Medizin-Lexikon: Einträge mit "B"

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  • Blount-Armschlinge
    Blount
    • B.-Armschlinge

    • Englischer Begriff: collar and cuff

    Abbildung

    Ruhigstellung einer suprakondylären Humerusfraktur bei angewinkeltem Unterarm, wobei die Fixationsschlinge im Nacken u. Handgelenk gelegt wird (s.a. Abb.). Dabei erfolgt die Schienung der Fraktur durch die lange Trizepssehne, die als Zuggurtung wirkt.

  • Blount-Barber-Syndrom
    Blount
    • B.(-Barber)-Syndrom

    • Synonyme: Tibia vara

    • Englischer Begriff: B.'s disease; B.-Barber disease

    eine aseptische juvenile Knochennekrose des inneren Schienbeinknorrens. Die infantile Form meist beidseitig (u. evtl. spontan heilend), die juvenile (6.–12. Lj.) häufiger einseitig. Infolge einer sekundären kompensatorischen Hypertrophie des inneren (= medialen) Femurkondylus erfolgt Entwicklung einer O-Bein-Stellung (Genu varum).

  • Blount-Klammer
    Blount
    • B.-Klammer

    • Englischer Begriff: Blount's clamp

    krampenartig spitze Knochenklammer, v.a. für Epiphysenklammerung.

  • Blount-Korsett
  • Blow-out
    • Blow-out

    • Etymol.: engl.

    • Fach: Angiologie

    Dow-Zeichen.

    • B.-o.-Fraktur
      Bruch der Augenhöhlenwandung nach stumpfer Gewalteinwirkung auf den Augapfel... (mehr)
  • Blow-out-Fraktur
    Blow-out
    • B.-o.-Fraktur

    • Synonyme: Orbitabodenfraktur

    • Englischer Begriff: blow-out fracture

    Bruch der Augenhöhlenwandung nach stumpfer Gewalteinwirkung auf den Augapfel u. die Augenhöhle. Meist als Sprengung des Bodens der Orbita mit nachfolgender Herniation von Weichteilen u. mit Blutung (Haemophthalmus externus), Tieflage des Augapfels (Enophthalmus) u. Sehstörung (Doppelbilder, Diplopie). Baldige Reposition u. Stützung des Orbitabodens (Tamponade, Plastik) nötig.

  • blue baby
    • Etymol.: engl.

    der eine schwere Zyanose aufweisende („blausücht.“) Säugling, bei bestimmten angeborenen Herzfehlern (v.a. Fallot-Tetralogie) oder der Methämoglobinämie.

  • blue bloater
    • Etymol.: engl. = blauer Aufgedunsener

    Typ des Lungenemphysematikers mit zyanotischem Habitus u. leichter Atemnot. Auffällig sind Hypoxämie, Hyperkapnie u. Hämatokriterhöhung als Folge der chronischen, obstruktiven Atemwegserkrankung. S.a. pink puffer.

  • Blue-diaper-Syndrom
    • Blue-Diaper-Syndrom

    • Etymol.: engl.

    Blaue-Windeln-Syndrom.

  • Blue-rubber-bleb-naevus-Syndrom
    • Blue-Rubber-Bleb-Naevus-Syndrom

    ein gutartiger kavernöser Gefäßtumor, tritt meist im Halsbereich u. Intestinaltrakt auf; s.a. Bean-Syndrom.

  • Blue-toe-Syndrom
    • Blue-Toe-Syndrom

    • Etymol.: engl.

    Sequenz der blauen Zehe.

  • Blum-Tumor
    • Blum-Tumor

    die Epulis-artige Zahnfleischwucherung bei der Gingivitis gravidarum.

  • Blumberg-Zeichen
    • Blumberg-Zeichen

    • Englischer Begriff: rebound tenderness

    • Biogr.: Moritz B., 1873–1955, Chirurg, Berlin

    (1907) Loslassschmerz (als Erschütterungsschmerz) im re. Unterbauch als Appendizitis-Zeichen.

