Nierensteine

Frau mit Schmerzen durch Nierensteine © istockphoto, monkeybusinessimages

Kleine Nierensteine gehen oft unbemerkt mit dem Urin ab. Größere Nierensteine können sich jedoch an Engstellen von Gängen einklemmen und diese verschließen. Das führt zu unerträglichen, krampfartigen Schmerzen. Keiner, der einmal an einer Nierenkolik gelitten hat, möchte diese Erfahrung wiederholen. In der Sommerzeit nimmt die Zahl der Beschwerden mit Nierensteinen drastisch zu – bedingt durch Hitze, verstärktes Schwitzen und unzureichendes Trinken. Steine in Niere und Harnwegen gehören zu den häufigsten urologischen Erkrankungen. Sie entstehen dadurch, dass normalerweise im Urin gelöste Salze ausfällen, sich als feine Kristalle ablagern und zu größeren Gebilden zusammenklumpen.

Entstehung und Ursachen von Nierensteinen

Diese "Konkremente" entstehen vor allem im Nierenbecken und den ableitenden Harnwegen, seltener in der Niere selbst. Sie bestehen in 80 Prozent der Fälle aus Kalksalzen, also Kalziumverbindungen, die im normalen Röntgenbild gut sichtbar sind. Seltenere Bestandteile sind Harnsäure, Zystin und Xanthin.

Aus welchen Substanzen und wie sich der Stein zusammensetzt, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel dem Säuregehalt des Urins. Harnsteine können einzeln oder zu mehreren auftreten, sehr klein sein (Harngrieß) oder so groß, dass sie zum Beispiel das gesamte Nierenbecken ausfüllen.

Nierensteine: Wer ist betroffen? 

Etwa vier Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben Nierensteine.

Männer sind häufiger betroffen, die Neigung dazu kann vererbt werden. Begünstigt wird das Entstehen durch einen gestörten Harnabfluss, Entzündungen von Niere und Harnwegen und bestimmte Stoffwechselstörungen (zum Beispiel eine Überfunktion der Nebenschilddrüse oder Gicht).

Auch rapide Gewichtsabnahmen, Medikamente und Nahrungsmittel mit hohem Purin- oder Oxalatgehalt wie Innereien, Spinat und Pilze können bei gefährdeten Personen das Risiko der Bildung von Nierensteinen erhöhen, insbesondere wenn sie gleichzeitig nicht genug trinken oder stark schwitzen.

Symptome von Nierensteinen bleiben oft unbemerkt

Nicht jeder, bei dem sich Harnsteine bilden, spürt diese auch. Vor allem zu Beginn sind sie meist so klein, dass sie beim Wasserlassen ausgespült werden und so unbemerkt bleiben. Nicht selten werden sie zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt. Einige der Betroffenen mit chronischem Steinleiden (Nephrolithiasis) klagen über immer wieder auftretende dumpfe oder ziehende Schmerzen im Bereich der Flanke.

Zu akuten Symptomen kommt es meist dann, wenn sich ein Stein im Harnleiter verklemmt. Die krampfartigen Schmerzen im Nierenlager entstehen durch den Versuch des Gangs, durch abwechselndes Zusammenziehen und Entspannen den Nierenstein voranzutreiben. Diese starken "Nierenkoliken" in der Flanke können über die Seite in den Unterbauch und die Schamregion ausstrahlen und werden oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch vermehrter Harndrang und Beschwerden beim Wasserlassen können auftreten.

Diese Nierenschmerzen werden als wehenartig und außerordentlich stark empfunden, die Betroffenen sind oft unruhig und bewegen sich ständig. Verlegt ein Nierenstein den Gang komplett, kann es zum Rückstau des Harns in die Niere und zu einer Entzündung sowie einer Infektion bis hin zur lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen. Dann sind die durch Nierensteine ausgelösten Schmerzen von Fieber und Schüttelfrost begleitet.

Aktualisiert: 20.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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