Medizin-Lexikon: Einträge mit "G"

Roche Lexikon Logo
Medizin-Lexikon durchsuchen

Wonach suchen Sie? Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff ein:

Suchergebnisse

  • Gallengangserweiterung
    • Gallen|gangs|erweiterung

    Gallengangsdilatation.

    • G., angeborene
      embryonal entstandene Weitstellung (Ektasie) eines intrahepatischen Gallengangssegmentes... (mehr)
  • Gallengangserweiterung, angeborene
    Gallengangserweiterung
    • G., angeborene

    embryonal entstandene Weitstellung (Ektasie) eines intrahepatischen Gallengangssegmentes, evtl. kombiniert mit Leberfibrose oder mit Ektasie auch der Nierentubuli; Sonderform: Caroli-Syndrom. S.a. Gallengangsatresie.

  • Gallengangskarzinom
    • Gallen|gangs|karzinom

    • Englischer Begriff: cholangiocarcinoma

    ein malignes Cholangiom.

  • Gallengangskarzinom, extrahepatisches
    Gallengangskarzinom
    • G., extra|hepatisches

    meist als infiltrierendes Adenokarzinom in Gegend der Choledochusmündung (Papilla duodeni). S.a. Klatskin-Tumor.

  • Gallengangsperfusion
    • Gallen|gangs|perfusion

    über T-Drain erfolgende Perfusion i.S. der Chemolitholyse.

  • Gallengangsplastik
    • Gallen|gangs|plastik

    • Fach: Chirurgie

    reparative, konstruktive oder rekonstruktive Plastik (meist) zur Überbrückung eines Gallengangsdefekts, z.B. als Goetze-Zipfelplastik, Rodney-Smith-Mukosaplastik (transhepatische äußere Gallengangsdrainage), durch Zwischenschaltung („Interposition“) natürlicher oder künstlicher röhrenförmiger Gebilde (z.B. Dünndarmsegment bzw. Endoprothese). S.a. Choledochoduodenostomie, Hepp-Couinaud-Operation.

  • Gallengangsverschluss
    • Gallen|gangs|verschluss

    Stenose oder Verschluss im Bereich der Gallenwege (z.B. Ductus hepaticus oder choledochus), der zu einem Verschlussikterus führt (s.u. Ikterus, posthepatischer).

  • Gallengrieß
    • Galle(n)grieß

    kleinste Gallensteine (meist in der Vielzahl).

  • Gallenkapillaren
    • Galle(n)kapillaren

    • Englischer Begriff: bile capillaries

    Canaliculi biliferi.

  • Gallenkolik
    • Galle(n)kolik

    • Synonyme: Colica biliaris

    • Englischer Begriff: biliary colic

    Abbildung

    plötzlich, oft nachts (erhöhter Vagotonus!) einsetzende krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch infolge Dehnung u./oder Verkrampfung der Gallenblase, -gänge; evtl. mit Ausstrahlung in die rechte Brustseite, Schulter, Rücken (über Verbindungen des Zwerchfellnervs mit dem Plexus cervicalis); oft auch Bauchdeckenspannung, Galleerbrechen, Schüttelfrost. Als Steinkolik (s.a. Cholelithiasis), aber auch bei steinfreier Gallenblasen-, Gallengangsentzündung. Auslösung durch Diätfehler u. psychischen Stress.

  • Gallenkonkrement
    • Galle(n)konkrement

    • Synonyme: Gallenstein; Cholelith

    • Englischer Begriff: gallstone

    Abbildung

    steinartiges Gebilde innerhalb der Gallenblase u. -wege, das mineralogisch aus den drei Komponenten Cholesterin, Pigmentsubstanzen u. Kalziumsalzen bestehen. Weitere Bestandteile wie Glykosaminoglykane oder Spurenelemente sind mengenmäßig bedeutungslos. Je nach dem Übergewicht der beiden Hauptanteile werden Cholesterin- u. Pigmentsteine unterschieden, Kalizumsalze werden bei beiden Steinarten eingelagert. Bei den Cholesterinsteinen gibt es Solitärsteine u. multiple Steine (Tonnen- u. Facettensteine; s.a. Abb.), bei den Pigmentsteinen solitäre u. multiple, schwarze u. braune sowie röntgenpos. u. -neg. Steine. Jede Steinbildung in der Galle (Cholelithiasis) geht mit einer Übersättigung der Gallenflüssigkeit einher: bei den Cholesterinsteinen durch Cholesterin, bei den Pigmentsteinen fallen Gallenfarbstoffe als Abbauprodukte des Hämoglobins aus. Die schwarzen Pigmentsteine entstehen ohne, die braunen unter Mitwirkung von Bakterien; sie bestehen aus Kalziumbilirubinat. Das wasserunlösliche Cholesterin kann nur in Gegenwart von genügend Gallensäuren u. Lecithin ausgeschieden werden. Bei Störung des Verhältnisses von Gallensäure u. Phospholipiden zum Cholesterin entsteht die sog. lithogene Galle.

