Schluckauf schnell stoppen

Mann mit Schluckauf hält Hand vor den Mund © derneuemann

Für den Bruchteil einer Sekunde tut Ihr Körper so, als ob er einatmen würde. Das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskulatur ziehen sich zusammen, die Rippen weiten sich. Doch dann passiert es: Die eingesogene Atemluft prallt mit einem lauten Hicks auf die geschlossene Stimmritze. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Sie haben einen Schluckauf.

Ursachen von Schluckauf

Mögliche Auslöser für das unwiderstehliche Hicksen können sein:

  • sehr kalte oder heiße Speisen und Getränke
  • überreichliche Mahlzeiten
  • hastiges Essen, Trinken oder Rauchen
  • starke Nervosität oder Aufregung
  • selten Begleiterscheinungen verschiedener Krankheiten wie Entzündungsreaktionen in Magen oder Speiseröhre

Starke Temperaturschwankungen reizen den Magen und das Zwerchfell. Lassen Sie Eiscreme und eisgekühlte Getränke deshalb vor dem Verzehr etwas antauen. Gerichte aus der Mikrowelle, Suppen und heiße Getränke hingegen sollten Sie etwas abkühlen lassen. Wer in Eile isst oder trinkt, schluckt oft gleichzeitig sehr viel Luft. Ein übervoller Magen drückt auf das Zwerchfell.

Nehmen Sie anstelle von drei üppigen lieber fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten pro Tag ein. Trinken Sie ohne Hast und essen Sie langsam, indem Sie jeden Bissen sorgfältig kauen. Das schützt nicht nur vor Schluckauf, sondern dient auch dem kulinarischen Genuss.

Hausmittel gegen Schluckauf

Im Normalfall geht ein Schluckauf vorüber, sobald sich das Zwerchfell beruhigt hat. Um die Zeit zu verkürzen, greifen viele auf eines der unzähligen Hausmittel gegen Schluckauf zurück:

  • in eine Papiertüte atmen, um den Kohlendioxidgehalt im Blut zu erhöhen
  • auf dem Kopf stehend ein Glas Wasser trinken
  • Luft anhalten und in dem Moment schlucken, in dem Sie den Schluckauf kommen spüren (mehrmals wiederholen)
  • mit beiden Daumen die Ohren zuhalten, gleichzeitig mit den kleinen Fingern die Nasenflügel zusammendrücken und mit geschlossenen Lippen die Backen aufblasen
  • im Sitzen nach vorne beugen oder die Knie anziehen, das übt Druck auf den Brustkorb aus
  • Essig trinken oder Zucker essen
  • erschrecken!

Die Hausmittel basieren meist auf demselben Prinzip: Sie sollen einen Teil des vegetativen Nervensystems, den Parasympathikus, reizen. Die Nerven melden das dem Schluckaufzentrum im Gehirn und der Schluckauf hört auf. Bewiesen ist der Erfolg dieser Tricks nicht, einen Versuch sind sie dem Geplagten in der Regel wert.

Chronischer Schluckauf

Wenn der Schluckauf mehr als einen Tag anhält oder immer wiederkehrt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Nicht aufhören wollender Schluckauf kann auf schwer wiegende Erkrankungen hinweisen, die es zu behandeln gilt. Außerdem kann er zu einer Sauerstoffunterversorgung führen. Der chronische Schluckauf ist eine sehr seltene Krankheit und betrifft zu 99,9 Prozent Männer.

Herkunft und Sinn von Schluckauf

Lange rätselten Wissenschaftler über den biologischen Sinn des Schluckaufs. Forscher aus Paris vermuten nun, dass der Schluckauf ein Überbleibsel der Kiemenatmung ist. Lungenfische zum Beispiel, die gleichzeitig Lunge und Kiemen besitzen, spritzen Wasser über ihre Kiemen, indem sie ihre Mundhöhle zusammenpressen. Dabei schließen sie ihre Stimmritze, damit kein Wasser in die Lunge gelangen kann.

Offenbar blieb der Gehirnteil, der für die Bewegungen der Kiemenatmung zuständig ist, über Jahrmillionen hinweg erhalten und steuert auch beim Menschen die Stimmritze. Aber warum ist uns der scheinbar nutzlose Schluckauf bewahrt geblieben? Man nimmt an, dass er Babys beim Saugen hilft. Die Abfolge der Muskelbewegungen beim Schluckauf ähnelt derjenigen von Säuglingen beim Stillen. Dabei schließt sich die Stimmritze des Babys, damit keine Milch in die Lunge gelangt.

Aktualisiert: 23.10.2015 – Autor: gesundheit.de

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