Medizin-Lexikon: Einträge mit "H"

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  • Harnblasenentzündung
    • Harnblasen|entzündung

    Zystitis.

  • Harnblasenkarzinom
    • Harnblasen|karzinom

    Blasenkarzinom.

  • Harnblutung
    • Harn|blutung

    Hämaturie.

  • Harndrang
    • Harn|drang

    • Englischer Begriff: urgency

    der auf Harnentleerung (Miktion) abzielende Zustand vermehrter Blasenmuskelspannung bei Annäherung an die Blasenkapazität (bzw. bei deren Überschreiten), wirksam als Miktionsreiz. Tritt vorzeitig u. evtl. gehäuft ein bei Harnblasenentzündung (Zystitis), neurogener Blasenstörung; stürmisch („imperativ“) bei Blasentuberkulose (evtl. mit unwillkürlichem Harnabgang) oder als schmerzhafter Harnzwang; s.a. Enuresis.

  • Harneiweiß
    • Harn|eiweiß

    • Englischer Begriff: urinary protein

    die physiologisch im Harn in kleinsten Mengen (< 150 mg/Tag) ausgeschiedenen Eiweißkörper; v.a. als Uromukoid, krankheitsbedingt auch z.B. Serum-, Bence-Jones-Eiweißkörper, Albumosen; s.a. Proteinurie.

  • harnfähig
    • harn|fähig

    über die Niere ausscheidbar (das sind Substanzen mit Molekulargewicht unter 70 000, die die Poren der Bowman-Membran zu passieren vermögen). S.a. harnpflichtig.

  • Harnfarbe
    • Harn|farbe

    • Englischer Begriff: color of urine

    als Normalfarbe die durch natürliche Harnfarbstoffe u. deren Vorstufen (Chromogene; z.B. Urochrome, Uroerythrin, Gallenfarbstoffe) bedingte hellgelbliche, bei höherer Dichte u. höherem spezifischem Gewicht, im „hochgestellten Harn“ (v.a. im Fieber, bei Exsikkose) bis dunkelbernsteinähnliche Farbe. Wird verändert durch Ausscheidung von Pigmenten, z.B. bei Hämat-, Urobilin-, Porphyrin-, Methämoglobin-, Alkapton-, Indikanurie.

  • Harnfarbwert Heilmeyer
    • Harn|farb|wert (Heilmeyer)

    Abbildung

    die photometrisch ermittelte Farbstoffkonzentration (F) des Harns (Extinktion bei 435 nm); als reduzierter F0, unter Bezugnahme auf das spezifische Harngewicht von 1,020 (S = die 2 letzten Stellen des 4-stellig angegebenen spezifischen Gewichts des Harns).

  • Harnfilamente
    • Harn|filamente

    • Synonyme: Urethralfäden

    • Englischer Begriff: urethral threads

    mikroskopische Schleimfäden oder -flocken mit eingelagerten weißen Blutkörperchen oder Epithelien als Ausgüsse der Kanäle der Littre-Drüsen u. der Prostata bei chronischer Urethritis u. Prostatitis.

  • Harnfistel
    • Harn|fistel

    • Englischer Begriff: urinary fistula

    harnführende innere oder äußere Fistel des Harntraktes; z.B. als operativ angelegte Fistel zur künstlichen Harnableitung oder als patho Blasen-Scheiden-Fistel.

  • Harnfluss
    • Harn|fluss

    • Englischer Begriff: uroflow; urinary flow

    s.u. Uroflowmetrie.

  • harngängig
    • harn|gängig

    mit dem Harn ausscheidbar; s.a. harnpflichtig.

  • Harngärung
    • Harn|gärung

    • Englischer Begriff: urinary fermentation

    die in oder außerhalb des Organismus vorkommende bakteriell-enzymatische Umsetzung von Harnbestandteilen; als alkalische H. (mit Alkalisierung durch Ammoniakbildung = ammoniakalische H.) oder als saure H.

  • Harnglucose
    • Harn|glucose

    • Englischer Begriff: urinary glucose

    Glucosurie.

  • Harngrieß
    • Harn|grieß

    • Englischer Begriff: urinary gravel

    zahlreiche, mit bloßem Auge sichtbare kleinste Harnsteinchen (Harnkonkremente). S.a. Harnsand.

  • Harninfiltration
    • Harn|infiltration

    • Englischer Begriff: urinous infiltration

    das Eindringen von Harn in die umgebenden Gewebe nach Verletzung der ableitenden Harnwege oder als Komplikation einer Harnfistel; führt zur Urinphlegmone.

