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Herpes simplex

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Herpes
  • H. simplex

  • Englischer Begriff: h. simplex

Abbildung

akute, primäre oder sekundäre Viruskrankheit der Haut u. der Schleimhäute (v.a. der Übergangsschleimhaut) durch Infektion durch das Herpes-simplex-Virus. Lokalisation: zumeist als örtlich begrenzt gruppiert stehende Bläschen, v.a. im Gesicht (H. facialis), an den Lippen (H. labialis, Abb.), der Nase (H. nasalis), den Wangen (H. buccalis), am Gesäß (H. glutealis; durch HSV 2) sowie an den Geschlechtsorganen (H. genitalis; als v.a. in Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr auftretende Rückfälle = H. sexualis). Provokationsfaktoren: fieberhafte Infekte (H. febrilis), Traumata an Haut u. Schleimhaut (H. simplex traumaticus, H. gladiatorum bei Ringern), Menstruation (H. menstrualis), UV-Belastung (Gletscherbrand). Bei immunsupprimierten Personen kann sich der H. simplex in nekrotisierender Form manifestieren. Superinfektion führt zu H. impetiginisatus. Verlauf u. Kompl.: Die Erstinfektion erfolgt meist im frühen Kindesalter u. ohne erkannt zu werden, führt aber zur Bildung von V-Antikörpern (gegen virusgebundenes Antigen) u. – oft – zu Maskierung des Virus u. Absiedlung in Körpergeweben (Virusadaptation), die bei den Virusträgern bei Schwächezuständen des Immunsystems zu Rückfällen führt (diesen geht ein Anstieg der S-Antikörper voran, die gegen lösliches = solubles Virusantigen gerichtet sind). Seltener führt der Erstinfekt zu erkennbaren Zeichen in Form des harmlosen typischen Ausschlags, der ohne Narbenbildung abheilt; andererseits führt die Erstinfektion gelegentlich zu schweren örtlichen und Allgemeinerscheinungen, z.B. als generalisierter H. s. („Herpessepsis“) des Neugeborenen H.-behafteter Mütter (diese Krankheit ist wie auch das Ekzema herpeticatum u. die herpetische Meningoenzephalitis ein primär disseminierter H. s.), aphthöse Stomatitis (Gingivostomatitis herpetica), Aphthoid Pospischill-Feyrter, herpetische Keratokonjunktivitis; auf bestehenden Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis) kann sich als generalisierte Infektion ein Ekzema herpeticatum entwickeln. Als postherpetische Erkrankung kann ein Erythema exsudativum multiforme auftreten (als Kokarden-, Irisform = der H. circinatus Wilan).

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