  • Blumenesche
  • Blumenkohltumor
    • Blumenkohl|tumor

    • Englischer Begriff: cauliflower-shaped tumor

    Geschwulst mit blumenkohlartiger Oberfläche: Papilloma bzw. Carcinoma cauliflore.

  • Blumensaat-Linie
    • Blumensaat-Linie

    auf der seitl. Kniegelenkaufnahme die durch die knochendichtere Fossa intercondylaris bedingte Linie, deren Verlängerung bei 150°-Beugestellung normalerweise den unteren Kniescheibenpol schneidet (nicht aber bei Patellahochstand).

  • Blumer-Zeichen
    • Blumer-Zeichen

    • Englischer Begriff: Blumer's sign

    • Biogr.: George Albert Bl., 1858–1940, amerikan. Internist

    vom Mastdarm aus tastbare derbe Masse im Douglas-Raum als Metastase (Bl.-Tumor) eines bösartigen primären Magen- oder Darmtumors.

  • Blut
    • Synonyme: Sanguis; Körperhämatokrit

    • Englischer Begriff: blood

    im Blutkreislauf zirkulierende Suspension von Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten, Blutplättchen) im Plasma mit für den Organismus vielfältigen, nicht anderweitig ersetzbaren Funktionen. Vielfach als „flüssiges Gewebe“ bezeichnet. Zahlreiche Aufgaben im Wärmehaushalt sowie im Stofftransport für Gase, Nährstoffe, Intermediärprodukte, Abwehrstoffe, Abbauprodukte, Wirkstoffe, Hormone, gerinnungsaktive Substanzen, Zellen. Gesamtblutvolumen: Es wird je nach Bestimmungsmethode zwischen 65,6 u. 71,4 ml/kg Körpermasse mit einer Schwankungsbreite von 51–87 ml/kg Körpermasse angegeben. Dabei beträgt das gesamte Erythrozytenvolumen 25,8 ml/kg (bei Frauen) Körpermasse bzw. 30,3 ml/kg Körpermasse (bei Männern). Das Volumenverhältnis von Blutzellen zu Plasma beträgt bei Männern 44–48 zu 56–52. Die Gesamtblutmenge ist bei Bezug auf das Körpergewicht bei Männern durchschnittlich etwas größer als bei Frauen. Bei der Geburt beträgt das Gesamtblutvolumen um 300 ml; es verdoppelt sich im 1. Lj. Sportliche Betätigung führt zur Vermehrung des Gesamtvolumens. Physiol.: Der physiologische Zustand des B. ist größtenteils durch physikalische Faktoren bestimmt. Eine der Hauptfunktionen, der Stofftransport, nutzt die physikalisch-chemischen Eigenschaften der Eiweißstoffe, der sog. Trägerproteine (s.a. Plasmaproteine). Die elektrische Ladung einzelner Plasmabestandteile u. die elektrische Oberflächenladung der Blutzellen sind Voraussetzung für ihre Wanderung im elektrischen Feld (Elektrophorese). Wasser ist der Hauptbestandteil des B. mit 90% im Plasma u. 65% in den Blutzellen. Der normale kryoskopische Punkt des Blutplasmas liegt bei –0,56 °C (± 0,01). Die Niere ist vorwiegend für die Aufrechterhaltung der Isotonie des B. verantwortlich. Der onkotische Druck der Plasmaproteine beeinflusst wesentlich den Wasseraustausch im Kapillarsystem. Die Konstanz der Isohydrie ist für den Ablauf aller biologischen Vorgänge Vorbedingung. Der normale pH-Wert liegt zwischen 7,37 u. 7,45. Puffersysteme des Plasmas u. der Blutkörperchen steuern die Erhaltung des Säuren-Basen-Gleichgewichts, wobei das Kohlensäurehydrogenkarbonatsystem den wichtigsten Puffer darstellt. Die Fähigkeit des B., Kohlensäure in Form von Hydrogenkarbonat zu binden, hängt von der Menge des nicht fest gebundenen Alkalis ab. Der Wert dieser Alkalireserve beträgt 55–56 Vol.-% gebundener Kohlensäure. Die Konstanz des Säuren-Basen-Gleichgewichts wird weiterhin durch das System NaH2PO4–Na2HPO4, die Plasmaproteine u. die Erythrozyten aufrechterhalten. Blutviskosität, Berechnungsindex des Serums sowie die Oberflächenspannung des Plasmas sind weitere physikalische Kriterien des B. Diagn. Kriterien: Bereits unter physiologischen Bedingungen findet im Ablauf der Lebensvorgänge ein dauernder Zustrom in die u. ein Abstrom von Stoffen aus der Blutbahn statt. Enge Wechselbeziehungen bestehen zwischen der Zusammensetzung des Plasmas u. den verschiedenen Organfunktionen. Größe des Einstroms in die Blutbahn, Transportmöglichkeit bzw. -kapazität u. Größe des Ausstroms aus der Blutbahn sind bestimmend für die jeweilige Konzentration eines Stoffs im B. Veränderungen dieser Stoffkonzentration, d.h. der Zusammensetzung des B., können wichtige diagnostische Hinweise erlauben, wenn der entsprechende Blutspiegel, der normalerweise nur in engen Grenzen schwankt, im Sinne einer Verminderung oder Vermehrung abweicht. Das Zellpackungsvolumen (PCV für engl.: packed cell volume) wird in der medizinischen Praxis meist mittels des Hämatokritverfahrens bestimmt, bei dem Blutkörperchen mittels Zentrifugalkraft in einem Röhrchen zusammengepresst werden.

