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Emphysem - Wenn die Lunge überbläht ist

Mann mit Emphysem © istockphoto, stevanovicigor

Etwa 300 Millionen winzige Luftbläschen sorgen mit ihren dünnen, elastischen Häutchen für den Gasaustausch: die Aufnahme von Sauerstoff aus der Atemluft und die Abgabe von Kohlensäure aus dem Körper. Ohne diese Alveolen würden wir wie ein Fisch an Land nach Luft schnappen. Bei chronischen Lungenerkrankungen kann es zur Erweiterung dieser Luftkammern und dadurch Schädigung der feinen Membranen kommen. Folge ist eine zunehmende, unumkehrbare Atemnot.

Wie entsteht diese Krankheit?

In Deutschland leiden derzeit schätzungsweise 400.000 Menschen an einem Lungenemphysem - mit steigender Tendenz. Meist sind die Betroffenen älter als 50 Jahre.

  • In fast allen Fällen gehen der Lungenüberblähung jahrelanges Rauchen und/oder eine chronische Bronchitis voraus. Durch die fortwährende Irritation der Schleimhaut in den Atemwegen kommt es zur Entzündungsreaktion. Dadurch wird zäher Schleim gebildet und das Gewebe verändert sich. Folge ist eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), bei der die Bronchien kollabieren. Die Luft kann nicht richtig ausgeatmet werden und bleibt in den Lufträumen gefangen. Greifen die Entzündungsprozesse auch auf die Wände zwischen den Lungenbläschen (Alveolarsepten) über, reißen diese. Damit werden aus mehreren kleinen wenige großen Blasen - ein Lungenemphysem. Es steht immer weniger Raum für den Gasaustausch zur Verfügung, sodass der Betroffene für die gleiche Menge Sauerstoff mehr Atemarbeit leisten muss bzw. den erhöhten Bedarf an Sauerstoff bei körperlicher Belastung nicht mehr decken kann.
  • Bei etwa 2% der Emphysempatienten liegt ein vererbter Enzymdefekt zugrunde, der Alpha-1-Antitrypsinmangel. Dieser Eiweißstoff befindet sich im Blut und schützt u.a. die Lungenbläschen vor aggressiven Stoffen. Bei den Erkrankten ist seine Konzentration stark erniedrigt. Dadurch kommt es zu Entzündungen und die oben beschriebenen Prozesse setzen ein.
  • Weitere Ursachen sind altersbedingter Elastizitätsverlust (Altersemphysem), narbige Veränderungen bei anderen Lungenerkrankungen (Narbenemphysem) und Überdehnungen der Lunge, z.B. wenn ein Teil entfernt worden ist und die übrige Lunge den verbleibenden Platz ausfüllt (Überdehnungsemphysem).

Aktualisiert: 28.12.2015 – Autor: Dagmar Reiche

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