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  • Arzneimittel
    • Arznei|mittel

    • Synonyme: Medikamente; Pharmaka

    • Englischer Begriff: drugs

    pflanzliche, tierische oder synthetisierte Stoffe, die gemäß Arzneimittelgesetz bestimmt sind zur Diagnostik („Diagnostika“) oder – in geeigneter Dosierung (s.a. Dosis) – als Therapeutika – zur Beeinflussung von Zuständen oder Funktionen des Körpers, als Ersatz für natürlich vom menschlichen oder tierischen Körper erzeugte Wirkstoffe oder Körperflüssigkeiten sowie zur Beseitigung oder zum Unschädlichmachen von Krankheitserregern, Parasiten oder körperfremden Stoffen. – International gebräuchlich ist die Angabe des Freinamens (INN). S.a. Pharmako...

  • Arzneimittelabhängigkeit
    • Arzneimittel|abhängigkeit

    • Englischer Begriff: (drug) addiction

    Abhängigkeit.

  • Arzneimittelallergie
    • Arzneimittel|all|ergie

    • Englischer Begriff: drug allergy

    Tabelle

    immunologisch bedingte Unverträglichkeitsreaktionen; machen zwischen 15 u. 25% der Nebenwirkungen von Medikamenten aus. Äußern sich als allerg. Sofortreaktion (u.a. anaphylaktischer Schock, Hypotonie, Diarrhö, Bronchospasmen, Erytheme, Urtikaria, Ödem); als Allergie vom Immunkomplextyp bzw. Arthus-Reaktion (mit Fieber, Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Proteinurie, Exanthemen bzw. Vaskulitis); als Spättypreaktion (Exanthem, Ekzem); als zytotoxische Reaktionen (z.B. Thrombo-, Leukozytopenie, Anämie); s.a. Tab.

  • Arzneimittelberatungsdienst
    • Arzneimittel|beratungsdienst

    Einrichtung, die je nach lokalen Bedingungen u. regionalen Bedürfnissen von klinischen Pharmakologen u. Apothekern (auch interdisziplinär) geleitet wird und Auskünfte über Wirkungen u. Nebenwirkungen (auch Interaktionen) von Medikamenten erteilt. Wird ergänzt durch ein System der regionalen Erfassung u. Bewertung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW), die an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weitergeleitet werden.

  • Arzneimittelexanthem
    • Arzneimittel|exanthem

    • Englischer Begriff: drug eruption

    Abbildung

    nach innerlicher Arzneimittelanwendung akut u. meist symmetrisch auftretende Hauterscheinungen als Ausdruck einer Arzneimittelunverträglichkeit. Das klinische Bild ist vielgestaltig, äußert sich jedoch zumeist in monomorphen, urtikariellen, erythematovesikulösen, hämorrhagisch-makulösen oder makulopapulösen, exfoliativen, papulösen oder nodösen Erythemen (Abb.). Das arzneimittelbedingte Lyell-Syndrom (toxische epidermale Nekrolyse) stellt die Maximalvariante eines Arzneimittelexanthems dar.

    • A., fixes
      Sonderform eines Arzneimittelexanthems; äußert sich durch livide Erytheme... (mehr)
  • Arzneimittelexanthem, fixes
    Arzneimittelexanthem
    • A., fixes

    • Englischer Begriff: fixed d. e.

    Sonderform eines Arzneimittelexanthems; äußert sich durch livide Erytheme, die rezidivierend immer nach der Einnahme eines Medikaments an gleicher Stelle auftreten.

  • Arzneimittelgesetz
    • Arzneimittelgesetz

    • Synonyme: AMG (Abk.)

    Gesetz zur Regelung des Verkehrs mit Arzneimitteln (derzeit gültige Fassung vom 19.10.1994). Insbesondere sind darin Bestimmungen enthalten, die deren Qualität, Wirksamkeit, Prüfung, Zulassung u. Verschreibung sowie die Haftung von Arzneimittelschäden betreffen. Berücksichtigt sind auch Vorschriften zum Schutz von Versuchspersonen, die sich einer klinischen Arzneimittelprüfung unterziehen, wie sie in der Deklaration von Helsinki niedergelegt sind. S.a. Ethikkommission.

