Glaukomanfall

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  • Glaukom|anfall

  • Englischer Begriff: acute congestive glaucoma

ein sich innerhalb von Stunden unter heftigen Schmerzen entwickelndes Engwinkelglaukom (s.u. Glaucoma) mit Erhöhung des Augeninnendrucks auf das 3- bis 5fache der Norm. Vork.: v.a. im höheren Alter sowie bei geringer Bulbuslänge (Hyperopie). Klinik: Härte des Augapfels („steinharter Bulbus“), entrundete, weite Pupille mit trägem oder fehlendem Lichtreflex, Epithelödem, meist hochgradige ziliare Injektion mit Chemosis. Dem Anfall gehen oft Prodromalerscheinungen (Glaucoma prodromale s. imminens) voraus, so nach Trinken von Kaffee, Tee oder großen Flüssigkeitsmengen, nach Aufregungen oder bei anders ausgelöster Hyperämie der Kopfgefäße: Kopfschmerzen u. Sehstörungen (Nebelsehen, Sehen farbiger Ringe), etwas erweiterte Pupille, seichte Augenvorderkammer, gesticheltes Hornhautepithel, verbreiterte u. stark geschlängelte Episkleralvenen. Ther.: zunächst medikamentöse Senkung des Augeninnendrucks durch lokale Gabe von Parasympathomimetika (Pilocarpin) und systemische Gabe von Carboanhydrase-Hemmern, ggf. auch durch Infusionen mit 20%igem Mannitol. Nach Drucksenkung Iridektomie am erkrankten Auge. Wegen des hohen Anfallsrisikos am primär nicht erkrankten Auge ist ebenfalls Iridektomie oder Iridotomie zu empfehlen.

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