  • Harninkontinenz
    • Harn|inkontinenz

    • Synonyme: Incontinentia urinae

    • Englischer Begriff: urinary incontinence

    Zustand, bei dem objektiv nachgewiesener unfreiwilliger Harnverlust ein soziales u. hygienisches Problem darstellt (Definition der Internationalen Kontinenz-Gesellschaft). H. ist ein häufiges Symptom v.a. alter Patienten, begünstigt durch Multimorbidität u. Hirnleistungsstörungen. Ätiol.: Folgende Mechanismen führen allein oder in Kombination zur Entstehung einer H.: 1) nervale Steuerungsdefekte, verursacht z.B. durch Apoplex, Multiinfarkt-Demenz, Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit oder auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus; 2) lokale Veränderungen, beim Mann v.a. die benigne Prostatahyperplasie mit Auslaufobstruktion, bei der Frau die Beckenbodenschwäche mit Reduktion des Blasenauslasswiderstandes u. Insuffizienz des Harnröhrenverschlusses, andere lokale Ursachen sind z.B. Erkrankungen der Genitalorgane, Lageanomalien von Uterus u. Vagina, Nervenwurzelerkrankungen oder Blasenreizungen durch Erkrankungen von Nachbarorganen; 3) Koordinationsstörungen des Miktionsablaufes, verursacht durch physische u./oder psychische Veränderungen, z.B. bei Immobilisation durch eine Erkrankung; 4) Nebenwirkungen von Medikamenten. Einteilung: Man unterscheidet als vier Hauptformen die Stressinkontinenz (v.a. bei Frauen mittleren Lebensalters), die Urge-(Drang-)Inkontinenz (als sensorische, motorische oder funktionelle Dranginkontinenz), die Reflexinkontinenz, die Überlaufinkontinenz; seltener auch die extraurethrale Inkontinenz. Diagn.: zunächst gezielte Befragung u. Erstellung eines Miktionsprotokolls; die klinische Untersuchung umfasst u.a. eine Harnanalyse u. die (sonographische) Restharnbestimmung. Ther.: konservativ (z.B. mittels Kontinenztrainings, Beckenbodengymnastik, Einsatzes von Inkontinenz-Hilfsmitteln) oder operativ.

  • Harnkanälchen
    • Harn|kanälchen

    • Englischer Begriff: urinary canaliculi

    Tubuli renales, Sammelrohre.

  • Harnkinine
    • Harn|kinine

    Urokinine.

  • Harnkolloide
    • Harn|kolloide

    • Englischer Begriff: urocolloids

    Schutzkolloide (z.B. Nucleinsäure, Chondroitinschwefelsäure, mukoide Kolloide) als Stabilisatoren des dispersen Systems Harn; bewirken jedoch – v.a. bei Harnzersetzung – Verklumpung, Ausfällung u. Verkittung der Kristalloide.

  • Harnkonkrement
    • Harn|kon|krement

    • Synonyme: Harnstein

    • Englischer Begriff: urinary calculus

    steinartiges Gebilde (Konkrement) in den ableitenden Harnwegen oder – selten – innerhalb der Niere; s.a. Uro-, Nephrolithiasis. Als primäres H. primär stoffwechselbedingt (= metabolischer oder „Kernstein“; z.B. als Urat-, Oxalat-, Cystin-, Xanthin-, Creatinstein); als sekundäres H. ein v.a. infektiös bzw. adsorptiv bedingtes, z.B. als Phosphat-, Calciumcarbonatstein; als gemischtes H. der Schicht- bzw. Schalenstein (z.B. Gallenpigmentstein); ferner – inkrustationsbedingt – z.B. der Fremdkörper-, Eiweißstein. Die Bildung wird ausgelöst durch Ausscheidung von Harnmukoiden unklaren Ursprungs, durch Mangel an harnsteinstabilisierenden Harnkolloiden bei Übersättigung des Harns mit relativ schwer löslichen, kristallisationsfähigen Substanzen, wobei als Kondensationskern Harnkristalle auftreten (v.a. Urate, Oxalate, Calciumsalze; Cystin, Tyrosin, Leucin), ferner Zelldetritus; begünstigend wirken u.a. chronische Infektionen des Harntraktes, Harnverhaltung, Fehlernährung, insbes. bei entsprechender Stoffwechselstörung. S.a. Harnsteinauflösung, Harngrieß.

  • Harnkonzentration
    • Harn|konzentration

    • Englischer Begriff: urinary concentration

    Erhöhung der osmotischen Konzentration des Harns über diejenige des Blutplasmas (300 mosm) hinaus; gelingt in der Niere mit Hilfe des Gegenstromsystems. Maximale H. beim Menschen 1200 mosm. Steuerung durch das ADH (Vasopressin).

  • Harnkristalle
    • Harn|kristalle

    • Englischer Begriff: urinary crystals

    s.u. Harnkonkrement.

