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Nierenersatztherapien - Dialyse und Nierentransplantation

Nierenersatztherapien: Modell einer Niere © istockphoto, Ben-Schonewille

Wenn die Nieren es nicht mehr schaffen, ihrer Funktion der Gift- und Wasserausscheidung nachzukommen, müssen ihre Aufgaben anderweitig übernommen werden. Zur Verfügung stehen verschiedene Verfahren der Blutwäsche sowie das Verpflanzen fremder Nieren. In Deutschland sind fast 80.000 Menschen betroffen.

Wann werden Nierenersatzverfahren angewendet?

Die Antwort ist im Prinzip einfach: immer dann, wenn die Nierenfunktion so schlecht ist, dass der Betroffene ohne Therapie eine Harnvergiftung entwickeln würde. Häufigste Ursache ist das chronische Nierenversagen, im Fachjargon auch als chronische Niereninsuffizienz bezeichnet. Diesem liegen viele mögliche Auslöser zugrunde – an erster Stelle Zuckerkrankheit und Bluthochdruck.

Bei der chronischen Niereninsuffizienz muss entweder eine Blutwäsche (Dialyse) lebenslang durchgeführt werden oder der Patient erhält eine neue Niere (Nierentransplantation). Auch beim akuten Nierenversagen kommt die Nierenersatztherapie zum Einsatz. Mit der Dialyse wird die Zeit überbrückt, bis die ursächliche Grundkrankheit überwunden und die Nierenfunktion wieder hergestellt ist. Daneben wird die Blutwäsche auch bei Vergiftungen angewendet, um die schädlichen Substanzen möglichst schnell wieder aus dem Körper zu entfernen.

Wie funktioniert die Dialyse?

Das Prinzip aller Dialyseformen ist gleich: Teilchen und Wasser gelangen durch Konzentrationsunterschiede und/oder aktiv ausgeübten Druck auf die andere Seite einer Membran, wo sich eine Austauschflüssigkeit (Dialysat) befindet. Auf diese Weise können harnpflichtige Schlackenstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut entfernt werden. Die Membran kann außerhalb (extrakorporal) oder innerhalb (intrakorporal) des Körpers liegen. A

uf dem ersten Prinzip beruhen die Hämodialyse, die Hämofiltration und die Hämodiafiltration, die eine künstliche Membran verwenden, auf dem zweiten die Peritonealdialyse, die das Bauchfell als Membran nutzt.

Aktualisiert: 17.11.2011 – Autor: Dagmar Reiche

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