Medizin-Lexikon: Einträge mit "D"

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  • Distorsio
    • Dis|torsio

    • Synonyme: -torsion

    • Etymol.: latein. = Verdrehung, Verzerrung

    • Englischer Begriff: distortion

    chir durch Drehung bedingte „geschlossene“ Gelenkverletzung, bei der es, als Folge des gewaltsamen Überschreitens der physiologischen Bewegungsgrenzen, zunächst zu einer vorübergehenden leichtgradigen Verrenkung (Subluxation) mit sofortiger Selbstreposition kommt sowie zu einer Bänderüberdehnung oder -zerreißung (mit nachfolgender Blutung in das u. am Gelenk), evtl. kompliziert durch Knorpelabsprengung oder -verschiebung, Weichteilinterposition, Nervenverletzung mit Störung der Sensibilität oder Lähmung. Klinik: örtliche Schwellung, Druckschmerz, Gelenkerguss, abnorme Beweglichkeit. Als Spätschäden Schlottergelenk, „Gelenkmaus“, Meniskopathie, parossale Knochenneubildung.

    • D. pedis
      D. des Sprunggelenks, meist durch Umkippen über den äußeren Fußrand bei... (mehr)
  • Distorsio pedis
    Distorsio
    • D. pedis

    • Englischer Begriff: d. of foot; ankle sprain

    D. des Sprunggelenks, meist durch Umkippen über den äußeren Fußrand bei gleichzeitiger Außendrehung des Körpers (= Adduktions-D.); oft mit Riss der Gabel- u. Seitenbänder des Gelenks u. mit Knochenausrissen.

  • Distraktion
    • Dis|traktion

    • 1)
      Streckung eines Gliedmaßenteiles oder des Rumpfes durch Zug u. Gegenzug... (mehr)
    • 2)
      manuelle Aufdehnung des Muttermundes unter der Geburt (Zervixdilatation)... (mehr)
  • Distraktion 1)
    Distraktion
    • 1)

    • Englischer Begriff: (dis)traction

    • Fach: Chirurgie

    Streckung eines Gliedmaßenteiles oder des Rumpfes durch Zug u. Gegenzug; erfolgt von Hand oder apparativ (s.a. Extension) bzw. instrumentell (Distraktor) sowie durch spezielle Lagerung; Anw. z.B. zur vorläufigen Knochenbruchbehandlung im Unfallschock, nach Verlängerungsosteotomie, zur Kontrakturmobilisierung, als Schwebelagerung.

  • Distraktion 2)
    Distraktion
    • 2)

    • Englischer Begriff: dilatation of cervix uteri

    • Fach: Gynäkologie

    manuelle Aufdehnung des Muttermundes unter der Geburt (Zervixdilatation).

  • Distraktionssegment
    • Dis|traktions|segment

    (Stoeckel) das unter der Geburt in Längs- u. Querrichtung überdehnte untere Uterinsegment im Zusammenhang mit einer Störung des Eintretens des Kindes in das kleine Becken, z.B. bei verschleppter Querlage. – S.a. Bandl-Kontraktionsring.

  • Distraktor
    • Dis|traktor

    • Englischer Begriff: distractor; spreader

    Instrument bzw. Gerät zur Distraktion; z.B. zur intraoperativen Spreizung der Zwischenrippenräume, zur Extensionsbehandlung (= Einrichtung von Knochenbrüchen unter Zug); z.B. Böhler-Schraubenzugapparat, Klapp-Repositionsgerät.

  • Distraneurin
    • Distraneurin®

    • Synonyme: „Distra“

    Clomethiazol.

  • Districhiasis
    • Dis|trichiasis

    • Englischer Begriff: districhiasis

    das Wachstum zweier Haare aus einer Haarfollikelöffnung.

  • Disulfidbrücke
    • Di|sulfid|brücke

    • Englischer Begriff: disulfide bridge

    • Fach: Biochemie

    die Gruppe „–S–S–“ v.a. in Cystin bzw. cystinhaltigen Peptiden oder Eiweißkörpern etc. Ist im Intermediärstoffwechsel beteiligt an Redoxsystemen (für Reduktion zu Sulfhydrylgruppen; z.B. Cystein ↔ Cystin).

  • Disulfiram
    • Disulfiram

    • Synonyme: Tetraethylthiuramidsulfid

    • Englischer Begriff: disulfiram

    Alkoholentwöhnungsmittel („Antabus®“); Anw. bei Alkoholentziehungskuren. Wirkung u. NW: hemmt den Alkoholabbau auf der Stufe des Acetaldehyds (Acetaldehyd-Syndrom) u. erzeugt eine künstl. Alkoholintoleranz (v.a. Brechreiz, Schwindel, Kopfschmerzen; bei hohem Blutalkoholspiegel evtl. Atemstillstand, Schock). Kontraindikationen: Herzinsuffizienz, Kreislauflabilität u. Diabetes mellitus.