  • Arzneimittelikterus
    • Arzneimittel|ikterus

    • Englischer Begriff: drug-induced jaundice

    Gelbsucht als Symptom eines degenerativen Leberparenchymschadens durch Giftwirkung bestimmter Arzneimittel, z.B. Arsen-, Quecksilberverbindungen, Phenothiazine, Chloroform.

  • Arzneimittelinteraktion
    • Arzneimittel|interaktion

    s.u. Wechselwirkung (3).

  • Arzneimittelmissbrauch
    • Arzneimittel|missbrauch

    • Englischer Begriff: drug abuse

    das medizinisch unbegründete oder in unnötig hoher Dosis erfolgende Einnehmen von Arzneimitteln, v.a. von Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungs-, Anregungsmitteln u. Psychopharmaka, u. zwar oft als Gewohnheit zur Befreiung von körperlich oder seelisch bedingten Unlustgefühlen; bei chronischer Anw. Gefahr der Arzneimittelabhängigkeit, s.a. Abhängigkeit.

  • Arzneimittelprüfung
    • Arzneimittelprüfung

    • Englischer Begriff: drug study

    • 1)   Tabelle
      für die Zulassung zur Anw... (mehr)
    • 2)
      Registrierung der Symptome bei experimenteller Überdosierung im Einfachblindversuch... (mehr)
  • Arzneimittelprüfung 1)
    Arzneimittelprüfung
    • 1)

    • Fach: Pharmakologie

    Tabelle

    für die Zulassung zur Anw. am Menschen notwendige Prüfung eines Arzneimittels auf Wirksamkeit u. Unbedenklichkeit, geregelt durch die Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes (AMG) §§ 21–37 u. §§ 40–42. Diese entsprechen im Wesentlichen den vom Weltärztebund 1964 in Hongkong überarbeiteten Grundsätzen. Nach Ausschluss tierexperimentell nachweisbarer akut-toxischer Wirkungen erfolgt die A. in mehreren Schritten am Menschen. Man unterscheidet Phase I: Verträglichkeitsprüfung an wenigen gesunden Versuchspersonen; Phase II: Prüfung zur Wirksamkeit u. relativen Ungefährlichkeit an ca. 30–300 Personen; Phase III: Prüfung nach bestätigter relativer Ungefährlichkeit an einem großen Kollektiv (mehrere Hundert bis mehrere Tausend Personen) auf Art u. Häufigkeit unerwünschter Arzneimittelwirkungen; Phase IV: Prüfung nach bereits erfolgter Zulassung; dient dem Zweck, das Arzneimittel mit seinen Risiken genau zu charakterisieren.

  • Arzneimittelprüfung 2)
    Arzneimittelprüfung
    • 2)

    • Fach: Homöopathie

    Registrierung der Symptome bei experimenteller Überdosierung im Einfachblindversuch. Die provozierten Symptome werden als Arzneimittelbild zusammengefasst und gelten als Indikation nach dem Ähnlichkeitsgesetz.

  • Arzneimittelüberwachung
    • Arzneimittelüberwachung

    gesetzliche Regelungen zum Verkehr mit Arzneimitteln, Betäubungsmitteln u. Gefahrstoffen und deren behördliche Überwachung. Dazu gehört die Kontrolle von Personen u. Einrichtungen, die solche Stoffe entwickeln, herstellen, lagern, in den Verkehr bringen, an Endverbraucher abgeben oder Arzneimittelprüfungen durchführen. Des Weiteren sind solche Personenkreise (z.B. Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Zulassungsinhaber einer Arzneispezialität) verpflichtet, unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW), unsachgemäßen Gebrauch u. schwerwiegenden Missbrauch von Arzneimitteln sowie Qualitätsmängel unverzüglich dem Bundesministerium für Gesundheit und Konsumentenschutz zu melden. Mitzuteilen sind auch alle Beobachtungen u. Daten, die für die Arzneimittelsicherheit von Bedeutung sein könnten. Ggf. werden von den Zulassungsbehörden in Zusammenarbeit mit den Arzneimittelkommissionen u. anderen Arzneimittelbehörden risikomindernde Maßnahmen ergriffen. Die A. soll sicherstellen, dass nach sorgfältiger Prüfung nur wirksame u. unbedenkliche Arzneimittel in den Handel gelangen.