  • Harnleiter
    • Harn|leiter

    • Englischer Begriff: ureter

    Ureter; s.a. Ureter(o)...

  • Harnleiter-Darmanastomose
    • Harnleiter-Darm-Anastomose

    • Englischer Begriff: ureteroenterostomy

    operative Vereinigung des Harnleiters mit einem operativ isolierten Darmabschnitt zur künstlichen Harnableitung, z.B. als Teil einer Blasenplastik (Dünndarm-, Dickdarmblase) oder mit dem kotführenden Dickdarm (als Uretero-Kolostomie). Typische Methoden z.B. nach Coffey, Leadbetter, Nesbit, Cordonnier (mit „Papillenbildung“). Kompl.: Nahtinsuffizienz, Ureterschrumpfung (Retraktion), -knickung, -nekrose, Pyelonephritis, hypochlorämische Azidose.

  • Harnleiter, retrokavaler
    Harnleiter
    • H., retro|kavaler

    • Englischer Begriff: postcaval u.

    ein die untere Hohlvene (evtl. auch die Vena iliaca) atypisch von hinten nach medial umlaufender H. mit ortsgerechter (orthotoper) Einmündung in die Harnblase. Die zu Lichtungseinengung führende Druckwirkung der Gefäße bedingt Gefahr der Harnstauung u. Nierenschädigung.

  • Harnleiterdystopie
    • Harn|leiter|dystopie

    • Englischer Begriff: ureter dystopia

    atypischer Verlauf des – extrem langen oder kurzen – Harnleiters, v.a. bei Nierenfehlbildung (Verschmelzungs- oder Fusionsniere), normaler Nierenlage; u.a. als retrokavaler Harnleiter.

    • H., gekreuzte
      H. mit Mündung eines Ureters an der gegenseitigen Blasenseite, z.B... (mehr)
  • Harnleiterdystopie, gekreuzte
    Harnleiterdystopie
    • H., gekreuzte

    • Englischer Begriff: crossed ureteric anomaly

    H. mit Mündung eines Ureters an der gegenseitigen Blasenseite, z.B. bei Doppelniere eines der beiden Ureteren (nach Kreuzung).

  • Harnleiterektopie
    • Harn|leiter|ektopie

    • Englischer Begriff: ureter ectopia; ectopic ureter

    falsche Harnleitermündung, z.B. in der Scheide, dem Gebärmutterhals, im Samenleiter. Leitsymptom ist eine entsprechende „ureterische Enuresis“.

  • Harnleiterenge
    • Harn|leiter|enge

    Harnleiterstenose.

  • Harnleiterentzündung
    • Harn|leiter|entzündung

    Ureteritis.

  • Harnleiterfistel
    • Harn|leiter|fistel

    • Englischer Begriff: ureteral fistula

    vom Harnleiter ausgehende Harnfistel; angeboren oder erworben (z.B. bei Tumoren des Harnleiters oder seiner Umgebung, als postoperative Komplikation; künstlich zur Harnableitung). Als äußere H. (Harnleiter-Hautfistel) oder als innere H. (mit Mündung in ein benachbartes Hohlorgan, z.B. als Fistula ureterovaginalis = Harnleiter-Scheidenfistel oder als Harnleiter-Darmanastomose).

  • Harnleiterkarzinom
    • Harn|leiter|karzinom

    s.u. Uretertumoren.

  • Harnleiterkatheter
    • Harn|leiter|katheter

    • Synonyme: Ureterkatheter

    • Englischer Begriff: ureteral catheter

    ca. 80 cm langer, 3–10 Charr starker, biegsamer, graduierter (Zentimetermarkierung), röntgenpositiver oder -negativer, mit einem Führungsmandrin armierbarer Katheter aus Kunststoff oder Seidengespinst; am hinteren Ende evtl. mit Farbmarkierung (rechts rot, links grün); als besonderer H. der Schlingenkatheter; Ureterkatheterismus.

  • Harnleiterklappe
    • Harn|leiter|klappe

    • Englischer Begriff: ureteral valve

    krankhafte klappenartige Faltenbildung in der Harnleiterlichtung; kann zu Harnrückstau führen.

  • Harnleiterknospe
    • Harn|leiter|knospe

    • Englischer Begriff: ureteral bud

    • Fach: Embryologie

    Bläschen, das sich vom unteren Ende des Wolff-Ganges unter Streckung zum Harnleiter entwickelt u. gegen die Nachniere vorsprosst, wobei sich am oberen Ende eine ampulläre Erweiterung sowie Aufzweigungen als Harnleiterbäumchen entwickeln (primäres Nierenbecken bzw. Nierenkelche u. Sammelrohre), wodurch die Weiterentwicklung (Differenzierung) der mit dem Bäumchen verschmelzenden Nachniere angeregt wird.

