Herzzyklus

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  • Herz|zyklus

  • Synonyme: Herzaktion; -revolution; -periode

  • Englischer Begriff: cardiac cycle

Abbildung

die sich rhythmisch wiederholende, in bd. Herzhälften annähernd zeitgleich ablaufende Tätigkeit des Herzens vom Beginn der Muskelzusammenziehung (Systole) bis zum Ende der Muskelerschlaffung (Diastole), in deren Verlauf unkontinuierlich Blut in die großen Herzschlagadern gepumpt wird (Herzschlagvolumen). Sie geht einher mit zeitlich abgrenzbaren Druck- u. Volumenänderungen sowie mit bioelektrischen (EKG), akustischen (Herzton, Phonokardiogramm) u. mechanischen Phänomenen (Ballistokardiogramm, Herzspitzenstoß). Die elektrische Erregung geht der Herzmuskelkontraktion voran, die etwa bei der Spitze der R-Zacke im EKG einsetzt („elektropressorische Latenz“). Die Systole wird unterteilt in die Anspannungszeit („Druckanstiegsphase“; Abb.; verläuft ohne Änderung des Volumens = isovolumetrisch u. mit steilem Druckanstieg, wobei die AV-Klappen schließen u. der 1. Herzton zu hören ist) u. in die Austreibungszeit (beginnt mit Öffnung der Semilunarklappen beim Erreichen des diastol. Aortendrucks, zeigt weiteren, sog. auxotonen Druckanstieg u. zunehmende Blutströmungsgeschwindigkeit u. endet mit dem Schließen der Semilunarklappen [2. Herzton]). Die Diastole wird unterteilt in die Entspannungszeit (starker Druckabfall in den Kammern) u. – ab Öffnung der AV-Klappen – in die Füllungszeit. Die Erregbarkeit des Herzmuskels ist während der Systole aufgehoben (absolute Refraktärität), mit Beginn der Diastole gering erhöht (relative Refraktärität) u. erst im letzten Drittel der Diastole wieder voll vorhanden.

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