  • Arzneimittelunverträglichkeit
    • Arzneimittel|unverträglichkeit

    • Englischer Begriff: drug intolerance

    unerwünschte u. evtl. unerwartete Reaktion bei klinisch üblicher Dosierung eines Medikaments. Einteilung in toxische Reaktionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie, Idiosynkrasie, Intoleranz).

  • Arzneimittelwirkung, unerwünschte
    • Arzneimittelwirkung, unerwünschte

    • Synonyme: UAW (Abk.)

    • Englischer Begriff: adverse drug effect

    unerwünschte Nebenwirkung.

  • Arzt
    • Englischer Begriff: physician

    gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung für den nach endgültiger Bestallung (Approbation) zur Ausübung des Arztberufes Berechtigten. Die Ausbildung zum A. wird geregelt in der Bundesärzteordnung, die staatliche Erteilung der Zulassung zur Berufsausübung (Approbation) in der Approbationsordnung für Ärzte. Je nach Fachrichtung dauert die Weiterbildung zum Facharzt zwischen 4 u. 6 Jahren und endet mit einem Prüfungsgespräch vor einem Prüfungsausschuss der Landesärztekammer (Ärztekammer). Der A. ist anschließend berechtigt, die Bezeichnung „Arzt für ...“ zu führen. Berufsbild: Die ärztliche Berufsausübung wird geregelt durch die Berufsordnungen, die von der Vertreterversammlung der Landesärztekammern verabschiedet werden und die grundsätzlichen standesrechtlichen Gebote enthalten. Ein A. darf seinen Beruf nicht im Umherziehen ausüben, und es besteht ein Werbeverbot. Die Aufgabe des A. ist es, Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen bzw. wiederherzustellen u. Leiden zu lindern. Er muss seinen Beruf gewissenhaft u. nach den Geboten der Menschlichkeit ausüben und darf keine Anweisungen oder Vorschriften beachten, die dieser Aufgabe entgegenstehen oder deren Befolgung er nicht verantworten kann. Der ärztliche Aufgabenbereich umfasst Tätigkeiten, die zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Schäden sowohl körperlicher als auch seelischer Art dienen. Ferner wirkt der A. mit bei der Ausbildung des eigenen Berufsstandes sowie anderer Gesundheitsberufe (z.B. Arzthelferin, Pflegende) und bei der Erforschung u. Dokumentation von Erkrankungen sowie von diagn. u. ther. Methoden. Der A. muss den Patienten über dessen Erkrankung, die diagn u. ther. Maßnahmen sowie über Risiken aufklären (Aufklärungspflicht) und den Krankheitsverlauf u. die Behandlung dokumentieren (Dokumentationspflicht). Generell unterliegt der A. der Schweigepflicht. Allerdings besteht für bestimmte Erkrankungen u. Tatbestände eine gesetzliche Meldepflicht. Die Fortbildungspflicht verlangt, dass jeder A. durch kontinuierlichen Wissenserwerb den neuesten Stand der Wissenschaft kennt. Der A. muss den Patienten sorgfältig behandeln; gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen ist der A. zur Wirtschaftlichkeit verpflichtet. Als Arbeitgeber oder Weisungsbefugter in Einrichtungen, z.B. als Chefarzt im Krankenhaus, trägt er die Verantwortung für seine Angestellten u. Beschäftigten und muss sich von der fachgerechten Ausführung delegierter Aufgaben sowie von dem Aufgabenbereich entsprechenden Kenntnissen des nachgeordneten Personals überzeugen. Der A. ist in seiner Berufsausübung frei, d.h., er kann (außer in Notfällen) die Behandlung eines Patienten ablehnen. Jeder A. ist kraft Gesetzes Mitglied einer Ärztekammer. Niedergelassene Ärzte, die kassenärztlich tätig sein wollen, müssen darüber hinaus der Kassenärztlichen Vereinigung angehören. Die Mitgliedschaft in anderen Organisationen (Berufsverbände der Ärzte) ist freiwillig. Diese Institutionen haben verschiedene Aufgaben, z.B. Fortbildung, und vertreten die politischen u. wirtschaftlichen Interessen sowie die Standesinteressen ihrer Mitglieder. In Deutschland gibt es ca. 300 000 berufstätige Ärzte (Stand März 2003).

