Arthrose – Wissenswertes

Mann mit Arthrose © istockphoto, javi_indy

Arthrose trifft fast jeden – je älter wir werden, desto wahrscheinlicher halten unsere Gelenke den ständigen Belastungen nicht mehr stand. Übergewicht trägt zur Arbeitsbelastung der Gelenke zusätzlich bei. Neben der Arterienverkalkung und dem Knochenschwund gehört der Gelenkverschleiß zu den drei bedeutendsten Erkrankungen im Alter.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, die vorwiegend durch Abnutzung des Gelenkknorpels entsteht. Auf Dauer wird die gesamte Knorpelschicht auf der Gelenkoberfläche zerstört, wodurch nach und nach auch das angrenzende Knochengewebe geschädigt wird. Arthrose tritt vor allem mit zunehmendem Alter auf und ist einer der häufigsten Ursache für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Gelenkbereich.

Arthrose kann in unserem Körper überall dort entstehen, wo Gelenkknorpel vorhanden ist. Am häufigsten betroffen sind:

Danach folgen die Hüfte (Coxarthrose), die Fuß- und Zehengelenke, die Schulter und Ellenbogen. Betrifft der Verschleiß gleichzeitig mehrere Gelenke, spricht man von Polyarthrose.

Ursachen von Arthrose

Eine Arthrose entsteht prinzipiell aufgrund eines Missverhältnisses zwischen der Beanspruchung des Gelenks und seiner Belastbarkeit. So kann eine vermehrte Beanspruchung, zum Beispiel durch Übergewicht oder Leistungssport, genauso zugrunde liegen wie eine Fehlbelastung, zum Beispiel durch X-Beine.

Weitere auslösende oder verstärkende Faktoren von Arthrose sind:

  • Stoffwechselstörungen wie Gicht, Zuckerkrankheit oder Bluterkrankheit (Hämophilie) 
  • Gelenkverletzungen
  • akute beziehungsweise chronische Entzündungen des Gelenks (Arthritis)

Ist Arthrose erblich?

Arthrose ist keine Erbkrankheit, aber die Anlage zur Entwicklung einer Arthrose kann in einzelnen Fällen vererbt werden. Genetische Faktoren spielen insbesondere bei der Qualität und Belastbarkeit des Gelenkknorpels eine Rolle. Aber auch Anlagen für Beinachsenfehlstellungen und Gelenkdeformationen, die eine Arthrose auslösen können, sind erblich.

Weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer Arthrose wie Stoffwechselstörungen oder rheumatische Erkrankungen können vererbt werden. Die genaue Ursache wird im einzelnen selten gefunden, zumal oft mehrere Faktoren zusammenwirken.

Was passiert bei Arthrose?

In der Anfangsphase nimmt die Elastizität des Gelenkknorpels ab. Das Knorpelgewebe erweicht und reißt ein. Durch die Belastung wird zunehmend Knorpel abgerieben, die Schicht dünnt aus und die Gelenkinnenhaut neigt zu schmerzhaften Entzündungsreaktionen insbesondere an den gewichttragenden Gelenken (aktivierte Arthrose). Dieser Vorgang schreitet fort, die funktionierende Gelenkfläche wird immer kleiner.

Ohne den schützenden Knorpel verändert sich der Knochen: Er bildet vermehrt Knochensubstanz, um die Belastungen zu kompensieren. An den Rändern der Gelenkfläche bilden sich wulstartige Knochenanbauten, die die Bewegung immer mehr hindern, und das Gelenk verformt sich (Arthrosis deformans).

Zusammenfassung: Was fördert die Arthrose?

Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung von Arthrose:

  • Übergewicht
  • chronische Überbelastung durch wiederholte kleinste Verletzungen
  • Fehlstellungen wie X-Beine, O-Beine oder Hüftdysplasie
  • Knochenbrüche mit Gelenkbeteiligung
  • mangelnde Kräftigung der das Gelenk umgebenden Muskulatur
  • Meniskusschäden
  • Gelenkentzündungen
  • Verletzungen der Bänder und Gelenkkapsel

Aktualisiert: 23.04.2019

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