  • Gallenkonkrement, stummes
    Galle(n)konkrement
    • G., stummes

    • Englischer Begriff: silent g.

    G. ohne klinische Beschwerden (z.B. ohne Gallenkoliken).

  • Gallenpfropfsyndrom
    • Galle(n)pfropf|syndrom

    • Englischer Begriff: inspissated bile syndrome

    • Fach: Pädiatrie

    Syndrom der eingedickten Galle.

  • Gallensäuren
    • Gallen|säuren

    • Englischer Begriff: bile acids

    im Leberparenchym aus Cholesterin der Nahrung gebildete (= primäre G.), von einem Cholan-Grundgerüst ableitbare Carbonsäuren der Klasse Steroide; sie werden in die Galle ausgeschieden (z.B. als Chol-, Chenodesoxychol- u. Trihydroxykoprostansäure) u. durch Bakterien im Darm teilweise verändert (= sekundäre G.; z.B. Desoxy-, Ursodesoxy- u. Lithocholsäure). Bei täglicher Produktion von ca. 0,8 g werden mit der Galle täglich insgesamt 20–30 g ausgeschieden, die aber z.T. im enterohepatischen Kreislauf erhalten bleiben (bis 90%), z.T. mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Die gebildeten G. werden größtenteils – nach Aktivierung durch Coenzym A – mit Taurin oder Glykokoll zu Tauro- bzw. Glykocholsäuren (1/3 : 2/3) verknüpft (gepaarte = konjugierte G.; s.a. Konjugation). Sind nur in Form ihrer in Galle vorliegenden Alkalisalze wasserlöslich u. oberflächenaktiv u. als solche wichtig für die Fettverdauung u. -resorption (Lipaseaktivierung, Fettemulgierung, Bildung wasserlöslicher Choleinsäuren; Wirkung i.S. der Cholerese, Resorption der – fettlöslichen – Vitamine D u. K u. der Carotine, Ausscheidung von Eisenporphyrinen; Löslichkeit des Cholesterins in der Galle).

  • Gallensäurenmalabsorption
    • Gallen|säuren|mal|absorption

    • Synonyme: Gallen|säuren|verlust-Syndrom

    • Englischer Begriff: bile acid losing syndrome

    die durch Stoffwechsel- oder Transportblock im enterohepatischen Kreislauf der Gallensäuren bedingte Erschöpfung der Kapazität der Leber bezüglich der Gallensäurensynthese; v.a. nach ausgedehnter Dünndarmentfernung (Resektion des terminalen Ileums) u. bei Überwucherung des Dünndarms mit Anaerobiern, begünstigt durch eine „blinde“ Schlinge (bei Fistelbildung oder durch Op.), Divertikulose, Agammaglobulinämie, Aufsteigen von Dickdarmkeimen in den Dünndarm bei Anastomosen; als angeborene Störung der Gallensäurenresorption im terminalen Ileum (z.B. Tygstrup-Walsh-Krankheit) mit Manifestation bereits im Jugendalter. Folge ist ein vorzeitiger Abbau der primären zu sekundären Gallensäuren. Klinik: Diarrhö, Steatorrhö, Oxalatsteine in abführenden Harnwegen, Cholelithiasis, meist verminderte Vitamin-B12-Resorption.

  • Gallenstein
    • Gallen|stein

    • Englischer Begriff: gallstone; biliary calculus

    Gallenkonkrement; s.a. Cholelithiasis, Gallenkolik.

  • Gallensteinauflöser

      Mittel für die Cholelitholyse.

