Fragen und Antworten zu Rheuma

Alle reden von "Rheuma". Doch jeder meint etwas anderes damit, denn der "Rheumatische Formenkreis" umfasst mehr als 100 verschiedene Erkrankungen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen chronische Gelenkentzündungen und das so genannte "Weichteilrheuma". Unter einer Arthrose - auch als degeneratives Rheuma bezeichnet - versteht man Abnutzungserscheinungen in den Gelenken. Sie entstehen durch Über- oder Fehlbelastung, falsche Körperhaltung und angeborene Fehlstellungen von Gelenken.

Häufige Fragen rund um das Thema Rheuma

Wie häufig ist Rheuma?

Etwa 1% der Bevölkerung leidet an Rheuma. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer.

Kann man den Verlauf einer chronischen Polyarthritis vorhersagen?

Im Einzelfall ist das nicht sicher möglich. Der Arzt kann zwar anhand der Form, z. B. "Alters-Polyarthritis", Aussagen dazu machen, wie diese Form bei der Mehrzahl der Betroffenen verläuft - einen exakten Rückschluss auf den Einzelfall lässt dies aber nicht zu. Weitere Hinweise auf den Verlauf geben die Aktivität der Erkrankung, die anhand von Laboruntersuchungen und Beschwerden festgestellt wird, sowie der Befall anderer Organe. Generell kann man sagen, dass schwere Verläufe nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme sind.

Gibt es Spezial-Ärzte für Rheuma?

Ja, es gibt speziell für rheumatische Erkrankungen ausgebildete Ärzte, die Rheumatologen. In fast allen großen Kliniken sowie in spezialisierten Krankenhäusern kann man sich auch ambulant von Rheumatologen behandeln lassen. Mittlerweile gibt es vor allem in Großstädten auch niedergelassene Rheumatologen.

Wie gefährlich sind die nichtsteroidalen Antirheumatika?

Die nichtcortisonhaltigen Antirheumatika können ernste Nebenwirkungen am Magen entfalten (z. B. Magenblutungen). Das Risiko solcher Nebenwirkungen hängt im Wesentlichen von der Dosis, dem Zeitraum der Behandlung, dem Alter des Patienten sowie von anderen Erkrankungen ab. Die Einnahme ebenso wie die zusätzliche Einnahme von frei verkäuflichen Schmerzmitteln sollte deshalb stets mit dem Arzt abgesprochen werden.

Wie gefährlich ist Cortison?

Die Nebenwirkungsrate von Cortison wird im Allgemeinen überschätzt. Dies ist eine Folge der früher zu hoch dosierten Anwendung dieses Medikamentes. Hohe Dosen Cortison über lange Zeit gegeben können tatsächlich zu erheblichen Nebenwirkungen führen, z. B. Gewichtszunahme, Osteoporose, Magenblutungen. Daraus hat man gelernt. Heute wird Cortison in hohen Dosen nur kurzfristig bzw. über einen längeren Zeitraum nur niedrig dosiert eingesetzt. Wenn man die ärztlichen Ratschläge genau beachtet, ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Behandlung sehr gut.

Welches der zahlreichen nichtsteroidalen Antirheumatika ist am besten?

Welches der Medikamente aus dieser Gruppe im Einzelfall am besten geeignet ist, lässt sich nur schwer vorhersagen. Wirkung und Verträglichkeit sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Meist muss man verschiedene auf ihre individuelle Wirksamkeit prüfen - doch stets nur nach Absprache mit dem Arzt.

Wie kann man überprüfen, was von "Rheuma-Wundermitteln" zu halten ist?

Als "Wundermittel" angepriesene Medikamente oder Verfahren halten meist nicht, was vollmundig versprochen wird. Skepsis ist angebracht. Am besten man spricht offen mit seinem Arzt darüber oder man fragt bei entsprechenden Selbsthilfe-Gruppen z.B. der Rheuma-Liga nach.

Aktualisiert: 08.10.2015

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