    • B., arterielles
      das nach Sauerstoffaufnahme in der Lunge hellere, in den Arterien des... (mehr)
    • B., okkultes   Tabelle
      eine mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbare Blutbeimengung im Harn (Mikrohämaturie)... (mehr)
    • B., venöses
      das sauerstoffärmere, aber CO2-reichere B. im Venensystem (u... (mehr)
  • Blut bildende Wachstumsfaktoren
    • Blut bildende Wachstums|faktoren

    hämatopoetische Wachstumsfaktoren.

  • Blut-Gewebe-Schranke
    • Blut-Gewebe-Schranke

    • Englischer Begriff: blood-tissue barrier

    der Schrankeneffekt gegen den Übertritt bestimmter Stoffe aus der Blutbahn in das umgebende Gewebe; z.B. als Filtereffekt der Endothelporen für Makromoleküle, als hemmender Effekt der Lipidmembran in der Gefäßwand für den Durchtritt nicht lipidlöslicher Stoffe, als selektive Wirkung aktiver Transportprozesse in der Kapillarwand; u.a. als Blut-Leber-, Blut-Liquor-, Liquor-Hirn-, Plazentarschranke.

  • Blut-Hirn-Schranke
    • Blut-Hirn-Schranke

    • Englischer Begriff: blood-brain barrier (BBB); blood-cerebral barrier

    Abbildung

    der Schrankeneffekt der die Blutgefäße umgebenden Glia u. des Kapillarendothels für bestimmte Stoffe (d.h. für nicht lipoidlösliche Substanzen, Proteine). Die Gliazellen verfügen über „gap junctions“ (tunnelartige Verbindungen), die nur den Austausch von Ionen u. niedermolekularen Substanzen zulassen. Ein Hindurchtreten von Stoffen durch die Interzellularräume der Endothelzellen wird hingegen durch die „tight junctions“ (dichte Zellverbindungen) verhindert, ist somit nur über die Endothelzellen selbst möglich. Die Endothelzellen besitzen eine metabolische Schranke, die darin besteht, dass endotheliale Enzyme auf die Substanzen einwirken können, die durch die Endothelzellen hindurchtreten. Die Schranke wird bei Vergiftungen, Hypoxidose u. im Tumorbereich durchbrochen. S.a. Blut-Liquor-Schranke.

  • Blut-Hoden-Schranke

      physiologische Barriere, die einen Übertritt von Spermien in das Blut verhindert; wird gebildet durch die auf der Basalmembran der Tubuli contorti des Hodens sitzenden Sertoli-Zellen.