  • Diszision
    • Dis|zision

    • Englischer Begriff: discission

    Discisio.

  • DIT
    • DIT

    Abk. für Dijodthyrosin.

  • Dithiocarbamoylhydrazin-Derivate
    • Dithio|carbamoyl|hydrazin-Derivate

    • Englischer Begriff: dithiocarbamylhydrazine derivatives

    synthetische Substanzen, die selektiv die hypophysäre Gonadotropin-Funktion hemmen; sog. Antigonadotropine (GnRH-Agonisten).

  • Dithranol
    • Englischer Begriff: dithranol; anthralin

    topisch anwendbares Antiseptikum u. Antipsoriatikum (Anthrachinon-Derivat). Anw. war ursprünglich kompliziert (mehrfach täglich, steigende Konzentration u. Dauer), jetzt vereinfachte Verfahren: „Minuten“- u. „on/off“-Therapie. NW: starke Verschmutzung der Wäsche, Verfärbung der Haut; bei Überdosierung u. zu langer Einwirkung Gefahr von Verbrennungen.

  • Dittel-Stift
    • Dittel-Stift

    • Englischer Begriff: conic bougie

    • Biogr.: Leopold v. D., 1815–1898, Urologe, Wien

    konischer Metallstift (Ø 10–30 Charr) zur Dehnung der äußeren Harnröhrenmündung.

  • Dittographie
    • Ditto|graphie

    • Englischer Begriff: repetition writing

    • Fach: Neurologie

    das sog. Schreibstottern; Schreibstörung mit Wiederholung von Silben u. Wörtern.

  • Dittrich-Pfröpfe
    • Dittrich-Pfröpfe

    • Englischer Begriff: Dittrich's plugs

    • Biogr.: Franz D., 1815–1859, Arzt, Erlangen

    bei Bronchiektasie u. Lungenabszess im Auswurf nachweisbare Klümpchen aus Fettsäurenadeln, Myelintropfen u. Bakterien.

  • Diurese
    • Di|urese

    • Englischer Begriff: diuresis

    • Fach: Physiologie

    die Harnbildung, -ausscheidung, unterschieden als Filtrations- u. als Wasserdiurese sowie als osmotische D.

  • Diurese, forcierte
    Diurese
    • D., forcierte

    • Englischer Begriff: forced d.

    gesteigerte Diurese als Maßnahme z.B. bei Vergiftungen. Prinzip ist die anhaltende Steigerung der Substanzausscheidung durch die Niere mit Hilfe intravenöser Gaben eines stark wirksamen Diuretikums (v.a. Furosemid) über einige Stunden bei gleichzeitiger ständiger Flüssigkeitszufuhr durch Infusion. Nur auf Intensivstationen durchzuführen.

  • Diurese, osmotische
    Diurese
    • D., osmotische

    • Synonyme: Molekulardiurese

    • Englischer Begriff: osmotic d.

    als Diurese i.e.S. die D. zur Bildung des Endharns aus dem Primärharn der Glomeruli, u. zwar durch Hemmung der Wasserrückresorption durch den osmotischen Druck des Harns, der auf den im Harn enthaltenen filtrierbaren, aber nur schwer rückresorbierbaren, inerten Stoffen basiert (z.B. auf Harnstoff); sie kann durch Zufuhr inerter Stoffe, z.B. Mannit, sowie durch bestimmte Diuretika gesteigert werden („forcierte D.“); tritt aber auch natürlich gesteigert auf als Folgeerscheinung bei Hyperglykämie u. nach Trinken von Meerwasser; s.a. Gauer-Henry-Mechanismus (als Diuresereflex).

  • Diuretica
    • Diuretica

    • Synonyme: -tika

    • Englischer Begriff: diuretics

    harntreibende, den Harnfluss (Diurese) fördernde Mittel. Anw. v.a. zur Förderung der Ausschwemmung extrazellulärer Flüssigkeit bei Ödemen (erfolgt durch Beeinflussung der Ausscheidung von Kationen u. Anionen körpereigener Salze durch die Niere; „Saluretika“) u. als Antihypertonika zur Behandlung der Hypertonie. Wirkprinzipien: Eingesetzt werden osmotische, stark wirkende und Kalium sparende D. sowie Thiazide (Benzothiadiazin-Derivate), die die Natriumrückresorption hemmen. Carboanhydrasehemmer wirken durch Hemmung der Bicarbonatresorption diuretisch, werden allerdings nur noch zur Glaukomther. angewendet. Diuretische Wirkung haben auch Purin- bzw. Xanthinderivate sowie Bestandteile bestimmter Pflanzen (wirksam durch unterschiedliche Wirkstoffe, u.a. durch ihren Gehalt an Kalium, ätherischem Öl).

