Ableitung 2)

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Ableitung
  • 2)

  • Englischer Begriff: lead; derivation

Abgreifen bioelektrischer, als Biosignal nutzbarer Potentiale mittels Elektroden zum Nachweis von Potentialdifferenzen an Geweben, Organen (z.B. als Elektrodermato-, -enzephalo-, -kardiographie); i.w.S. auch das Registrieren anderer physikal. Biosignale (z.B. Temperaturveränderungen) mittels spezieller Messfühler (bzw. – da registrierbare Impulse abgebend – Messwandler). Die Ableitung bioelektr. Potentiale erfolgt bi|polar (mit 2 differenten Elektroden; z.B. als Extremitätenableitung für EKG, als Serienschaltung in Längs- oder Querreihen für EEG = Elektroenzephalographie), mono- oder uni|polar (mit nur 1 differenten Elektrode gegen eine indifferente [„Nullpunkt-“ oder „Sammelelektrode“, positioniert über einem bezüglich des aufzunehmenden Biosignals praktisch stummen = inaktiven Körperbereich]; für EKG z.B. als intrakardiale, Brustwand-, Goldberger-Ableitung, für EEG durch Schaltung gegen eine gemeinsame Bezugs- [z.B. in Schädelmitte] oder Sammelelektrode), semi|uni|polar (mit 2 differenten Elektroden, deren eine nur ein sehr geringes Potential abgreift; i.e.S. die Brustwandableitung nicht gegen „central terminal“, sondern gegen eine Gliedmaßenelektrode, bezeichnet mit C [chest = Brust] sowie R [re. Arm], L [li. Arm] oder F [foot; linker Unterschenkel] u. einer Ziffer 1–6), ortho|gonal (Grishman u.a.; spez. für die Vektorkardiographie; die einzelnen Ableitungen verlaufen parallel zu den natürlichen Koordinatenachsen des Rumpfes u. im rechten Winkel zueinander), direkt, semidirekt u. indirekt (Elektroden unmittelbar bzw. ziemlich nahe am bzw. fern vom zu untersuchenden Gewebe).

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