    • Blut-Liquor-Schranke
      • Blut-Liquor-Schranke

      • Englischer Begriff: blood-cerebrospinal fluid barrier

      • Fach: Physiologie

      der in den Kapillarbereichen der Plexus choroidei u. der Hirnhäute vorhandene Schrankeneffekt zwischen den Blutgefäßen u. dem Liquorraum als wesentlicher Faktor für die Liquorzusammensetzung. Der Wirkungsgrad liegt unter dem der Blut-Hirn-Schranke.

    • Blut-pH
      • Blut-pH

      • Englischer Begriff: blood pH

      • Fach: Physiologie

      aktuelle Reaktion (pH) des Blutes, die bei normalem Stoffwechsel schwach alkalisch ist (normaler pH-Wert im arteriellen Blut 7,40 ± 0,03, im venösen Blut ca. 7,37) u. gesichert wird durch Puffersysteme (Bicarbonat, Hb, Phosphat) u. durch die zugehörigen Nieren- u. Lungenleistungen, die gemeinsam die relative Konstanz der Wasserstoffionenkonzentration (Isohydrie) gewährleisten. Die Bestg. erfolgt mit Hilfe von Indikatoren sowie elektrometrisch (Glas-, Wasserstoffelektrode) oder gasometrisch (Henderson-Hasselbalch-Gleichung). – s.a. Alkalireserve, Azidose, Alkalose.

    • Blut, arterielles
      Blut
      • B., arterielles

      • Englischer Begriff: arterial b.

      das nach Sauerstoffaufnahme in der Lunge hellere, in den Arterien des großen Kreislaufs (u. in Lungenvenen) zirkulierende B.

    • Blut, okkultes
      Blut
      • B., okkultes

      • Englischer Begriff: occult b.

      Tabelle

      eine mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbare Blutbeimengung im Harn (Mikrohämaturie), Liquor oder Stuhl (Tab.). Bedeutende klinische Relevanz besitzt der Nachweis im Stuhl durch Guajakprobe mit vorgefertigten Testbriefen. Ausscheidung von okkultem B. bei Gesunden etwa 1–1,5 ml Blut/Tag. Erhöhte Konzentrationen von Hämoglobin oder Häm bei Blutungen maligner Tumoren von Kolon u. Rektum. Der Nachweis ist bei höher gelegenen Darmbereichen nur bei massiven Blutungen möglich, da liberiertes Häm während Darmpassage bakteriell abgebaut bzw. rückresorbiert wird. Die Untersuchung erfolgt nach ballaststoffreicher Diät an drei aufeinander folgenden Tagen. Nachweis z.B. mit Haemoccult®-Test; s.a. Blutstuhl; Blutung, gastrointestinale.

    • Blut, venöses
      Blut
      • B., venöses

      • Englischer Begriff: venous b.

      das sauerstoffärmere, aber CO2-reichere B. im Venensystem (u. in Lungenarterien).

    • Blutagar
      • Blut|agar

      • Englischer Begriff: blood agar

      • Fach: Bakteriologie

      mit ungerinnbarem menschlichem oder tier. Blut (5–10%) versetzter steriler Nähragar; er begünstigt das Erregerwachstum u. gestattet den Nachweis hämolysierender Eigenschaften. – Mit bes. Zusätzen für spezielle Züchtungen geeignet, z.B. als Blutalkaliagar (Dieudonné, Esch etc.).

    • Blutalkoholkonzentration
      • Blut|alkohol(konzentration)

      • Synonyme: BAK (Abk.)

