Schmerzerkrankungen – Schmerztherapie und alternative Behandlung

Zur Behandlung chronischer Schmerzen gehören neben der medikamentösen Therapie auch Bewegungstherapie, Krankengymnastik und alternative Verfahren. Neben der Behandlung der Schmerzursachen hat die symptomatische Therapie einen hohen Stellenwert, aber auch die psychologische Seite der Erkrankung muss berücksichtigt werden.

Medikamentöse Therapie

1986 entwickelte die WHO ein Stufenplanschema zur Behandlung von Tumorschmerzen, das inzwischen bei strenger Auswahl der Patienten auch bei anderen chronischen Schmerzen angewendet wird. Zusätzlich zum Basisanalgetikum berücksichtigt das Schema jeweils angemessene Begleitmedikamente, wie zum Beispiel:

  • Antidepressiva
  • Antikonvulsiva
  • Neuroleptika

Beim Einsatz starker Opioide ist die Gabe von Abführmitteln zur Behandlung der häufigsten Nebenwirkung Verstopfung unabdingbar. Antiemetika (Mittel gegen Erbrechen), aber auch nichtmedikamentöse Maßnahmen wie physikalische Therapien oder psychologische Maßnahmen sollten zusätzlich berücksichtigt werden.

Schmerztherapie und alternative Behandlung

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen bekommen alternative Therapieverfahren (Biofeedback, TENS und Akupunktur) einen immer höheren Stellenwert. 

Biofeedback: Körperfunktionen beeinflussen lernen

Beim Biofeedback werden Körperfunktionen gemessen, die normalerweise bewusst ablaufen, wie zum Beispiel Muskelspannung, Herzfrequenz und Durchblutung. Über einen Computerbildschirm werden die Ergebnisse an den Patienten zurückgemeldet.

Der Patient lernt im Verlauf der Behandlung, seine Körperfunktionen bewusst zu beeinflussen. Biofeedback eignet sich im Schmerzbereich besonders zur Behandlung von Migräne und Spannungskopfschmerz.

Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)

Bei diesem Verfahren der Gegenirritation werden Elektroden auf die Haut geklebt, die schwache Stromreize abgeben. Diese Stromreize sollen die Schmerzempfindung überdecken. Die Behandlung mit einer hohen Stromfrequenz verhindert, dass die schmerzleitenden Nerven Schmerzimpulse an das Gehirn weiterleiten. Eine niederfrequente TENS-Anwendung regt die Ausschüttung von Endorphinen an, die vorübergehend die Schmerzwahrnehmung dämpfen.

TENS wird zum Beispiel zur Behandlung von neurogenem Schmerz, Phantom- oder Stumpfschmerz angewendet.

Akupunktur als alternative Schmerzbehandlung

Auch unter Akupunktur kann eine verstärkte Freisetzung von Endorphinen beobachtet werden. Die Akupunktur wird bei verschiedenen Schmerzarten eingesetzt. Dazu gehören:

  • Kopfschmerz und Migräne
  • Rückenschmerzen
  • Arthritis
  • Trigeminus-Neuralgie
  • Neuropathien

Aktualisiert: 04.02.2019 – Autor: Udo Schmidt

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