Immer Ärger mit der Ausscheidung

Unsere Nieren sind eine beachtliche Filter-Anlage: Täglich filtern sie ungefähr 180 Liter Wasser über die ca. eine Million funktionellen Einheiten der Niere (Nephrone) - davon verlassen uns über Blase und Harnröhre etwa 1,5 Liter wieder. Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre dienen hauptsächlich der Ausscheidung von Flüssigkeit und Abfallstoffen. Leider ist dieses komplexe Ausscheidungssystem anfällig für verschiedene Störungen, die eine Ausscheidung von Stoffwechselprodukten behindern und unseren Salz-Wasser-Haushalt durcheinander bringen.

Durchspülungstherapie mit Brennessel

Die Pflanze trägt nicht zu Unrecht ihren Namen, jeder kennt sie durch ihre unangenehm brennenden Blätter. Weniger bekannt dagegen sind ihre vielfältigen medizinischen Wirkungen. Dabei ist sie schon seit dem Altertum wegen ihrer kräftigenden, harntreibenden, verdauungsregulierenden und blutreinigenden Eigenschaften eine beliebte und häufige Heilpflanze. In der Volksheilkunde mussten Patienten mit Masern, Scharlach, Lähmungen oder Rippenfellentzündungen sogar Auspeitschungen mit frischen Brennesseln über sich ergehen lassen.

Heute wird die Brennessel vor allem zur Durchspülung der Harnwege empfohlen. Brennesselblätter und -kraut werden bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und zur Vorbeugung von Nierengrieß angewandt. Zubereitungen aus der Wurzel lindern auch Prostatabeschwerden, wie Harndrang und Schwierigkeiten beim Wasserlassen.

Oft blockieren Steine den Weg

Harnsteine gibt es schon seit dem Altertum, heute erkranken bereits 4 % der Deutschen ein- oder mehrmals in ihrem Leben an Harnsteinen. Es wird mit 400.000 Harnsteinpatienten pro Jahr gerechnet. Besonders Männer sind von der Nierensteinbildung betroffen, aber in den letzten Jahren steigt auch der Frauenanteil. Steine entstehen durch Übersättigung mit steinbildenden Salzen und Mineralen, z. B. durch zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Die als Sand oder Grieß bezeichneten Ablagerungen wachsen allmählich zu Kristallen bzw. Steinen, die sich in den ableitenden Organen festsetzen. Die beste Prävention ist auf reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit die Nieren gut durchspült werden.

Besonders Heilkräuter wie Brennessel, Birke, Bohne oder Löwenzahn eignen sich als vorbeugende Durchspülungstherapie. Eine eiweißreiche Ernährung (viel tierische Produkte) und oxalsäurehaltige Lebensmittel (Spinat, Mangold, Rhabarber, Rote Beete) meiden, das gilt ebenso für purinreiche Speisen (Innereien, Haut von Fisch und Geflügel, Sardinen, Heringe, Makrele). Achten Sie auf genügend Ballaststoffe (Vollkornprodukte, Salat, Gemüse), und gehen Sie mit dem Salz sparsam um.

Blasenentzündung - ein brennendes Übel

Besonders Frauen leiden - bedingt durch ihre kürzere Harnröhre - häufig unter Harnwegsinfektionen durch Viren, Pilze oder Bakterien. Ständiger und brennender Harndrang sind die ersten Anzeichen für eine bakterielle Blasenentzündung (Zystitis). Ursachen sind meist Unterkühlung, eine mangelhafte Durchspülung der Blase oder herabgesetzte Abwehrkräfte. Die beste Vorbeugung: Sehr viel trinken, um die Blase zu durchspülen: Mindestens 2,5 bis 3 Liter. Dafür eignen sich auch Tees oder eine Pflanzensaftkur mit Brennessel oder Birke.

Patienten mit chronischer Blasenentzündung sollten häufiger Preiselbeer- oder Cranberrysaft trinken, die das Einnisten von Bakterien verringern. Vermeiden Sie, dass Blase und Niere kalt werden, bevorzugen Jacken und Pullover, die über die Hüfte gehen, wechseln einen nassen Badeanzug sofort und setzen sich nicht auf kalten Boden.

Ein typisches Männerproblem

Auch Männer haben ab dem 40. Lebensjahr häufig mit Problemen beim Wasserlassen zu kämpfen. Die Ursache ist hier aber nicht auf die Ausscheidungsorgane zurückzuführen, sondern auf eine vergrößerte Prostata, die auf die Harnröhre drückt. Erst im nachhinein kann es durch die Behinderung des Harnflusses und zurückbleibenden Restharn in der Blase zu einer Bakterienbesiedlung kommen. Eine gute Vorbeugung sind viel Bewegung (regelmäßiger Ausdauersport) und ein normales Gewicht.

Fleischreiche Ernährung steht im Verdacht, die Prostatawucherung zu beschleunigen, ebenso hochkalorische Nahrungsmittel (Süßigkeiten), die reich an tierischen Fetten sind. Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr, Bohnen, Linsen, Sojabohnen oder Getreide soll davor schützen. Eine Kur mit Brennesselsaft lindert Probleme beim Wasserlassen und Harndrang. Vermutlich führen die entzündungshemmenden Wirkstoffe zu einer Abschwellung der Vorsteherdrüse.

Lindert den Rheuma-Schmerz

Rheuma ist nur ein Überbegriff für viele verschiedene Krankheiten. Übersetzt heißt es der "fließende Schmerz". Bei dem bohrenden Leiden mit so vielen Gesichtern gibt es natürlich keine Universal-Therapie. In neuester Zeit setzt sich aber die unterstützende Behandlung mit Brennessel immer mehr durch. Die Wirkung beruht vermutlich auf einer Beeinflussung von bestimmten Gewebshormonen, Prostaglandinen, die eine entzündungsfördernde Wirkung haben.

Aktualisiert: 17.04.2014 – Autor: Dr. Kaske

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