Angst vor Zahnbehandlungen

Mann hat Angst vor Zahnbehandlungen
© istockphoto, PIKSEL

Beklemmungen vor Zahnbehandlungen – fast jeder Mensch kennt sie. Doch während die meisten mit ein bisschen Magenkribbeln gut leben können, bekommen echte Angstpatienten schon bei der Vorstellung einer Zahnarztpraxis Schweißausbrüche. Viele vermeiden sogar bei starken Zahnschmerzen den Besuch beim Zahnarzt – ihre größte Furcht: Schmerzen bei der Behandlung. Zu unrecht: Heute gibt es ein Vielzahl sanfter Möglichkeiten der Betäubung, die – richtig eingesetzt – optimal auf den Patienten abgestimmt sind.

Keine Schmerzen beim Zahnarzt

Die heutigen Betäubungsmittel sind sehr sicher und frei von Nebenwirkungen. Je nachdem, ob es sich um einen chirurgischen Eingriff handelt oder um rein erhaltende Maßnahmen wie Füllungen, kommen drei unterschiedliche Arten der örtlichen Betäubung zum Einsatz:

  • die Oberflächenanästhesie, bei der nur die Schleimhaut betäubt wird,
  • die Infiltrationsanästhesie, die eine bestimmte Stelle im Mund unempfindlich macht und
  • die Leitungsanästhesie, die einen ganzen Nervenbereich betäubt.

In manchen Fällen – wenn ein größerer Eingriff notwendig oder die Angst des Patienten übergroß ist – kann der Zahnarzt die Behandlung auch unter Vollnarkose durchführen, ambulant oder in der Klinik.

Örtliche Betäubung – nicht mehr als nötig

Die lokale Oberflächenanästhesie dient der Vorbereitung einer Betäubungsspritze, um das Gewebe vorab unempfindlich zu machen. Der Zahnarzt gibt eine Flüssigkeit auf die Mundschleimhaut, wodurch sich diese taub anfühlt. Danach führt er die Injektion, am besten auf zwei Stiche verteilt, völlig schmerzfrei durch.

Bei der Infiltrationsanästhesie spritzt der Zahnarzt die betäubende Flüssigkeit unter die Haut im Oberkiefer. Dabei werden nicht nur die oberen Schmerzpunkte der Haut betäubt, sondern auch kleinere Nervenäste. Im Unterkiefer führt der Zahnarzt dagegen meist eine Leitungsanästhesie durch, bei der gleich eine ganze Hälfte im Unterkiefer betäubt wird.

Tiefschlaf in der Vollnarkose

Die Vollnarkose wird bei größeren Eingriffen wie Operationen und manchmal auch bei extremen Angstpatienten angewendet. Neue Narkosemittel, die für eine gute Verträglichkeit, eine schnelle Ausscheidung aus dem Organismus und geringe Nebenwirkungen sorgen, senken das Narkoserisiko. Auch bei zahnärztlichen Behandlungen kann die Narkosedauer problemlos mehrere Stunden betragen, sodass aufwändige Behandlungen in wenigen Sitzungen abgeschlossen werden können.

Das Schmerzempfinden verringern

Das Bewusstsein behalten und dennoch keinen Schmerz oder Angst spüren: So funktioniert die so genannte Analgosedierung. Dabei werden das Schmerzempfinden und die Angst durch das Eintropfen des Medikamentes in einen in den Arm eingebrachten Venenzugang verringert. Der Patient fühlt sich schläfrig und angstfrei, atmet aber selbst und kann auch auf die Anweisungen des Zahnarztes reagieren.

Zusätzlich ist eine örtliche Betäubung am Zahn nötig, weil dieses Verfahren nur das Empfinden beeinflusst, nicht aber den Schmerz selbst verhindert. Nach der Behandlung kann sich der Patient in der Regel an diese nicht mehr erinnern.

Aktualisiert: 11.05.2017
Autor*in: proDente / Überarbeitung: Dagmar Reiche

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