Zähneknirschen behandeln

Knirscheschiene gegen Zähneknirschen © istockphoto, Rasulovs

Zähneknirschen (Bruxismus) ist ein unbewusster Vorgang, der vor allem nachts während des Schlafens auftritt. Häufig stellt psychischer Stress die Ursache für das Zusammenpressen der Zähne dar. Erste Symptome können verspannte Kaumuskeln, Zahnschmerzen sowie abgeschliffene Kauflächen oder Risse im Zahnschmelz sein. Um (weitere) Schäden an den Zähnen zu verhindern, sollte bei häufigerem Zähneknirschen eine Aufbissschiene getragen werden. Um die verspannte Kaumuskulatur zu lockern, sind außerdem Entspannungsübungen, Massagen und Wärmebehandlungen empfehlenswert.

Ursachen von Zähneknirschen

Eigentlich brauchen wir unsere Zähne jeden Tag nur etwa eine Stunde lang: Nämlich dann, wenn wir etwas essen. Doch viele Menschen beißen viel häufiger auf den Zähnen herum. Vor allem im Schlaf ist Zähneknirschen oder Zähnepressen weit verbreitet. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer.

Die Ursache von nächtlichem Zähneknirschen ist meist psychischer Stress, der während der Nacht verarbeitet wird: Die innere Anspannung überträgt sich auf die Muskulatur und diese wird aktiv. Der Körper versucht durch das Zusammenpressen der Zähne, unbewusst Ärger und Frust abzubauen.

Neben Stress kommen auch Störungen im Kaubereich als Ursache in Frage. Darunter fallen beispielsweise zu hohe Füllungen oder schlecht sitzende Prothesen. Ebenso kann eine funktionelle Störung des Kiefergelenkes Zähneknirschen auslösen.

Zungendrücken (Zungenpressen)

Neben Zähneknirschen kann sich Stress auch durch Zungendrücken (Zungenpressen) äußern. Dabei wird die Zunge extrem gegen die Zähne im Oberkiefer oder die seitlichen Zähne im Unterkiefer gedrückt. Besonders häufig pressen Betroffene die Zunge jedoch gegen die unteren Frontzähne. Dadurch kann sich die Zahnstellung verändern und es können sich Zähne lockern.

Zähneknirschen im Schlaf

Zähneknirschen ist weit verbreitet, fast 90 Prozent der Deutschen haben schon einmal mit den Zähnen geknirscht. Da das Knirschen in erster Linie nachts auftritt, wissen nur etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen überhaupt, dass sie mit den Zähnen knirschen. Die anderen werden erst durch ihren Partner oder ihren Zahnarzt auf das Problem aufmerksam gemacht.

Das ständige Kauen hinterlässt schnell Spuren an den Zähnen, denn unsere Kaumuskeln sind echte Kraftpakete. Erste Symptome, die auf Zähneknirschen hinweisen, sind unter anderem:

  • verspannte Kaumuskeln
  • schräg abgeschliffene Kauflächen
  • Risse im Zahnschmelz
  • Zahnfleischbluten
  • ein Rückgang des Zahnfleisches
  • Zahnabdrücke am Zungenrand

Im schlimmsten Fall kann es zu Zahnlockerungen oder sogar zum Zahnverlust kommen. Langfristig können außerdem Entzündungen und irreparablen Schäden am Kiefergelenk auftreten. Durch die starke Aktivität der Kaumuskulatur gehören auch Verspannungen in Rücken und Nacken, Kopfschmerzen sowie Sehstörungen zu den möglichen Folgen.

Zähneknirschen bei Babys und Kindern

Zähneknirschen kann in jedem Alter auftreten, auch Babys können bereits betroffen sein. Bei Ihnen ist das Knirschen mit den Zähnen aber häufig normal, denn sie lernen ihre Zähne gerade erst kennen. In der Regel sollte das Knirschen jedoch verschwinden, sobald alle Milchzähne da sind.

Tritt Zähneknirschen bei Kindern oder Kleinkindern auf, kann genau wie bei Erwachsenen Stress eine mögliche Ursache darstellen. Häufig ist der Grund für das Knirschen aber auch nicht ersichtlich. Knirschen Kinder über Tag mit den Zähnen, sollten Sie die Kleinen darauf hinweisen, denn meist erfolgt das Knirschen unbewusst. Hält das Zähneknirschen dauerhaft an oder schmerzen die Zähne, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen.

Was tun gegen Zähneknirschen?

Zähneknirschen bleibt häufig über einen längeren Zeitraum unbemerkt, da es unbewusst im Schlaf auftritt. Erst wenn sich Zahnschmerzen oder Verspannungen der Kaumuskulatur bemerkbar machen, wird ein Zahnarzt aufgesucht. Obwohl die Beschwerden mit der Zeit oftmals von selbst wieder verschwinden, ist ein Besuch beim Zahnarzt immer sinnvoll. Denn wer zu lange wartet, riskiert unter Umständen bleibende Schäden an den Zähnen.

Gehen Sie deswegen lieber rechtzeitig zum Zahnarzt. Dieser wird zunächst Ihr Gebiss sorgfältig kontrollieren und zu hohe Füllungen oder Kronen sowie schlecht sitzende Prothesen korrigieren. Eventuell lassen sich dadurch die Beschwerden bereits lindern.

Ansonsten hilft das Tragen einer Aufbissschiene gegen Zähneknirschen. Die Plastikschiene, die vor allem nachts getragen wird, verhindert das Aufeinanderreiben der Zähne und sorgt für eine gleichmäßige Belastung der Muskulatur. Dadurch kann eine weitere Schädigung der Zähne verhindert werden. Die verkrampfte Kiefermuskulatur wird durch das Tragen der Schiene allerdings nicht gelockert. Eine Aufbissschiene wird von Ihrem Zahnarzt speziell für Sie angefertigt. Die Kosten für die Schiene werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

Entspannungsübungen helfen gegen das Knirschen

Um die Belastung der Kiefermuskulatur zu verringern, ist es wichtig, dass sich die Patienten über Tag immer wieder selbst beobachten. Merken sie, dass die Kiefermuskulatur angespannt ist, sollten Sie diese bewusst entspannen. Durch das wiederholte willentliche Entspannen der Muskeln kann man sich das Knirschen nämlich Stück für Stück abgewöhnen.

Um einen dauerhaften Entspannungszustand zu erreichen, können zudem physiotherapeutische Übungen helfen. Sie sorgen dafür, dass sich die Kaumuskulatur, aber auch die Muskulatur in Nacken, Schultern, Stirn und Schläfen wieder entspannt.

Daneben sind auch Entspannungsverfahren wie Yoga oder autogenes Training, Massagen sowie Wärmeanwendungen empfehlenswert. Kann das Zähneknirschen durch diese Maßnahmen nicht gelindert werden, ist unter Umständen ein Besuch beim Psychotherapeuten sinnvoll.

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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