  • Ärztekammer

      Organisationsstruktur des Gesundheitswesens, der lt. Gesetz alle approbierten Ärzte angehören müssen. Ihre Aufgabe besteht u.a. in der Zulassung von Ärzten, Fort- u. Weiterbildung, Berufsgerichtsbarkeit. In jedem Bundesland existiert mindestens eine Ä., die alle unter dem Dachverband der Bundesärztekammer zusammengeschlossen sind.

    • Arzthaftung

        Schadenersatzpflicht aus dem Dienstvertrag (§ 611 ff BGB) des Arztes. Unterschieden werden zwei Formen: A. bei „materiellen Schäden“, die durch eine Behandlung entstehen, bei denen der Arzt die „im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht“ gelassen hat. Hierbei ist unter „erforderlicher Sorgfalt“ zu verstehen, dass der Arzt eine Behandlung nur dann durchführt, wenn er die gesundheitlichen, fachlichen u. sonstigen Voraussetzungen erfüllt. D.h., eine A. besteht z.B. bei Operationsschäden, die Folge vorhersehbarer alters- oder krankheitsbedingter Ausfallserscheinungen des Operateurs (auch als Folge von Übermüdung) oder mangelnder Kenntnis des betreffenden Operationsverfahrens sind. Das Vertragsrecht sieht bei solchen materiellen Schäden kein Schmerzensgeld, sondern nur die Haftung für den materiellen Schaden vor. Eine A. besteht ferner bei Eingriffen, die den Tatbestand der „unerlaubten Handlung“ erfüllen. Dieser Tatbestand erfasst ebenso wie die vertragliche Haftung Behandlungsfehler sowie ärztliche Eingriffe, die ohne das Einverständnis des Patienten erfolgten oder über die der Patient mangelhaft aufgeklärt wurde. Prinzipiell gilt jeder medizinische Eingriff als „Eingriff in die körperliche Unversehrtheit“ u. ist im juristischen Sinn als Körperverletzung (§ 223 StGB) anzusehen. Demnach ist ein medizinischer Eingriff in die körperliche Unversehrtheit ohne Einverständnis des Patienten strafrechtlich verfolgbar. Außerdem kann Anspruch auf die Zahlung von Schmerzensgeld nach § 847 BGB erhoben werden.

      • Arzthelferin

          anerkannter Lehrberuf zur Unterstützung des Arztes. Ausbildung: Dauer 3 Jahre, Zugangsvoraussetzung Hauptschulabschluss. Praktische Tätigkeit in Arztpraxis oder anderer geeigneter Ausbildungsstätte (z.B. Krankenhaus), theoretischer Unterricht in Berufsschule. Die Überwachung der Aus- u. Weiterbildung obliegt der Ärztekammer. Aufgaben: Organisation des Praxisablauf, Verwaltungsarbeiten (z.B. Buchführung, Abrechnung), Hilfe bei Diagn. u. Ther., Pflege der Praxiseinrichtung u. des Instrumentariums. A. unterliegen der Schweigepflicht. Arzt-Fachhelferin: In einigen Bundesländern besteht die Möglichkeit der berufsbegleitenden Weiterbildung zur Arzt-Fachhelferin. Dauer 1,5 Jahre, umfasst Lehrgänge in den Bereichen Medizin (z.B. Notfälle, Strahlenschutz, Grundlagen der Arzneimitteltherapie), Verwaltung (z.B. Praxismanagement, EDV) sowie Gesundheitspädagogik u. Ausbildung (z.B. berufsbezogene Psychologie, Gesundheitserziehung).

