COPD – Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Mann mit COPD © istockphoto, stevanovicigor

Die COPD ist ein Oberbegriff für die chronische Bronchitis und das Lungenemphysem – dauerhafte, fortschreitende Erkrankungen der Atemwege (engl.: chronic obstructive pulmonary disease), die dadurch charakterisiert sind, dass das Ausatmen durch eine Verengung der Bronchien behindert wird. Im Verlauf kommt dann eine Zerstörung des Lungengewebes hinzu. Dadurch wird der Gasaustausch zunehmend beeinträchtigt und in den Organismus gelangt nicht mehr ausreichend Sauerstoff.

Ursachen der COPD

Die COPD ist in rund 9 von 10 Fällen Folge des Zigarettenrauchens – daher auch der umgangssprachliche Begriff Raucherlunge. Andere Ursachen wie zum Beispiel Infektionen oder Luftverschmutzung sowie berufsbedingte Risikofaktoren (Staub, Chemikalien) können eine COPD begünstigen. Schwere und Verlauf der Erkrankung sind auch von genetischen Faktoren abhängig.

In seltenen Fällen liegt eine angeborene Krankheit zugrunde: Der AAT-Mangel. Dabei fehlt ein wichtiges Enzym, das Alpha-1-Antitrypsin (auch: Alpha-1-Proteinaseninhibitor), das die empfindlichen Lungenbläschen vor schädlichen Substanzen schützt. Fehlt dieser Stoff oder funktioniert er nur unzureichend, werden die Lungenbläschen und Atemwege ständig durch inhalierte Stoffe angegriffen und nach und nach zerstört. Bei den Betroffenen zeigen sich die Beschwerden allerdings meist schon in jüngeren Jahren (25 bis 30 Jahre).

Symptome der COPD

Hauptkennzeichen der Erkrankung sind chronischer Husten vor allem am Morgen, Auswurf und zunehmende Atemnot, vor allem bei Belastung – im fortgeschrittenen Stadium werden selbst kurze Wege unmöglich. Im Verlauf der Erkrankung verengen sich die Atemwege zunehmend und die wird Atmung behindert. Vor allem beim Ausatmen ist der Luftstrom eingeschränkt.

Im Laufe der Jahre entwickelt sich neben der Atemnot ein Gefühl der "Überblähung" der Lunge. Der Betroffene hat dann das bedrückende Gefühl, ständig auf den letzten Reserven seiner Lungen zu atmen.

COPD oder Asthma?

Anders als Asthma kommt die COPD auf leisen Sohlen – die Krankheit entwickelt sich über Jahre beziehungsweise Jahrzehnte. Typisches Zeichen für Asthma ist dagegen eine plötzlich einsetzende Atemnot. Asthma und COPD sind zwar beide mit einer Verengung der Atemwege verbunden, dennoch zwei unterschiedliche Krankheitsbilder, die auch unterschiedlich therapiert werden.

Diagnostik der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung

Jeder Husten, der länger als acht Wochen andauert, kann auf eine COPD hindeuten, insbesondere dann, wenn der Betroffene raucht: Risikogruppen sind langjährige Raucher über 40 Jahre, die unter Atemnot bei Belastung, Husten und Auswurf (AHA-Symptome) leiden.

Die Verdachtsdiagnose COPD wird der Arzt meist bereits aus den geschilderten Symptomen und der Krankengeschichte stellen, abgesichert wird sie vor allem mit der so genannten Spirometrie. Mit dieser Untersuchung lässt sich die Funktion der Lunge beurteilen, indem dasjenige Atemvolumen gemessen wird, das nach einer maximal tiefen Einatmung in einer Sekunde bei stärkster Anstrengung ausgeatmet werden kann.

Auch wenn die Therapie nicht die Ursache beseitigen kann, ist eine frühzeitige Diagnose und damit eine rechtzeitige Behandlung der COPD wichtig, damit die Erkrankung nicht weiter fortschreitet. Für eine frühe Behandlung spricht auch die Tatsache, dass eine COPD teilweise zu erheblichen physischen und sozialen Einschränkungen für die Betroffenen führt und nicht selten zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Auch das Risiko für kardiale Erkrankungen ist stark erhöht.

Behandlung der COPD

Eine ursächliche Therapie der COPD gibt es bis heute nicht. Das bedeutet: Die Krankheit lässt sich nicht heilen, allerdings kann man den Verlauf verlangsamen und akute Verschlechterungen positiv beeinflussen. Das Ziel jeder Behandlung sind eine bessere Lungenfunktion, weniger Atemnot und vermehrte Belastungsfähigkeit. 

Die Therapie bei COPD setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Die wichtigste Maßnahme, um den schleichenden Verfall der Lungenfunktion zu stoppen, ist der Rauchstopp.
  • Körperliche Bewegung beziehungsweise rehabilitatives Training stellen ebenfalls Basismaßnahmen dar.
  • Wesentlich ist weiterhin, dass die Betroffenen unter Anleitung lernen, wie sie ihre Atmung im täglichen Leben positiv beeinflussen können. Dazu gehören atemerleichternde Techniken (Lippenbremse, bestimmte Körperhaltungen, Hustentechniken) in Ruhe, aber auch unter den Belastungen.
  • Zur medikamentösen Therapie werden vor allem Bronchodilatatoren (erweitern die Atemwege) und Kortisonpräparate (gegen Entzündung) zum Inhalieren eingesetzt.

Oft fällt Betroffenen die Umstellung schwer

Viele Betroffene haben Mühe, diese Maßnahmen umzusetzen. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Die Beschwerden muten oft "banal" an. Die typischen Symptome Husten und Auswurf werden von Patienten gerne verharmlost.
  • Eine Atemwegsobstruktion entsteht nicht von heute auf morgen, sondern über einen langen Zeitraum. Ein Asthmapatient stellt nach einem Anfall seinen Lebensstil sehr schnell um, dagegen passen sich COPD-Patienten den Beschwerden an, ohne das kausale Übel, das Rauchen, aufzugeben.
  • Wegen der Atemnot werden so genannte Vermeidungsstrategien entwickelt. Obwohl körperliche Bewegung wichtig wäre, schränken die Betroffenen ihren Spielraum immer mehr ein und der Alltag spielt sich dann vorwiegend im Sitzen ab.
  • COPD-Patienten haben oft schon viele Versuche hinter sich, das Rauchen aufzugeben und sind teilweise entmutigt. Daher fehlen die Einsicht und ein echtes Bemühen, den Lebensstil zu ändern und das Rauchen aufzugeben.

COPD: Informationen zur Selbsthilfe

Die Betroffenen brauchen deshalb Informationen, um die Therapiemaßnahmen selbst erfolgreich umzusetzen:

  • Wissen um die Erkrankung sowie Auswirkungen von Luft- beziehungsweise Umweltverschmutzung
  • Selbstkontrolle zum Beispiel Peak-Flowmetrie, Führen eines COPD- Tagebuches (erhältlich bei der Deutschen Atemwegsliga)
  • Informationen im Umgang mit gefährdenden Situationen (zum Beispiel Aufenthalte in großer Höhe, auf Flugreisen, bestimmte Sportarten)
  • Sport- und Trainingstherapie, denn geeignetes körperliches Training führt zur Zunahme der Leistungsfähigkeit
  • eine strukturierte Patientenschulung zur Verbesserung der Selbstmanagementfähigkeit

Aktualisiert: 22.02.2018 – Autor: cb

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