  • Diuretica, Kalium sparende 3)
    Diuretica
    • 3) D., Kalium sparende

    distal-tubulär u. in Sammelrohren der Nierenrinde wirksame D., welche die Natrium-, Chlorid- u. Bicarbonatausscheidung steigern u. die Kaliumionenausscheidung hemmen. Wirkst.: z.B. Triamteren, Amilorid, außerdem die Aldosteron-Antagonisten.

  • Diuretica, osmotische 1)
    Diuretica
    • 1) D., osmotische

    D., die aus dem glomerulär filtrierten Harn nicht rückresorbiert werden u. im Tubulussystem osmotische Effekte i.S. der osmotischen Diurese entfalten. Wirkst.: z.B. Mannit, Sorbit.

  • Diuretica, stark wirkende 2)
    Diuretica
    • 2) D., stark wirkende

    • Synonyme: Schleifendiuretika

    Carbonsäuren mit Hemmeffekt auf die Chlorid- u. Natriumrückresorption im aufsteigenden Ast der Henle-Schleife. Wirken schnell u. auch bei reduzierter glomerulärer Filtrationsrate, steigern die Nierendurchblutung. Wirkst.: z.B. Furosemid, Torasemid, Etacrynsäure. Geeignet zur Anw. bei akutem Nierenversagen u. beim akuten Lungenödem. NW: vermehrte Kalium- u. Magnesiumausscheidung; Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts in Richtung – hypochlorämische, metabolische – Alkalose.

  • diuretisch
    • diuretisch

    • Englischer Begriff: diuretic

    die Diurese betreffend.

  • diurnus
    • di|urnus

    • Etymol.: latein.

    • Englischer Begriff: diurnal

    am Tage vorkommend.

  • diutinus
    • diu|tinus

    • Etymol.: latein.

    • Englischer Begriff: long lasting; protracted

    langwierig, lang dauernd.

  • div.

      Abk. für divide.

    • divergens
      • di|vergens

      • Synonyme: divergent

      • Englischer Begriff: divergent

      auseinander weichend, z.B. Strabismus divergens. S.a. Divergenz.

    • Divergent-Scan
      • Di|vergent-Scan

      • Etymol.: engl.

      s.u. Ultraschalldiagnostik.

    • Divergenz
      • Di|ver|genz

      • 1)
        das Auseinandergehen („Divergieren“) der Lichtstrahlen als Effekt... (mehr)
      • 2)
        Abweichung der Augapfelachsen vom Parallelstand; als horizontale D. infolge... (mehr)
    • Divergenz 1)
      Divergenz
      • 1)

      • Englischer Begriff: divergence

      • Fach: Physik

      das Auseinandergehen („Divergieren“) der Lichtstrahlen als Effekt von Konkavlinsen oder Konvexspiegeln.

    • Divergenz 2)
      Divergenz
      • 2)

      • Englischer Begriff: 1), 2) divergence

      • Fach: Ophthalmologie

      Abweichung der Augapfelachsen vom Parallelstand; als horizontale D. infolge ein- oder beidseitiger Auswärtswendung (Abduktion) der Augäpfel, z.B. beim Strabismus divergens oder aber physiologisch beim Blick nach oben; s.a. Divergenzreaktion. Als vertikale D. die Höhenabweichung einer oder beider Sehachsen infolge unkoordinierter Bulbusdrehbewegungen beim Höhenschielen (die rel. Höherstellung der re. Achse wird als „positiv“, die Tieferstellung als „negativ“ bezeichnet).

    • Divergenzlähmung
      • Divergenz|lähmung

      • Englischer Begriff: divergence paralysis

      starke Einwärtswendung (Konvergenz) der Augäpfel bei Brückenhaubenschädigung.

    • Divergenzreaktion
      • Divergenz|reaktion

      • 1)
        das unter gleichzeitiger Pupillenerweiterung u. Nachlassen der Akkommodation... (mehr)
      • 2)
        beim Vorstrecken der Arme mit geschlossenen Augen das Abweichen des herdseitigen... (mehr)
    • Divergenzreaktion 1)
      Divergenzreaktion
      • 1)

      • Fach: Ophthalmologie

      das unter gleichzeitiger Pupillenerweiterung u. Nachlassen der Akkommodation erfolgende Auseinanderweichen der Augenachsen bei der Umstellung vom Nahsehen (Konvergenz) auf Fixation in der Ferne.