        • As

            Symbol für chem Arsen, ophth Astigmatismus, physik Amperesekunde.

          • ASA-Scale
            • Synonyme: Abk. für assessment of selfcare activities

            • Etymol.: engl.

            Einschätzungs- und Beurteilungsinstrument für die Fähigkeiten einer Person zur Selbstpflege.

          • ASAD
            • Synonyme: Abk. für arthroscopic subacromial decompression

            • Etymol.: engl.

            arthroskopische subakromiale Dekompression als mgl. Ther. des Impingement-Syndroms.

          • Asai-Fistel
            • Asai-Fistel

            • Englischer Begriff: Asai shunt

            (R. A. 1972) operativ angelegte Verbindung (Hautschlauch) zwischen Luftröhre u. Hypopharynx zur Stimmrehabilitation nach totaler Laryngektomie. S.a. Staffieri-Fistel.

          • ASAT
          • Asbest
            • As|best

            • Synonyme: Alumen plumosum

            • Englischer Begriff: asbestos

            ein bis > 1000 °C thermisch stabiles, spinn- u. webbares Fasermineral (v.a. Magnesium-, z.T. auch Calciumsilicat). Die vielfältige industrielle Verwendung (Feuerschutz; Asbestzement, Filter) ist verbunden mit Gefahr der Asbestose. Technische Richtkonzentration: 0,025 mg/m3 u. 0,5 · 106 Fasern/m3 (gilt für Asbest als Feinstaub; Krokodylith); 0,05 mg/m3 u. 1 · 106 Fasern/m3 bei < 2,5 Gewichtsprozent A. in Feinstaub.

          • Asbestdermatitis
            • As|best|dermatitis

            • Englischer Begriff: asbestos dermatitis

            Dermatitis durch in die Haut eingedrungene abgebrochene fädige Asbestkristalle; allgemein als Berufskrankheit.

          • Asbestkrebs
            • Asbest|krebs

            s.u. Asbestose.

          • Asbestose
            • Asbes|to|se

            • Synonyme: Asbestosis pulmonum; Bergflachslunge

            • Englischer Begriff: asbestosis

            eine prognostisch zweifelhafte Staublungenkrankheit (Pneumokoniose) durch eingeatmeten Asbeststaub; eine auch nach Expositionsbeendigung gelegentlich fortschreitende u. zu Lungeninsuffizienz führende Lungenfibrose mit Atemnot, Reizhusten, zähem Auswurf, Hinfälligkeit. Sehr spät erfolgt evtl. eine bösartige Entartung („Asbestkrebs“ der Lunge u. Pleura, evtl. auch des Peritoneums; v.a. als Mesotheliom). – Entschädigungspflichtige Berufskrankheit.

          • Ascariasis
            • As|ca|ria|sis

            • Synonyme: Ascaridosis; Askaridiasis; Askaridosis

            • Englischer Begriff: ascariasis

            Befall mit Ascaris lumbricoides nach Aufnahme von Wurmeiern mit dem Trinkwasser oder mit Nahrungsmitteln (evtl. aber als embryonale Infektion). Klinik: Der Verlauf ist oft symptomarm (Abgeschlagenheit; allergische Manifestationen, Eosinophilie; Gewichtsabnahme bzw. bei Kindern Entwicklungsstörungen); jedoch treten im Stadium der auf die Infestation folgenden Larvenwanderung flüchtige, oft multiple eosinophile Lungeninfiltrate auf (mit Asthma verminosum), bei Sekundärinfektion auch Pneumonie. Bei massivem Befall durch geschlechtsreife Würmer Symptome seitens des Magen-Darm-Traktes, z.B. Koliken infolge Einwanderns in die Gallengänge (Cholangitis), den Pankreasgang (Pankreatitis), Wurmfortsatz (Appendicitis helminthica); bei Knäuelbildung evtl. Ileus; Einwandern in Organe außerhalb des Verdauungskanals selten. Diagn.: durch Nachweis von Würmern oder Wurmeiern im Stuhl.

