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Chronische Verstopfung

Behandlung von chronischen Verstopfungen

25 Prozent der westlichen Bevölkerung leiden unter chronischer Verstopfung. Diese Volkskrankheit führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität und erzeugt bei den Betroffenen einen hohen Leidensdruck.
Die gängigen Empfehlungen, das heißt mehr Ballaststoffe, mehr Bewegung und viel Trinken, führen insbesondere bei Menschen mit chronischer Verstopfung nicht immer zum Erfolg. Experten raten dann zum Einsatz von Abführmitteln. Diese sollten aber keine Nebenwirkungen haben und nicht abhängig machen.

Ernährungsumstellung und Sport

Die Empfehlungen bei Verstopfung lauten immer gleich: mehr Ballaststoffe, mehr körperliche Bewegung und viel Trinken. In allen Fällen reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um das Problem zu lösen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die Beschwerden bei weniger als der Hälfte der Patienten verbessern, wenn sie mehr Ballaststoffe zu sich nehmen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Tipp, sich mehr zu bewegen: Die Studienlage hierzu ist nicht eindeutig. Bei bettlägerigen Personen verbessern sich die Beschwerden der Verstopfung, wenn sie ihre normalen Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen. Noch unbewiesen ist allerdings, ob zusätzliche sportliche Aktivitäten einer Obstipation entgegenwirken können.

Kein Ratgeber für Patienten verzichtet auf den Hinweis, dass eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme die Verstopfung lindern kann. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Daten, die nachweisen, dass eine Steigerung der täglichen Trinkmenge um ein bis zwei Liter sich günstig auf die Obstipation auswirkt.

Abführmittel

Dennoch sollte man die Empfehlungen zur Ernährungs- und Bewegungsumstellung zunächst befolgen. Erst wenn diese Maßnahmen mittelfristig nicht helfen, empfiehlt sich der Griff zu Abführmitteln. Dabei sollte man darauf achten, dass das gewählte Mittel wirksam und gut verträglich ist. Vor allem sollte eine Langzeitanwendung ohne Gewöhnung möglich sein. Ferner dürfen keine Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sowie keine Blähungen und Krämpfe auftreten. Insbesondere sollten dem Körper weder Wasser noch Mineralstoffe entzogen werden, denn dies kann der Gesundheit auf Dauer erheblich schaden und eine Verstopfung noch verstärken.

Diese Vielzahl von Bedingungen erfüllen Abführmittel in der Regel nur eingeschränkt. Eine gut verträgliche Wirkstoffgruppe scheinen Makrogole in Kombination mit Mineralstoffen darzustellen. Diese Präparate beeinflussen den Wasser- und Elektrolythaushalt nicht und werden deshalb häufig als Abführmittel der Wahl empfohlen. Makrogole werden meist pulverisiert zusammen mit Wasser aufgenommen, erweichen und verdünnen den Stuhl im Dickdarm und bewirken so, dass er leichter ausgeschieden werden kann.

Besprechen Sie eine längerfristige Einnahme eines Abführmittels jedoch immer mit Ihrem Arzt, damit dieser Sie über eventuelle Wechsel- oder Nebenwirkungen und Gefahren aufklären kann.

Aktualisiert: 24.08.2018 – Autor: Nathalie Blanck

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