    • Divergenzreaktion 2)
      Divergenzreaktion
      • 2)

      • Englischer Begriff: unilateral drifting

      • Fach: Neurologie

      beim Vorstrecken der Arme mit geschlossenen Augen das Abweichen des herdseitigen Armes nach außen.

    • Diverticulum
      • Di|ver|ti|cu|lum

      • Synonyme: Divertikel

      • Englischer Begriff: diverticulum

      die umschriebene, meist sackförm. Wandausstülpung eines Hohlorgans. I.e.S. das echte D.

    • Diverticulum hypophysarium
      Diverticulum
      • D. hypophysarium

      • Englischer Begriff: Rathke's pouch

      die embryonale Rathke-Tasche.

    • Diverticulum laryngeale
      Diverticulum
      • D. laryngeale

      Ausbuchtung des Morgagni-Ventrikels; als Extremform die Laryngozele.

    • Diverticulum spurium
      Diverticulum
      • D. spurium

      das falsche D.

    • Diverticulum verum
      Diverticulum
      • D. verum

      das echte D.

    • Divertikel, echtes
      Diverticulum
      • D., echtes

      • Englischer Begriff: true d.

      D. unter Beteiligung sämtlicher Wandschichten, u. zwar als angeborene Ektasie bzw. als Rest embryonaler Aussackungen (z.B. als Meckel-Divertikel) oder aber – zug-, druckbedingt – als erworbenes Traktions- bzw. Pulsionsdivertikel. – Ferner embryol sackförmige Ausbuchtung einer Organanlage, z.B. die Allantois, die Hypophysen-, Leber-, Schilddrüsenanlage (s.a. Foramen caecum).

    • Divertikel, falsches
      Diverticulum
      • D., falsches

      • Englischer Begriff: false d.

      eine erworbene, oft mehrfach ausgebildete (Divertikulose) Schleimhautvorstülpung (Mukosaprolaps) durch Lücken bzw. Risse der muskulären Wandschicht eines Organs (zumeist an Gefäßdurchtrittsstellen des Dünn- u. Dickdarms). Die Symptome sind oft uncharakteristisch, aber ausgeprägt bei Komplikationen wie Divertikulitis, Blutung, Perforation. Der Nachweis erfolgt endoskopisch, röntgenologisch.

    • Divertikelblase
      • Divertikel|blase

      • Englischer Begriff: vesical diverticulosis

      durch echte Divertikel fehlgestaltete Harnblase. Oft mit entzündlicher Verengung an den Divertikelmündungen („Divertikelhalsstenose“) u. mit nachfolgender Harnverhaltung u. Steinbildung im Divertikel, Divertikulitis, evtl. Bildung gut- oder bösartiger Tumoren. – S.a. Balkenblase.

    • Divertikulitis
      • Divertikulitis

      • Englischer Begriff: diverticulitis

      Abbildung

      Entzündung eines oder mehrerer Divertikel; oft auf die Umgebung übergreifend (Peridivertikulitis, s. Abb.). Vorkommen v.a. im Rahmen einer Dickdarmdivertikulose mit Stuhlretention. Klinik: krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch, nach dem Essen verstärkt; Druckschmerzhaftigkeit, Stuhlunregelmäßigkeiten, Meteorismus,Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Diagn.: Sonographie, Endoskopie, Kontrasteinlauf (mit wasserlöslichem Kontrastmittel). Kompl.: akut: Blutungen, gedeckte oder freie Perforation, Peritonitis; chronisch: Fistelbildung (v.a. Harnblase, Vagina), Striktur, Ileus. Ther.: konservativ (Stuhlregulierung, Nahrungskarenz, evtl. parenterale Ernährung, Antibiose); operativ (möglichst frühelektiv) Darmresektion mit (temporärem) Ileostoma. Langfristig Ernährungsumstellung.

    • Divertikulose
      • Divertikulose

      • Englischer Begriff: diverticulosis

      Abbildung

      Bestehen einer Vielzahl von Divertikeln, v.a. als Dickdarmdivertikulose. Verursacht v.a. durch ballaststoffarme Ernährung, kommt im höheren Lebensalter häufiger vor. Asymptomatischer Verlauf, bei Entwicklung einer Divertikulitis kommt es zu Schmerzen, Blutungen u. zur Perforation.

    • Divide
      • Divide

      • Synonyme: div. (Abk.); D. (Abk.)

      lateinische Rezepturanweisung „teile“.

    • Divide in partes aequales
      Divide
      • D. in partes aequales

      • Englischer Begriff: to be divided into equal parts

      „teile in gleiche Teile“.

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