          • Ascaris lumbricoides
            • As|ca|ris lum|bri|coi|des

            • Englischer Begriff: roundworm

            Abbildung

            der die Ascariasis hervorrufende Spulwurm (ein Nematode mit getrenntgeschlechtlicher Entwicklung). Ist cremefarben, etwa 4 mm dick u. 20–40 (♀) bzw. 15–25 cm (♂) lang; das Weibchen mit eingerolltem Hinterende. Die vom Weibchen in den Darm abgelegten Wurmeier (s.a. Abb.) gelangen aus dem Freien mit infizierter Nahrung in den Dünndarm, wo die inzwischen herangereiften Larven schlüpfen u. durch die Darmwand in die Blutgefäße eindringen. Sie wandern dann („Migrationsphase“) durch die Blutbahn in die Lunge u. weiter durch die Luftröhre zurück in den Darm, in dem sie zum geschlechtsreifen Wurm heranwachsen u. als Darmparasit fortleben („Ansitzphase“).

          • ascendens
            • ascen|dens

            • Synonyme: aszendierend

            • Etymol.: latein.

            • Englischer Begriff: ascending

            aufsteigend, kopf- oder zentralwärts verlaufend (z.B. Aorta asc.) oder leitend. S.a. afferent, Aszendens...

          • Aschenbild
            • Aschen|bild

            • Synonyme: Spodogramm

            • Englischer Begriff: ash picture

            • Fach: Histologie

            das mikroskopische Bild nach Mikroveraschung der organischen Bestandteile eines Organschnittes; gibt Aufschluss über Gehalt u. Verteilung der mineralischen Stoffe.

          • Ascher-Syndrom
            • Ascher-Syndrom

            • Englischer Begriff: Ascher's syndrome

            • Biogr.: Karl W. A., 1887–1971, Augenarzt, Cincinnati/Ohio

            • Fach: Ophthalmologie

            Kombination von adipöser Lidptose (Blepharochalasis), Doppellippe u. Struma (fast immer euthyreot). Die Ätiologie ist ungeklärt.

          • Aschheim-Zondek-Reaktion
            • Aschheim-Zondek-Reaktion

            • Synonyme: AZR (Abk.)

            • Englischer Begriff: Aschheim-Zondek test

            • Biogr.: Selmar A., 1878–1965, Berlin, Paris; Bernhard Z., 1891–1966, Berlin, Jerusalem, New York; Frauenärzte

            Frühschwangerschaftstest (ab 14. Tag in 99% positiv) durch indirekten Nachweis von Choriongonadotropin im Harn anhand der überstürzten – mit Bildung sichtbarer Blutpunkte des Eierstocks einhergehenden – Follikelreifung bis Gelbkörperbildung bei infantilen Mäusen ab dem 5. Tag nach Probandenharninjektion.

          • Aschner-Dagnini-Test
            • Aschner(-Dagnini)-Test

            • Englischer Begriff: Aschner's phenomenon

            • Biogr.: Bernhard A., 1883–1960, Frauenarzt, Wien, New York

            Bulbusdruckversuch.

          • Aschoff
            • Aschoff

            • Biogr.: Ludwig A., 1866–1942, Pathologe, Freiburg/Br.

          • Aschoff-Geipel-Knoten
            Aschoff
            • A.-Geipel-Knoten

            • Synonyme: rheumatisches Granulom

            s.u. Rheumatismus nodosus.

          • Aschoff-Knötchen
            Aschoff
            • A.-Knötchen

            • Englischer Begriff: Aschoff nodules; A. bodies

            Rheumaknötchen.

          • Aschoff-Puhl-Reinfekt
            Aschoff
            • A.-Puhl-Re|infekt

            unter der Pleura gelegene tuberkulöse Herde (mit Kalkeinlagerung u. derber Kapsel) im Lungenobergeschoss infolge einer exogenen Superinfektion (oder hämatogenen Streuung?).

