich mit vergrößertem Residualvolumen und verminderter Gasaustauschfläche.

Ursachen einer chronischen Bronchitis

Wiederholtes Auftreten einer akuten Bronchitis kann zu einer chronischen Bronchitis führen. Aber auch nach anderen Erkrankungen, beispielsweise Keuchhusten, sowie durch chronische Schädigungen (Tabakrauch, staubige Luft in Steinbrüchen, Schleifereien, Spinnereien, Webereien, Bäckereien, Mühlen u.a.) kann sich im Laufe der Zeit eine chronische Bronchitis einstellen.

Auch bei Stauungszuständen im Lungenkreislauf, chronischen Herz- und Nierenkrankheiten, bei Rundrücken und bei Rippenfellverwachsungen entwickelt sich vermehrt eine chronische Bronchitis. Bei älteren Menschen kommt es nicht selten zu einer Lungenblähung, die ihrerseits häufige Ursache einer chronischen Bronchitis ist.

Symptome einer chronischen Bronchitis

Typischerweise hat der Betroffene zunächst jahrelang kaum Beschwerden. Der vorwiegend am Morgen in Erscheinung tretende Husten mit schleimig-weißem Auswurf wird von den meisten nicht ernst genommen. Die übermäßige Schleimproduktion verlegt die kleinen Atemwege (Bronchioli), erschwert die Ausatmung und provoziert Husten. Durch den andauernden starken Husten können die Lungenbläschen überdehnt werden.

Der ständige Reiz und die dauernde Entzündung der Atemwege fördert im Laufe der Jahre den Umbau des Lungengewebes. Dieser Prozess fördert die Überblähung der Lungenbläschen und ermöglicht das Entstehen einer Blählunge. Das krankhaft veränderte Lungengewebe kann den normalen Gasaustausch nicht ausreichend gewährleisten. Die Betroffenen klagen deshalb über Atemnot, die zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe auftritt.

Außerdem neigen Menschen mit chronischer Bronchitis wesentlich häufiger zu bakteriellen Infekten, die mit hohem Fieber, einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens und eitrigem Auswurf einhergehen. Diese bakterielle Infektion des vorgeschädigten Gewebes wird als Infektexazerbation bezeichnet.

Chronische Bronchitis im Endstadium

Die chronische Bronchitis entsteht als Folge dieser Überblähung und der Einengung der Atemwege durch den Schleim. Nach jahrelanger Beschwerdefreiheit bekommt der Kranke langsam anfallsartige Luftnot bei Belastung. Immer häufiger treten akute infektbedingte Verschlimmerungen der chronischen Bronchitis durch bakterielle Besiedelung des vorgeschädigten Gewebes auf.

Im Endstadium der Erkrankung kommen Sauerstoffmangel, Kohlendioxidanreicherung, Rechtsherzbelastung und später Rechtsherzschwäche (Cor pulmonale) hinzu. Eine herdförmige Lungenentzündung entsteht bei Übergreifen der Bronchialentzündung auf die Lungenumgebung. In den erweiterten Lungenbläschen kann es zu Lungenabszessen und Lungengangrän kommen.

Aktualisiert: 22.06.2016 – Autor: Nathalie Blanck

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