Ginkgo – Anwendung

Ginkgo eignet sich zur Behandlung zerebraler Beschwerden und Durchblutungsstörungen. Die Blätter können unterstützend zur symptomatischen Behandlung von Leistungsminderungen beim sogenannten dementiellen Syndrom oder Demenzerkrankungen verwendet werden. Das dementielle Syndrom bzw. Demenzerkrankungen gehen in der Regel mit Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen bis hin zum Gedächtnisverlust, Schlafstörungen, depressiver Verstimmung, Kopfschmerzen, Schwindel und Ohrensausen einher.

Vor einer Behandlung mit Ginkgoextrakt sollte jedoch abgeklärt werden, ob eine andere Grunderkrankung besteht, welche die Symptome verursacht.

Anwendungsgebiet von Ginkgoextrakten

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Ginkgoextrakten ist die Behandlung der peripheren, arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Durch die bei dieser Erkrankung vorliegenden Durchblutungsstörungen in Armen und/oder Beinen können die Patienten in der Regel keine längeren Strecken mehr schmerzfrei am Stück gehen. In Kombination mit physiotherapeutischem Gehtraining kann die Einnahme von Ginkgoextrakten die schmerzfreie Gehstrecke bei der pAVK (Staidum I und II) verlängern.

Des Weiteren können auch Patienten mit Schwindel und Ohrgeräuschen (Tinnitus) mit Ginkgoblättern behandelt werden. Ginkgoblätterextrakte verbessern außerdem die Durchblutung, weshalb die Droge auch bei funktionellen Herzbeschwerden eingesetzt werden kann.

Anwendung in Volksmedizin und Homöopathie

Volksmedizinisch werden Ginkgoblätter schon seit mindestens 2800 Jahren zur Kräftigung von Herz und Lunge sowie zur Behandlung von Frostbeulen genutzt. Die Samen des Ginkgobaumes gelten in China und Japan außerdem als hustenreizstillendes und den Auswurf von Bronchialsekret förderndes Mittel.

Im Rahmen der Homöopathie werden die frischen Ginkgoblätter zur Behandlung von Kopfschmerzen, Mandelentzündungen und bei Schreibkrämpfen angewendet.

Inhaltsstoffe von Ginkgo

Zu den wichtigsten wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen in Ginkgoblättern zählen mit einem Anteil von 5-7 % verschiedene Terpenlaktone, darunter die Ginkgolide A bis J. Einen hohen Anteil am Trockengewicht (22-27 %) machen daneben die Flavonglykoside aus. Außerdem sind zu 4-10 % Proanthocyanidine, Biflavone und das Sesquiterpenlacton Bilobalid enthalten. Die ebenfalls vorkommenden Pflanzensäuren (Ginkgolsäuren) haben toxische und allergene Eigenschaften und werden deshalb beim Extraktionsvorgang weitgehend entfernt.

Ginkgo: Bei welcher Indikation?

Bei den folgenden Indikationen kann Ginkgo als Arznei Anwendung finden:

  • Dementielles Syndrom, Demenz
  • Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Schwindel
  • Tinnitus
  • funktionelle Herzbeschwerden

Autor: Dr. med. Carmen Monasterio, Fachärztin für Innere Medizin

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Heilpflanzen-Lexikon durchsuchen

Wonach suchen Sie? Bitte wählen Sie eine Kategorie: