Kurze Geschichte der Zahnmedizin

Zahnmediziner © istockphoto, LuckyBusiness

Bereits in frühester Zeit gab es Versuche, ausgefallene oder gezogene Zähne zu ersetzen. Materialien für den Zahnersatz waren beispielsweise Elfenbein, Holz oder Zähne von Tieren oder Verstorbenen, die mit Drähten an den gesunden Zähnen befestigt wurden. Sie konnten allerdings nicht die Kaufunktion ersetzen. Davon abgesehen, lösten diese künstlichen Zähne, die bereits zu Zeiten der Etrusker bekannt waren, oft schmerzhafte Entzündungen aus.
Im pakistanischen Balutschistan fanden Archäologen Schädel von Menschen aus dem Neolithikum vor 7500 bis 9000 Jahren, deren Zähne eindeutige Spuren von Bohrungen aufwiesen. Dies ist somit der älteste Hinweis auf zahnmedizinische Behandlungen.

Zahnpflege in der Antike

Auch in der Antike wurde Zahnpflege betrieben. Dies ist inzwischen durch zahlreiche Hinweise belegt. Meist wurde diese mit Hilfe der Finger, Pflanzenextrakten und Kauhölzern durchgeführt.

Wer allerdings in frühesten Zeiten Karies hatte, der hatte es nicht leicht. Es gab nur die folgenden zwei Möglichkeiten: Entweder er hielt es standhaft aus und damit auch die quälenden Schmerzen oder er trat den Gang zum sogenannten Zahnbrecher an, um den schmerzenden Zahn nicht gerade sanft zu entfernen.

Bimsstein im alten Rom

Von Land zu Land unterschied sich die Mundhygiene. So brachten Römer ihre Zähne mit pulverisiertem Bimsstein und Marmorstaub zum Glänzen, die Griechen reinigten ihre Zähne mit einem rauen Leintuch und in Mesopotamien mischte man Minze, Alraun und Baumrinde zu einem Zahnputzmittel.

Zahnbehandlungen im Mittelalter

Im 9. Jahrhundert gab es in der arabischen Medizin bereits erste Schritte von Zahnbehandlungen, wie bspw. die Kauterisation des Zahnnervs mit heißem Öl oder glühenden Nadeln.

Im Mittelalter in Europa wurden hierfür heiße Eisenhäkchen verwendet. Dadurch wurde der Nerv des gezogenen Zahns abgetötet - dies führte immerhin zur Beendigung des Zahnschmerzes, auch wenn das Loch weiterhin vorhanden war.

Als Verursacher für die schwarzen Löcher in den Zähnen wurde lange ein Zahnwurm angenommen. Dieser und die Schmerzen sollten durch die Inhalation von verbrannten Bilsenkrautsamen, die halluzinogen und betäubend wirken, vertrieben werden.

Aktualisiert: 31.08.2016 – Autor: proDente

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