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Fibrinolysetherapie

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  • Fibrino|lyse|therapie

  • Englischer Begriff: fibrinolytic therapy (systemic; local)

die medikamentöse Auflösung von Blutgerinnseln (Thromben, Emboli) bei peripheren Gefäßverschlüssen, Lungenembolie, Mesenterialinfarkt, Myokardinfarkt etc. Angewendet werden in der Regel Streptokinase, APSAC oder Urokinase u. der Gewebe-Plasminogenaktivator (rt-PA). In Erprobung sind Prourokinase (scu-PA) u. Chimären von Gewebeaktivator u. Prourokinase. Eine F. zur Reperfusion ischämischen Gewebes beim Myokardinfarkt sollte möglichst innerhalb der 3-Std.-Grenze erfolgen, spätestens aber vor Ablauf von maximal 6 Std.; bei tiefer Venenthrombose u. Lungenembolie bestehen gute Erfolgschancen noch während der ersten 7 Tage, vertretbar ist eine F. noch bis zu 4 Wochen nach dem Ereignis. Arterielle Verschlüsse können noch nach Wochen bis Monaten erfolgreich behandelt werden. Formen: Unterschieden werden eine systemische u. eine lokale F., wobei der systemischen F. meist der Vorzug gegeben wird. Bei der systemischen F. werden Fibrinolytika intravenös appliziert. Die Dauer der F. richtet sich nach dem Ort des Verschlusses. Während die systemische F. z.B. beim frischen Myokardinfarkt nur über einen Zeitraum von 60 Minuten erfolgt, werden Lungenembolien über 24–48 Stunden, tiefe Beinvenenthrombosen hingegen noch länger fibrinolytisch behandelt. Obligatorisch nach systemischer F. ist eine Heparinisierung, um einen erneuten Verschluss zu verhindern. Dabei wird eine Verlängerung der Thrombinzeit um das 2- bis 3fache angestrebt. Der Heparinisierung schließt sich in der Regel eine Cumarin-Therapie an. Bei der lokalen F. („Katheterlyse“; z.B. selektive intrakoronare Fibrinolyse) wird ein Katheter in unmittelbarer Nähe des Thrombus platziert. Dieser kann dann über den Katheter gezielt mit Fibrinolytika umspült u. aufgelöst werden; Anw. auch bei Stenosen der proximalen Arteria subclavia, seltener bei Stenosen der Aa. vertebrales u. der Karotiden.

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