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Angst – Welche Therapien gibt es?

Angsterkrankungen: Welche Therapie gibt es?

Wichtig ist zunächst, dass der Betroffene sich in fachliche Betreuung begibt. Je länger eine krankhafte Angststörung (evtl. unerkannt und) unbehandelt besteht, desto schwieriger wird es, ihr beizukommen. Der Arzt wird zunächst körperliche Ursachen und andere zugrunde liegende Störungen (wie eine Depression, Schizophrenie) ausschließen.

Klassische Therapie einer Angststörung

Die Behandlung einer Angststörung kann recht langwierig sein; der Erfolg hängt nicht nur vom Therapeuten und den Maßnahmen, sondern auch von der vorliegenden Erkrankungsform und – natürlich – der Mitarbeit und Motivation des Patienten ab. Deshalb ist dessen Aufklärung über die Krankheit, den möglichen Verlauf und die Behandlungsmöglichkeiten unabdingbare Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Patienten.

Im Zentrum stehen in der Regel nicht-medikamentöse Verfahren; Medikamente wie Antidepressiva, Benzodiazepine (Beruhigungsmittel) oder Beta-Blocker dienen zur – vorübergehenden – Unterstützung, Reduzierung der körperlichen Symptome oder auch zur akuten Krisenbehandlung. Etablierte Verfahren sind vor allem:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Erlernen neuer Verhaltens- und Denkmuster (v.a. bei Phobien, Panikstörungen)
  • Expositionstherapie (Flooding = Reizüberflutung): Angstabbau durch Konfrontation mit der angstauslösenden Situation in kleinen Schritten (v.a. bei spezifischer Phobie, manchen generalisierten Angststörungen)
  • Entspannungstechniken: (z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, aber auch Meditation, Yoga, Tai Chi) können z.B. begleitend bei der Expositionstherapie eingesetzt werden, v.a. bei generalisierten Angststörungen

Alternative Behandlungsmethoden

Daneben gibt es zahlreiche alternative Therapieverfahren, die nur zum Teil wissenschaftlich geprüft sind, im Einzelfall – in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten – aber durchaus einen Versuch wert sein können. Dazu gehören beispielsweise:

  • EFT: Klopfakupressur, eignet sich gut zur begleitenden Selbstbehandlung
  • EMDR: Desensibilisierung und Umstrukturierung durch Augenbewegung; wird sehr erfolgreich beim posttraumatischen Belastungssyndrom eingesetzt
  • Herzkohärenztraining: eine Form des Biofeedbackverfahrens, das besonders zur Stressbewältigung eingesetzt wird
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Atemtherapie
  • Selbstinstruktionstraining (Autosuggestion)
  • Lichttherapie mit einer Sonnenaufgangssimulation (zum Beispiel mit einem speziellen Wecker) und damit Beeinflussen der biologischen Uhr
  • Ernährung, zum Beispiel mit Omega-3-Fettsäuren und Verzicht auf Zucker
  • Sport bzw. viel regelmäßige Bewegung

Worauf muss der Erkrankte achten?

Sie sind nicht allein – fast jeder Zehnte leidet unter krankhaften Ängsten! Es macht keinen Sinn, die Angst zu verdrängen bzw. sich mit ihr zu arrangieren und auslösende Situationen zu meiden – das festigt die Erkrankung nur und macht sie im weiteren Verlauf schwerer behandelbar.

Begeben Sie sich stattdessen in professionelle Betreuung oder sprechen Sie zunächst mit einer Vertrauensperson über Ihre Situation. Suchen Sie sich Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe.

Greifen Sie nicht zu Beruhigungsmitteln oder Alkohol – auch dies verschlimmert die Probleme, statt sie zu lösen. Seien Sie mutig, stellen Sie sich Ihrer Erkrankung!

Aktualisiert: 05.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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