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Ischiassyndrom - Therapie und Prognose

Welche Therapie gibt es?

Die Behandlungsmethoden sind nicht nur vielfältig, sondern werden teilweise auch unterschiedlich bewertet. Unbestritten ist dagegen, dass Betroffene Geduld benötigen. Der Heilungsprozess dauert trotz unterstützender Maßnahmen in der Regel mehrere Wochen bis Monate.

Behandlungsmethoden

  • Es stehen eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die die Schmerzen lindern (Analgetika), die Nervenentzündung hemmen (Antiphlogistika, Kortikoide) und die Muskeln entspannen (Muskelrelxantien); daneben kommen lokale Einspritzungen an die Nervenwurzel zur Betäubung und Entzündungshemmung zum Einsatz.
  • Begleitanwendungen: Oft wird eine Hochlagern der in Hüfte und Knie gebeugten Beine (Stufenbett) empfohlen. Allerdings weiß man mittlerweile, dass die Ruhigstellung zur Entspannung möglichst schnell durch leichte Bewegung abgelöst werden sollte. Ob Wärme- oder Kälteanwendungen gut tun, ist individuell verschieden.
  • Physiotherapie, Chirotherapie: Diese kommen meist nach Abklingen der Akutbeschwerden zum Einsatz. Ziel insbesondere der Physiotherapie ist nicht nur, die Symptome zu lindern, sondern vor allem auch Strategien zu erlernen, um langfristig weiteren Attacken vorzubeugen (Muskelaufbau, Rückenschule).
  • Operation: Besonders bei dieser Therapieoption scheiden sich die Geister. Die Tendenz heute ist, dass eine Operation entweder bei akuter Nervenquetschung durchgeführt wird oder aber wenn die Beschwerden nach mehreren Wochen konservativer Behandlung nicht besser oder schlimmer werden. Neben allgemeinen Operationsrisiken birgt eine Operation aber auch immer die Gefahr einer Narbenbildung, die die Beschwerden noch verschlimmern kann.

Worauf muss der Erkrankte achten?

Das individuelle Vorgehen muss mit dem behandelten Arzt abgestimmt werden. Wichtig ist, die verschriebenen Medikamente regelmäßig einzunehmen und damit die Schmerzen zu kontrollieren, anstatt zu warten, bis man es gar nicht mehr aushält (das verschlimmert die Symptomatik nur unnötig).

Normale Aktivitäten sind heilungsfördernd, tagelange Schonung ist eher kontraproduktiv. Kleine Rückschläge sind normal und sollten nicht entmutigen. Verstärken sich die Beschwerden allerdings kontinuierlich oder ist überhaupt keine Besserung festzustellen, ist ein erneuter Arztbesuch ratsam.

Wie sind Verlauf und Prognose?

Die meisten Ischiassyndrome heilen nach einigen Wochen ohne Restbeschwerden aus, nur bei wenigen Betroffenen kommt es zu Rückfällen oder ist eine Operation nötig. Hilfreich ist, den Lebensstil anzupassen und auf rückenfreundliches Verhalten zu achten. Viele Krankenkassen bieten entsprechende Schulungsprogramme an; auch der behandelnde Arzt oder Therapeut kann oft Kontaktadressen vermitteln.

Aktualisiert: 30.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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