    • Gallensteinauflösung
      • Gallen|stein|auflösung

      Cholelitholyse.

    • Gallensteinileus
      • Gallen|stein|ileus

      • Englischer Begriff: gallstone ileus

      akuter oder chronischer (intermittierender) mechanischer Ileus, durch einen in die Darmlichtung perforierten, meist großen (Tonnenstein), die Darmlichtung weitgehend ausfüllenden Gallenstein.

    • Gallensteinlithotripsie
      • Gallen|stein|lithotripsie

      Cholelithotripsie.

    • Gallensteinperforation
      • Gallen|stein|perforation

      • Englischer Begriff: gallstone perforation

      der Spontandurchbruch der äußeren Gallenwege infolge eines zu Wandschädigung führenden Gallensteins mit oder ohne Durchtritt desselben, meist als gedeckte Gallenblasenperforation bei Solitärstein.

    • Gallensteinzertrümmerung
      • Gallen|stein|zertrümmerung

      Cholelithotripsie.

    • Gallenwege
      • Gallen|wege

      • Englischer Begriff: bile ducts

      Oberbegriff für Gallengänge u. -blase.

    • Gallenwegsdrainage, perkutane transhepatische
    • Gallenwegsdyskinesie
      • Gallen|wegs|dys|kinesie

      • Englischer Begriff: biliary duct dyskinesia

      s.u. Dyskinesie, biliäre.

    • Gallenzylinder
      • Galle(n)zylinder

      Gallethrombus.

    • Galleperitonitis
      • Galle|peritonitis

      • Englischer Begriff: biliary peritonitis

      gallige Peritonitis.

    • Gallert
      • Gallert

      • Synonyme: Gallerte

      • Englischer Begriff: gelatin

      steif-elastische (gelatinöse) Masse aus eingedicktem Saft pflanzlichen (z.B. Pektin) oder tierischen (z.B. Kollagen) Ursprungs.

    • Gallertbauch
      • Gallert|bauch

      • Synonyme: Pseudomyxoma peritonei

      • Englischer Begriff: gelatinous ascites

      • Fach: Pathologie

      Ansammlung gallertiger Massen in der Bauchhöhle nach Einriss pseudomuzinöser Zysten (z.B. Cystadenoma mucinosum) oder einer Mukozele des Wurmfortsatzes.

    • Gallertgewebe
      • Gallert|gewebe

      gallertiges (embryonales) Bindegewebe; s.a. Nucleus pulposus.

    • Gallertkarzinom
      • Gallert|karzinom

      • Synonyme: -krebs

      Carcinoma mucoides.

    • Gallertmark
      • Gallert|mark

      • Englischer Begriff: gelatinous marrow

      das im Greisenalter u. bei chronischen (kachektisierenden) Erkrankungen gelatinös umgewandelte Fettmark.

    • Gallertzyste
      • Gallert|zyste

      s.u. Gallertbauch.

    • Gallesekretion
      • Galle|sekretion

      • Englischer Begriff: biliary secretion

      Galleabsonderung; s.u. Cholerese, Cholekinese; s.a. Paracholie.

    • Gallestauung
      • Galle|stauung

      • Englischer Begriff: bile stasis

      Cholestase.

    • Gallethrombus, intrahepatischer
      • Galle|thrombus, intra|hepatischer

      • Englischer Begriff: intrahepatic bile thrombus

      homogener, aus eiweißreicher Galle bestehender Ausguss („Zylinder“, kein echter Thrombus) in den Gallenkapillaren bei Cholestase mit Stauungsikterus.

    • Gallie-Methode
      • Gallie-Methode

      • Englischer Begriff: Gallie's procedure

      Bruchpfortenverschluss durch fortlaufende „lebende Naht“ mit Fascia-lata-Streifen (sog. Schnürplastik); heute nicht mehr üblich.

    • Gallium
      • Gallium

      • Synonyme: Ga (Abk.)

      • Englischer Begriff: gallium

      1-, 2- u. 3-wertiges Element der Borgruppe; OZ 31, Atomgew. 69,72; 13 Isotope; nuklearmed Anw. finden 67Ga für Szintigraphie (einschl. Metastasen, Lymphogranulomatose, Abszesse), 68Ga für Gehirnszintigraphie, 72Ga wegen seiner bis 20fachen Speicherung in Knochentumoren.