      • Englischer Begriff: blood alcohol (level); b. a. concentration

      • Fach: Gerichtsmedizin

      der Äthylalkohol- = Äthanolgehalt (meist in ‰) des menschlichen Blutes zum Zeitpunkt der Blutprobenentnahme oder aber – aus dem Analyseergebnis als Blutspiegel errechnet – zu einem vorherigen relevanten Zeitpunkt. Die Blutprobenentnahme erfolgt möglichst mittels Venüle u. stets ohne vorherige Alkohol-Desinfektion. Die Alkoholbestimmung erfolgt durch Gaschromatographie, Interferometrie oder aber chemisch nach Schifferli (katalytisch-pyrogene Umwandlung in Äthylen, Errechnung nach quant. Bromanlagerung), nach Widmark (1922; Oxidation zu Acetaldehyd unter Reduktion äquivalenter CrVI-Mengen zu CrIII u. jodometrische Titration des CrVI-Überschusses; benötigt 100 mg Blut; liefert fälschlich hohe Werte bei Ketonämie, im Leichenblut [Fäulnisprodukte], weshalb in Deutschland zusätzlich die ADH-Methode obligat ist [u. die Blutentnahme möglichst durch eine ärztl. Berauschungsprüfung zu ergänzen ist]). Die Bewertung erfolgt nach folgenden Richtwerten: 0–0,5‰ = nicht betrunken, 0–1,0‰ = zur Hälfte funktionelle Einbußen, 0,5–1,5‰ = gestörte Konzentration, 1,5–2,0‰ = betrunken, 2,0–2,5‰ = teilweise schwere Vergiftung, 3–5‰ = Koma, Todesgefahr, 5‰ = letale Dosis (Alkoholintoxikation).

    • Blutandrang
      • Blut|andrang

      • Englischer Begriff: blood congestion

      als „Wallung“ empfundene arterielle Hyperämie der Kopfgefäße aufgrund vorübergehender Hypertonie („Blutdruckunruhe“); s.a. Flush.

    • Blutarmut
      • Blut|armut

      Anämie.

    • Blutauge
      • Blut|auge

      • Fach: Ophthalmologie

      Hämophthalmus.

    • Blutausstrich
      • Blut|aus|strich

      • Englischer Begriff: blood smear

      Ausstrich eines Tropfens frischen Kapillarblutes auf einem Objektträger in Form eines dünnen Flüssigkeitsfilms; er dient nach Trocknung ungefärbt zur mikroskopischen Untersuchung auf Parasiten, gefärbt zur Differenzierung der Blutzellen (die Färbung basiert auf der Bevorzugung saurer Farbstoffe durch die Erythrozyten u. durch bestimmte Granula der Leukozyten bzw. basischer Farbstoffe durch nicht-azidophile Körnchen der Leukozyten sowie durch das Zellplasma u. die Zellkernsubstanz, z.B. bei der Methode nach Pappenheim, May-Grünwald, Giemsa, Graham-Knoll, Sato, Schultze, Ehrlich, Lüdin). S.a. dicker Tropfen; s.a. Blutbild.

    • Blutaustausch
      • Blut|austausch

      Austauschtransfusion.

    • Blutbank
      • Blut|bank

      • Synonyme: Bluttransfusionsdienst

      • Englischer Begriff: blood bank

      eigenständige Einrichtung oder Abteilung eines Krankenhauses, die für die Beschaffung, fachgerechte Aufbewahrung u. Abgabe von Konserven mit Vollblut oder Blutbestandteilen zuständig ist.

    • Blutbild
      • Blut|bild

      • Synonyme: Bb (Abk.); BB (Abk.)

      • Englischer Begriff: blood count; hemogram

      die qualitative u. quant. Zusammensetzung des Blutes bzw. die graphische Darstellung der Befunde, z.B. als humorales B. die Zusammensetzung bezüglich – ausgewählter – Parameter des Blutplasmas; i.e.S. die Befunde des peripheren Blutes bzgl. seiner korpuskulären Elemente (Differential-B.), unterschieden als rotes u. als weißes B. (Erythrozyten- u. Hämoglobin- bzw. Leukozytenbefunde); angegeben werden meist die Erythro-, Leuko- u. Thrombozytenzahl pro l (bzw. pro mm3 entspr.  μl), die Retikulozytenzahl (in ‰, bezogen auf Ery pro mm3), der Färbeindex oder das HbE; s.a. Hämatomyelogramm (= zentrales B.).

    • Blutbild, buntes
      Blutbild
      • B., buntes

      • Englischer Begriff: Schilling's b. c.

      (Schilling) ein Differential-B. mit ausgeprägter Vielfalt (Polymorphie) der Lympho- u. Monozyten (bei Fleckfieber, Virusinfektionen).

