Hämorrhoiden – Diagnose und Therapie

Zäpfchen zur Behandlung von Hämorrhoiden © iStock.com/AtlasStudio

Auch wenn es manch einem schwer fällt: Bei Verdacht auf Hämorrhoiden sollte man nicht zögern, möglichst bald einen Arzt aufzusuchen – in einem frühen Stadium lassen sich die Hämorrhoiden am besten behandeln. Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Hämorrhoiden ist neben dem Hausarzt der Proktologe.

Mit Hämorrhoiden zum Arzt

In einem Gespräch wird der Arzt zunächst die Beschwerden feststellen und dabei auch gezielte Fragen über die Ernährungsgewohnheiten oder den Toilettengang stellen.

Dann wird der Arzt den Afterbereich anschauen und abtasten. Da die Hämorrhoiden häufig tief im After liegen und nicht immer ertastbar sind, wird er anschließend eine Afterkanalspiegelung (Proktoskopie) oder eine Mastdarmspiegelung (Rektoskopie) durchführen. Dabei werden der Afterkanal und dessen Schleimhaut beziehungsweise der Mastdarm mit einem kleinen Rohr (Endoskop) untersucht.

Damit lassen sich verschiedene andere Ursachen, so auch ernste Erkrankungen wie etwa ein Karzinom, ausschließen. Diese Untersuchung mag persönlich als unangenehm empfunden werden, ist aber für den Arzt alltägliche Routine. In der Regel ist sie nicht schmerzhaft.

Behandlung von Hämorrhoiden

Um starkes Pressen beim Toilettengang zu vermeiden, sollten Sie den Stuhl weich halten und für regelmäßigen Stuhlgang sorgen. Sie sollten die Toilette jedoch erst aufsuchen, wenn Sie wirklich müssen und starkes Pressen vermeiden.

Auch die richtige Ernährung ist bei Hämorrhoiden wichtig: Eine Erhöhung des Ballaststoffanteils und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen, die Verdauung wieder auf Trab zu bringen. Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil sind beispielsweise frisches Obst, Getreide, Hülsenfrüchte oder Gemüse.

Unterstützt werden kann dieser Prozess durch Bewegung und sportliche Betätigung. Übergewichtige Personen sollten versuchen, ihr Normalgewicht zu erreichen. Daneben ist auch eine sorgfältige Hygiene in der Analregion wichtig. Schließlich ist Beckenbodengymnastik zur Förderung des Blutflusses hilfreich.

Daneben kommen in Abhängigkeit vom Stadium folgende Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz:

  • Lokal eingebrachte Zäpfchen, Salben oder Cremes helfen gegen die Beschwerden bei kleineren Hämorrhoiden (Grad I)
  • Sklerosierung: Kleine und mittelgroße Hämorrhoiden (Grad I – II) können verödet werden. Hierzu wird eine Flüssigkeit gespritzt, durch die das Gewebe schrumpft.
  • Eine Alternative dazu ist die Ligatur, bei der die mittelgroßen Hämorrhoiden (Grad II – III) mit einem Gummiring abgebunden werden. Dabei wird die Blutzufuhr unterbrochen und das Gewebe stirbt ab oder bildet sich zurück.
  • Operation: Hämorrhoiden von Grad III und Grad IV müssen chirurgisch abgetragen werden, zum Beispiel durch der OP nach Longo, der dopplergesteuerte Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL), der Stapler-Methode oder der Rekto-Anale-Pexie (RAR).

Alle anderen ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten werden entweder wegen Komplikationen oder schlechter Wirksamkeit nicht mehr eingesetzt (zum Beispiel Kältebehandlung, Infrarotkoagulation) oder wegen nicht ausreichender Studien (noch) nicht empfohlen (zum Beispiel Elektrotherapie).

Hausmittel bei Hämorrhoiden

Wenn Sie an Hämorrhoiden leiden, ist ein Besuch beim Arzt in der Regel unumgänglich. Neben ausreichend Bewegung und der richtigen Ernährung können Hausmittel jedoch helfen, die Beschwerden, die die Hämorrhoiden verursachen, bis dahin zu lindern. Dazu gehören beispielsweise Ringelblumensalbe oder Sitzbäder mit Kamillen- oder Eichenrindentee. Weitere Tipps und Hausmittel gegen Hämorrhoiden finden Sie hier.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
K64.-

Aktualisiert: 01.10.2020 - Autor: Dagmar Reiche, überarbeitet: Jasmin Rauch

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