    • Gallopamil
      • Englischer Begriff: gallopamil

      ein Calciumantagonist; Antiarrhythmikum der Klasse IV. Anw. v.a. bei tachykarden Herzrhythmusstörungen.

    • Gallussäure
      • Englischer Begriff: gallic acid

      gelbliches, schwer wasserlösl. Kristallpulver. Anw. als Adstringens (obsolet). Salze: Gallate.

    • Galopprhythmus
      • Galopp|rhythmus

      • Englischer Begriff: gallop rhythm

      „Dreierrhythmus“ des Herzens, d.h. mit zusätzlichem Herzton (HT). Als diastolischer G. der protodiastolische G. Als präsystolischer G. (Atrial-, Aurikular-, Vorhofgalopp) mit niederfrequentem, dumpfem Vorhofton (sog. 4. HT) u. mit Betonung des regulären 2. HT; physiologisch im Kindesalter; beim Erwachsenen Ausdruck einer kompensierten Druckbelastung (z.B. bei Herzklappenstenose, Hypertonie) oder einer Linksherzinsuffizienz nach Infarkt. Als systolischer G. ein G. mit meist scharfem systolischem Extraton; nur als frühsystolischer Click bedeutungsvoll; evtl. nach Pleuritis oder Perikarditis, bei Thoraxdeformierung oder (Mediastinal-)Pneumothorax. Als protodiastolischer G. (Ventrikel-, 3. HT-, diastol. Galopp) ein G. mit 3. HT 0,12–0,16 Sek. nach Beginn des 2. HT (mit Betonung auf dem 1. oder 2. HT); wichtigste Form; bei Jugendlichen physiologisch, beim Erwachsenen, außer bei einigen Herzfehlern u. bei hyperzirkulatorischen Kreislaufsituationen, evtl. als Zeichen beginnender oder manifester Herzinsuffizienz. S.a. Gallavardin-Galopprhythmus, Summationsgalopp.

    • GALT
        • 1)
          Abk... (mehr)
        • 2)
          der im Darm befindliche größte Anteil des Schleimhaut-assoziierten lymphoiden... (mehr)
      • GALT 1)
      • GALT 2)
        GALT
        • 2)

        • Synonyme: Abk. für gut-associated lymphoid tissue

        • Etymol.: engl.

        der im Darm befindliche größte Anteil des Schleimhaut-assoziierten lymphoiden Gewebes (MALT); das intestinale Immunsystem.

      • Galton-Pfeife
        • Galton-Pfeife

        • Englischer Begriff: Galton's whistle

        in der Tonhöhe verstellbare Pfeife zur Bestg. der oberen Hörgrenze; historisch.

      • Galvani
        • Galvani

        • Biogr.: Luigi G., 1737–1798, Anatom und Geburtshelfer, Bologna

        Begründer der Elektrophysiologie durch seinen Froschschenkelversuch (1789).

      • Galvanisation
        • Englischer Begriff: galvanization

        Anw. galvanischen Stroms zu Diagnose- u. Behandlungszwecken (Galvanokaustik, -therapie; s.a. Elektrotonus).

      • galvanischer Hautreflex
        • Synonyme: GHR (Abk.)

        • Englischer Begriff: galvanic skin reflex; GSR (Abk.)

        sehr langsame Spannungsschwankungen im EEG (oder Dermatogramm) durch Änderungen des Hautwiderstandes bzw. des Hautpotentials bei (psycho)vegetativen Vorgängen wie auch beim Schwitzen; z.B. verändert während der REM-Phasen des Schlafes.

      • galvanischer Strom
        • Englischer Begriff: galvanic current

        konstanter Gleichstrom; s.a. faradischer Strom.

      • Galvanokaustik
        • Galvano|kaustik

        • Englischer Begriff: galvanocautery

        Elektrochirurgie unter Verwendung eines mit Gleichstrom glühend gemachten Galvanokauters (auswechselbare Drahtschlinge, meist messer-, schlingen-, kugel-, zangen- oder lanzettförmig); v.a. zur Gewebszerstörung und -abtragung, flächenhaften Blutstillung, Strangdurchtrennung (z.B. Thorakokaustik). Die Tiefenwirkung ist begrenzt, aber gut dosierbar (z.B. schwache „Grauglut“).

      1457