          • Aschoff-Rokitansky-Sinus
            Aschoff
            • A.-Rokitansky-Sinus

            • Englischer Begriff: Rokitansky-A. sinus

            schlauchförmige, bis in die Muskelschicht reichende Einsenkungen des Schleimhautepithels der Gallenblase.

          • Aschoff-Tawara-Knoten
            Aschoff
            • A.-Tawara-Knoten

            • Englischer Begriff: A.-Tawara node

            Atrioventrikularknoten.

          • Ascites
            • As|ci|tes

            • Synonyme: Bauchwasser(sucht)

            Aszites.

          • Ascites chylosus
            Aszites
            • Ascites chylosus

            Chylusansammlung in der freien Bauchhöhle bei Verlegung des Ductus thoracicus.

          • Ascites haemorrhagicus
            Aszites
            • A. haemorrhagicus

            • Englischer Begriff: ascites (chylous; hemorrhagic); peritoneal dropsy

            blutig tingierter Aszites bei entzündlichem oder tumorösem Bauchfellprozess, z.B. bei Tbk, Karzinom. – Darin enthaltene Leukozyten u. Makrophagen sind zytodiagnostisch nutzbar.

          • Ascokarp
            • Asco|karp

            • Englischer Begriff: ascocarp

            komplexes Fruktifikationsorgan bei Ascomycetes; besteht aus askogenen Hyphen, enthält Asci (Ascus).

          • Ascoli-Reaktion
            • As|coli-Reaktion

            • Englischer Begriff: Ascoli reaction

            • Biogr.: Alberto A.,1877–1957, Veterinär, Mailand

            • Fach: Serologie

            Nachweis von Milzbrand (auch Pest u.a.) durch Thermopräzipitation, d.h. anhand der prompten ringförm. Trübung bei Überschichten eines Filtrats aus aufgekochten Gewebspartikeln mit dem spezifisch präzipitierenden diagnostischen Serum.

          • Ascomycetes
            • As|co|my|ce|tes

            • Synonyme: Askomyzeten

            die Klasse „Schlauchpilze“ der echten Pilze; ihr Thallus besteht aus septierten Hyphen; sexuelle Vermehrung (Verschmelzung ♂ u. ♀ Gametangien; Kernverschmelzung = Karyogamie; Bildung von Asci u. Sporen); die dem Ascus entstammenden Askosporen (sexuell; rund oder oval, in Gruppen) sind die Hauptfruchtform, die ebenfalls gebildeten Konidiosporen die Nebenfruchtform; als Gattung z.B. Saccharomyces.

          • Ascorbinsäure
            • Ascorbin|säure

            • Synonyme: L(+)-Ascorbinsäure; Acidum ascorbi(ni)cum

            • Englischer Begriff: ascorbic acid

            Abbildung

            das natürlich vorkommende (z.B. in Frischgemüse, Zitrusfrüchten enthalten) „antiskorbutische“ Vitamin C. Synthetisierbar in Form eines gut wasserlöslichen Kristallpulvers. Biologisch wichtig als Redoxsubstanz aller Körperzellen (im Gleichgewicht zu Dehydro-A.) u. als Gefäßschutzstoff (Endothelschutz für die Kapillarenabdichtung). Da im menschlichen Organismus nicht synthetisierbar, sind ernährungsbedingte Mangelerscheinungen bis hin zum Skorbut möglich. Sie wird angereichert in hormonbildenden Organen (z.B. NNR) u. ist beteiligt u.a. am Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Steroide (deren Hydroxylierung), zyklischen Aminosäuren, der Folsäure. Durch Prolinhydroxylierung ist sie ein wichtiger biochemischer Teilfaktor der Kollagen- u. damit Narbenbildung.

          • Ascus
            • As|cus

            • Englischer Begriff: ascus

            der Sporenschlauch der Ascomycetes; s.a. Ascokarp.

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