    • Blutbildung
      • Blut|bildung

      • Englischer Begriff: hem(at)opoiesis

      Abbildung

      die Bildung der Blutkörperchen (s.a. Erythropoese, Granulozytopoese). Erfolgt während der Embryonalphase zunächst außerembryonal in mesodermalen Blutinseln des Dottersackes (mesoblastische B.) unter Differenzierung der Innenzellen zu Blut-, der Außenzellen zu Endothelzellen (als primäre Gefäßwand), später im Embryo in Mesenchymzellen der Leber u. Milz (hepatolienale B.; im 2.–8. bzw. 5.–8. Monat) u. ab dem 6. Monat auch im Mesenchym des Knochenmarks, nach der Embryonalphase ausschließlich im Knochenmark (myelopoetische B.; s.a. Abb.) u. in den lymphatischen Organen. Die Ahnenreihe der Blutzellen im Knochenmark beginnt mit sog. pluripotenten Stammzellen, aus denen sich die zahlreichen Generationen der Erythropoese, Leukopoese u. Thrombopoese entwickeln. Diese pluripotenten Stammzellen werden auch als CFU (colony forming units) bezeichnet, weil sie bei Einpflanzung in andere Gewebe Kolonien von sog. determinierten Vorläuferzellen bilden. Aus Letzteren werden später die Erythrozyten (E), die Megakaryozyten (Meg), Makrophagen (M) u. Lymphozyten (L). Hämatopoetische Wachstumsfaktoren, die CSF (colony stimulating factors) üben einen stimulierenden Effekt auf Differenzierung u. Proliferation der Blutzellen aus. Es sind kleine Peptide, die als parakrine Hormone u.a. aus den Makrophagen des Knochenmarks freigesetzt u. vor Ort wirksam werden. Darüber hinaus ist an der B. eine Reihe anderer Hormone, u.a. die Catecholamine, Steroidhormone, Schilddrüsenhormone u. das Wachstumshormon, beteiligt. Die Vorläuferzellen werden – je nach Determinierung – als CSF-E, CFU-GM, CFU-Meg usw. bezeichnet. Bei den verschiedenen Schritten der Determinierung wirken die Wachstumsfaktoren G-CSF, M-CSF sowie die Interleukine IL-3 u. IL-5 stimulierend. Modellhaft findet die B. in drei „Pools“ – Proliferationspool, Reifungspool u. Funktionspool – statt. Die Lymphozytenbildung erfolgt aus den pluripotenten Stammzellen unter Einwirkung von Interleukin-2 (IL-2) u. Thymopoetin in den lymphatischen Organen (Leber, Milz, Lymphknoten).

    • Blutblase
      • Blut|blase

      • Englischer Begriff: blood blister; hemorrhagic blister

      Blasenbildung nach Blutung zwischen Epidermis u. Korium. – s.a. Spannungsblase.

    • Blutchimäre
      • Blut|chi||re

      • Englischer Begriff: blood chimera

      die auf einem embryonalen Austausch von Blutstammzellen zwischen Zwillingen basierende Chimäre, d.h. das Vorkommen von Blutzellen der beiden Genotypen; z.B. Blutgruppenchimäre.

    • Blutdepot
      • Blut|depot

      • Fach: Physiologie

      Blutspeicher.

    • Blutderivat
      • Blut|derivat

      • Englischer Begriff: component blood

      Abbildung

      ein aus Vollblut(konserven) gesunder Blutspender hergestelltes Präparat für den Ersatz spezieller Blutbestandteile, z.B. als Plasma-, Serumkonserve, Erythro-, Leuko-, Thrombozytenkonzentrat. Ferner bestimmte Faktoren der Blutgerinnung. S.a. Abb.