  • Harnleiterkolik
    • Harn|leiter|kolik

    • Englischer Begriff: ureteral colic

    s.u. Harnleiterstein.

  • Harnleiterrekonstruktion
    • Harn|leiter|rekonstruktion

    Ureteroplastik.

  • Harnleiterschienung
    • Harn|leiter|schienung

    • Englischer Begriff: ureteral intubation

    Einlegen eines Schienenkatheters („Schienungsrohr“) in den Harnleiter, vorübergehend (intraoperativ) z.B. zur Erleichterung einer Harnleiternaht nach Nierenbecken-, Harnleiteroperationen, z.B. nach Ureterotomie, Ureterplastik, oder aber zur postoperativen Anastomosensicherung u. zur Strikturprophylaxe oder als Dauermaßnahme (= definitive H.) bei Katheterureterostomie.

  • Harnleiterstein
    • Harn|leiter|stein

    • Englischer Begriff: ureteral calculus; ureterolith

    im Harnleiter befindlicher Harnstein (Harnkonkrement); meist aus dem Nierenbecken stammend u. in ca. 80% spontan abgehend, u. zwar meist unter Blutabgang (Hämaturie) u. unter Koliken (v.a. bei Passage der natürlichen Ureterengen, Harnleiterstenose), bei denen Schmerzausstrahlungen (in Hoden, Schamlippen, Oberschenkel) auftreten. Bei Einklemmung tritt eine vorübergehende Blockade der Nierenfunktion ein (Anurie). Kompl.: u.a. eine Pyelonephritis durch Keimaufstieg, narbige Einschnürung (Ureterstriktur), Hydroureter.

  • Harnleiterstenose
    • Harn|leiter|stenose

    • Englischer Begriff: ureterostenosis; ureteral stenosis

    Abbildung

    angeborene oder erworbene Enge der Harnleiterlichtung. Erstere z.B. bei Harnleiterklappen, Ureterozele, Abknickung, v.a. bei Harnleiterdystopien, Nieren(gefäß)anomalien sowie an den natürlichen Harnleiterengen (der Abgang aus Nierenbecken [s.a. Ureterabgangsstenose], die Kreuzungsstelle mit den großen Beckengefäßen sowie der Mündungsbereich in der Harnblasenwand); Letztere bei Harnleiterstriktur, -verkrampfung bei Harnleiterkolik. Klinik: Schmerzen im Nierenlager durch Harnstauung (führt zu Hydroureter u. -nephrose sowie Nierenschädigung u. aufsteigender Infektion sowie zu Wanderschlaffung, Ureteratonie). Diagn.: deutlich erkennbar im Urogramm (zeigt u.a. eine Kontrastmittelausscheidungsstörung, vergrößerten Nierenschatten, Ausweitung über der Enge).

  • Harnleiterstriktur
    • Harn|leiter|striktur

    • Englischer Begriff: ureteral stricture

    narbige Harnleiterstenose; z.B. nach Verletzung des Ureters oder Retroperitoneums, Drucknekrose, Entzündung, bei retroperitonealer Fibrose oder als Operationsfolge.

  • Harnleitertumoren
    • Harnleiter|tumoren

    s.u. Uretertumoren.

  • Harnmukoid
    • Harn|mukoid

    • Englischer Begriff: uromucoid

    s.u. Harnkolloide.

  • Harnorgane
    • Harn|organe

    • Englischer Begriff: urinary organs

    die Organa urinaria.

  • harnpflichtige Substanzen
    • harn|pflichtige Substanzen

    • Englischer Begriff: urinary excreted substances

    Substanzen, die physiologisch obligat durch die Niere auszuscheiden sind, u. zwar v.a. körpereigene Abbaustoffe (z.B. Harnstoff, Harnsäure, Creatin, Creatinin), deren Ausscheidung eine bestimmte Menge Lösungswasser erfordert. S.a. harngängig.

  • Harnretention
    • Harn|retention

    • Englischer Begriff: urinary retention

    Harnverhaltung, Harnsperre; s.a. Restharn.

  • Harnröhre
    • Harn|röhre

    • Englischer Begriff: urethra

    Urethra; s.a. Urethr...

  • Harnröhrenadenom
    • Harn|röhren|adenom

    • Englischer Begriff: urethral adenoma

    Adenom des prostatischen Teils der Harnröhre (Wucherung periurethraler Drüsen?); ferner polypöse Harnröhrenkarunkel.

  • Harnröhrenanästhesie
    • Harn|röhren|an|ästhesie

    • Englischer Begriff: topical urethral anesthesia

    örtl. Betäubung der Harnröhrenschleimhaut.

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