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Typische Gicht-Symptome

Bevor es zum ersten Gichtanfall kommt und die Erkrankung entdeckt wird, besteht eine Gichterkrankung oftmals schon jahrelang. Die Phase, in der der Harnsäurespiegel langsam immer weiter ansteigt, ohne dass sich jedoch Symptome zeigen, wird als asymptomatische Phase bezeichnet. Typische Gicht-Symptome machen sich erst dann bemerkbar, wenn der Spiegel einen kritischen Punkt erreicht und ein Gichtanfall auftritt.

Schmerzen in den Zehen

Bei einem Gichtanfall treten typischerweise heftige Schmerzen auf. Besonders häufig ist das Gelenk in der Großzehe betroffen (Podagra). Neben den Schmerzen kann das Gelenk rötlich verfärbt und stark geschwollen sowie überwärmt sein. Zudem ist es äußerst berührungsempfindlich. Teilweise können die Betroffenen nur noch auf der Ferse auftreten, was zu einem humpelnden Gang führt.

Neben dem Zehengelenk können bei einem Gichtanfall auch Beschwerden in den Daumengelenken, den Kniegelenken, den Sprunggelenken und den Gelenken im Mittelfuß auftreten. Wird die Erkrankung nicht entsprechend behandelt und die Lebensweise angepasst, können chronische Schmerzen die Folge sein.

Harnsäure lagert sich in den Gelenken ab

Bei Gicht werden die Schmerzen dadurch hervorgerufen, dass sich die Harnsäurekristalle im Körper ablagern. Bevorzugt geschieht dies in der Haut, den Gelenken, den Sehnen, den Ohrknorpeln sowie den Schleimbeuteln. Als Folge der Ablagerungen können dann schmerzhafte Gelenkentzündungen entstehen.

Wenn die Entzündungen nicht behandelt werden, kann es langfristig zu chronischen Schäden an den Gelenken kommen. Ebenso sind Schäden an anderen Organen, beispielsweise der Niere, möglich. Hier lagern sich die Harnsäurekristalle ebenfalls ab und können mit der Zeit zu Nierensteinen sowie im schlimmsten Fall zu einem Funktionsausfall der Niere führen.

Durch die Ablagerungen der Kristalle bilden sich manchmal sichtbare Knötchen. Diese werden als Gicht-Tophi bezeichnet. Tophi bilden sich jedoch nur, wenn es zu größeren Verklumpungen von Kristallen kommt. Durch die heutigen Behandlungsmöglichkeiten ist dies nur noch selten der Fall – oftmals, wenn Gicht nicht therapiert wird.

Chronischer Verlauf

Der erste Gichtanfall tritt für die Betroffenen meist völlig überraschend auf. Oftmals handelt es sich um gesunde Menschen, die nichts von ihrer Erkrankung wissen. Ein akuter Gichtanfall kann über mehrere Stunden bis hin zu wenigen Tagen anhalten. Sind die Beschwerden abgeklungen, schließt sich an den Gichtanfall meist eine längere beschwerdefreie Phase an.

Erfolgt keine Therapie, kann es jedoch immer wieder zu Gichtanfällen kommen. Meist verschlimmern sich die Beschwerden mit der Zeit. Konkret bedeutet dies, dass die Attacken in kürzeren Abständen auftreten, länger andauern und auch auf andere Gelenke übergreifen können.

Nimmt die Erkrankung einen chronischen Verlauf, können zudem ernsthafte Komplikationen auftreten. Dazu zählen beispielsweise:

  • ständige Schmerzen
  • chronische Gelenkentzündungen
  • Gelenkdeformierungen
  • Schleimbeutelentzündungen
  • Nierensteine, Nierenschwäche und Nierenversagen

Eine chronische Gicht ist allerdings relativ selten. Sie entsteht nur, wenn die Krankheit nicht oder nicht ausreichend behandelt wird.

Diagnose von Gicht

Anhand der typischen Symptome kann der Arzt oftmals bereits die Verdachtsdiagnose Gicht stellen. Durch eine Blutuntersuchung kann anschließend der aktuelle Harnsäurewert im Blut festgestellt werden. Allerdings muss dieser bei einem Gichtanfall nicht zwangsläufig erhöht sein. Deswegen ist eine regelmäßige Messung der Werte aussagekräftiger als ein einmaliger Test.

Neben einer Blutuntersuchung kann auch eine Urinprobe weitere Informationen liefern. Denn während der Harnsäurewert im Blut bei Gicht in der Regel erhöht ist, ist er im Urin niedriger als gewöhnlich. 

Gelenkpunktion und Röntgen

Bestehen nach der Blutuntersuchung noch Zweifel, ob der Patient tatsächlich an Gicht erkrankt ist, kann eine Gelenkpunktion mit anschließender Untersuchung der Gelenkflüssigkeit ein eindeutiges Ergebnis bringen. Unter dem Mikroskop sind die Harnsäurekristalle in der Flüssigkeit deutlich zu erkennen.

Eine Röntgenuntersuchung macht dagegen im Frühstadium der Erkrankung wenig Sinn. Liegt jedoch ein fortgeschrittener Verlauf vor, kann ein Röntgenbild zur Diagnose hilfreich sein. Dann liegen nämlich oft bereits sichtbare Veränderungen an den Gelenken vor.

Aktualisiert: 30.08.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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