    • Blutdruck
      • Blut|druck

      • Englischer Begriff: blood pressure

      der in den Gefäßen des Körper- u. Lungenkreislaufs herrschende (= intravasale) Druck; i.e.S. der arterielle Bl., der „im arteriellen System“ auf Herzhöhe gegen den Atmosphärendruck gemessene Druck, der von der Herzleistung (Zeitvolumen) einerseits u. dem – durch den Gefäßwandtonus u. die Wandelastizität bestimmten – Gefäßwiderstand u. der Blutviskosität andererseits abhängt u. der die treibende = „hämodynamische“ Kraft für die Blutzirkulation darstellt (s.a. Venendruck, Niederdrucksystem, Systemblutdruck, Blutdruckmessung). Die Regelung, d.h. die Einstellung des mittleren Blutdrucks auf ein den jeweil. Erfordernissen angepasstes Niveau, erfolgt auf Signale aus den Presso- u. Chemorezeptoren (s.a. Blutdruckzügler) durch Kreislaufzentren u. deren vasomotorische (sympathische oder parasympathische) Efferenzen u. unter Beteiligung von Hormonen des Nebennierenmarks, u. zwar durch Änderung des peripheren Widerstandes (der aber auch durch örtl. Metaboliten beeinflusst wird) oder durch Veränderung der Herzfrequenz u. -kraft.

    • Blutdruck, diastolischer
      Blutdruck
      • Bl., dia|sto|lischer

      • Englischer Begriff: diastolic b. p.

      der minimale Bl. während der Herzdiastole; er wird aufrechterhalten durch das Abströmen des endsystolischen Speichervolumens der Aorta u. beträgt normal um 80 mmHg (entspr. 10,7 kPa).

    • Blutdruck, mittlerer
      Blutdruck
      • Bl., mittlerer

      • Englischer Begriff: mean b. p.

      der durch Mittelung (Planimetrie) der arteriellen Pulskurve gewonnene oder elektronisch durch Dämpfung des pulsatilen Drucksignals ermittelte Bl., der beim zentralen Puls etwa dem arithmetischen Mittel aus systolischem u. diastol. Bl. entspricht u. peripher dem diastolischen Bl. + 1/3 der Amplitude; er ist das Produkt aus mittlerem arteriellem Druck u. totalem peripherem Widerstand: pm = I·W; der Normalwert beträgt etwa 100 mmHg (entspr. 13,3 kPa).

    • Blutdruck, statischer
      Blutdruck
      • Bl., statischer

      der B. nach Stilllegung des Kreislaufs; er liegt etwas unter dem normalen Venendruck u. ist – bei gegebenem Blutvolumen – Ausdruck der Gesamtelastizität des Kreislaufs; er ist durch künstliche Gefäßerweiterung, z.B. durch Spinalanästhesie, oder durch Blutvolumenvermehrung (z.B. Infusion) beeinflussbar.

    • Blutdruck, systolischer
      Blutdruck
      • Bl., sy|sto|lischer

      • Englischer Begriff: systolic b. p.

      der aus der Herzsystole resultierende Höchstwert des B.; er beträgt normal etwa 120 mmHg (entspr. 16 kPa), ist aber im Alter durch Verminderung der Gefäßelastizität höher (s.a. Hypertonie).

    • Blutdruckamplitude
      • Blutdruck|amplitude

      • Englischer Begriff: amplitude of blood pressure

      die Differenz zwischen dem systolischen u. dem diastolischen Blutdruckwert (normal ca. 40 mmHg entspr. 5,3 kPa).

    • Blutdruckkrankheit
      • Blutdruck|krankheit

      • Englischer Begriff: high blood pressure

      Hypertonie, arterielle.

    • Blutdruckkrise
      • Blutdruck|krise

      • Synonyme: -anfall; hypertensive Krise

      • Englischer Begriff: hypertensive crisis

      abrupte, anfallsartige Erhöhung des systolischen Blutdrucks auf Werte > 200–300 mmHg (26,7–40 kPa) als Folge einer plötzl. massiven Ausschüttung von Catecholaminen in den Kreislauf, v.a. als Blutdruckanstiegskrise bei Phäochromozytom (auslösbar z.B. durch Druck auf den Tumor oder – unter gewissen Kautelen – durch Histamin- oder Tyramin-Injektion). I.w.S. auch die Blutdruckabfallkrise, d.h. das plötzl. Absinken des Blutdrucks (Hypotonie, arterielle) auf Werte < 70 mmHg entspr. 9,3 kPa; evtl. gefolgt von Hirnapoplexie, Koronarinfarkt, Nierenversagen.

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