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  • Harnröhrenaplasie
    • Harn|röhren|aplasie

    • Englischer Begriff: urethral aplasia

    Nichtentwicklung der Harnröhre mit Persistenz des Sinus urogenitalis, v.a. bei ♂ mit rudimentärem Penis; die Harnentleerung erfolgt durch Urachusfistel, Scheide oder After.

  • Harnröhrenausfluss
    • Harn|röhren|ausfluss

    • Englischer Begriff: urethrorrhea

    Absonderung von Sekret aus der vorderen Harnröhrenöffnung (z.B. bei Urethritis).

  • Harnröhrenbougierung
    • Harn|röhren|bougierung

    • Englischer Begriff: bougienage of the urethra

    stufenweise Aufdehnung der verengten Harnröhre mit fadenförmigen (= filiformen) oder mit stabförmigen Dehninstrumenten (Bougie; Letztere z.B. nach Dittel, May, Guyon), evtl. nach vorangehender Dehnung der Harnröhrenöffnung.

  • Harnröhrendivertikel
    • Harn|röhren|divertikel

    • Englischer Begriff: urethral diverticulum

    blindsackartige Taschenbildung der Harnröhre; angeboren (meist hinter der Fossa navicularis, als sämtliche Wandschichten einbeziehendes echtes Divertikel) oder erworben (nach Periurethralabszess, Striktur, Verletzung; meist hinter dem Samenhügel u. als unechtes, nur das Epithel betreffendes Divertikel); allgemein an der Harnröhrenunterseite u. als ausdrückbare Geschwulst imponierend. Führt zu chronischer Entzündung (Urethritis) mit Miktionsbeschwerden, Harninkontinenz, Hämaturie, evtl. sekundär zu Harnfistel-, Harnkonkrementbildung.

  • Harnröhrenenge
    • Harn|röhren|enge

    Harnröhrenstenose.

  • Harnröhrenentzündung
    • Harn|röhren|entzündung

    Urethritis.

  • Harnröhrenfasszange

      Spezialzange (nach Hofstetter) zum Hervorziehen des Urethralstumpfes nach Abtrennung der Prostata bei der radikalen Prostatektomie mit der Möglichkeit, die Anastomosennähte zu legen, ohne dass die Zange geöffnet werden muss.

    • Harnröhrenfehlbildungen
      • Harn|röhren|fehl|bildungen

      • Englischer Begriff: urethral malformations; urethral dysplasias

      Anomalien der Harnröhrenbildung, z.B. Harnröhrenatresie (s.u. Atresia), -divertikel, -doppelung (Urethra duplex), -fistel, -klappen, Epi-, Hypospadie. Oft mit weiteren Fehlbildungen der Geschlechtsorgane kombiniert.

    • Harnröhrenfistel
      • Harn|röhren|fistel

      • Englischer Begriff: urethral fistula

      von der Harnröhre ausgehende, äußere oder innere Fistel; angeboren, z.B. bei Analatresie, Hypospadie, oder erworben, z.B. nach Verletzung; beim Mann als Penis-, Hodensack- oder Dammfistel (beide Letzteren auch als operativ angelegte „hintere“ H., z.B. zeitweilig als Katheterfistel; s.a. Urethrostomie); bei der Frau als Harnröhren-Scheidenfistel (z.B. als Perforations-, Operations-, Entbindungs-, Strahlentherapiefolge; stets mit Harninkontinenz).

    • Harnröhrenkarunkel
      • Harn|röhren|karunkel

      • Englischer Begriff: urethral caruncle

      weiche, auf Berührung leicht blutende, evtl. gestielte Schleimhautwucherung an der äußeren Harnröhrenöffnung der Frau; evtl. papillomatös, angiomatös oder granulomatös (= polypöses Adenom bzw. Epitheliom bzw. Urethralhämorrhoid oder vaskulärer Polyp bzw. Harnröhrengranulom).

    • Harnröhrenkarzinom
      • Harn|röhren|karzinom

      • Englischer Begriff: urethral carcinoma

      seltener, maligner Tumor der Harnröhre. Bei Frauen etwa doppelt so häufig wie bei Männern; histologisch als verhornendes oder nicht verhornendes Plattenepithel- oder Übergangsepithelkarzinom oder Adenokarzinom der Harnröhre; evtl. unter Abszess-, Fistelbildung zerfallend, in die regionären Lymphknoten Metastasen absetzend. Führt zu Harnröhrenstenose bis Harnsperre, Miktionsschmerz, (Zerfalls-)Blutung. Nach topographisch-anatomischen, operationstaktischen u. prognostischen Gesichtspunkten Untergliederung in distale u. proximale Karzinome.

    • Harnröhrenklappe
      • Harn|röhren|klappe

      • Englischer Begriff: urethral valve

      angeborene Klappenbildung in der Harnröhre des Mannes, evtl. membranartig (Diaphragma) nahe dem Samenhügel. Führt zu Harnstauung u. Aufdehnung der Harnwege, chronischem Harnwegsinfekt.

    • Harnröhrenpapillom
      • Harn|röhren|papillom

      • Englischer Begriff: urethral papilloma

      meist ein Urothelpapillom (s.a. Blasenpapillom); auch Fibroepitheliom in Papillomform zwischen Blasenhals u. äußerer Harnröhrenöffnung. Führt zu Harnröhrenenge, Blutungen.

    • Harnröhrenplastik
      • Harn|röhren|plastik

      • Englischer Begriff: urethroplasty

      Korrektur der Harnröhre, z.B. bei Öffnungsenge (als Meatotomie) oder als reparative, rekonstruktive oder konstruktive Plastik der männlichen Harnröhre (u. evtl. auch des Gliedes, Phalloplastik) z.B. bei Harnröhrenfehlbildungen, Blasenexstrophie; erfolgt meist in mehreren Etappen u. mit zeitweiliger Harnableitung u. Harnröhrenschienung u. unter Verwendung der Vorhaut oder der Haut des Penisschaftes, Hodensacks. Typische Methoden z.B. nach Johanson, Browne, Ombrédanne, Leadbetter, Goodwin-Scott.

    • Harnröhrenpolyp
      • Harn|röhren|polyp

      • Englischer Begriff: urethral polyp

      fibroepitheliale Wucherung der Harnröhrenschleimhaut; führt zu Harnröhrenstenose, Enuresis, Hämaturie, evtl. zu Pyurie.

    • Harnröhrenprolaps
      • Harn|röhren|prolaps

      • Englischer Begriff: urethral prolapse

      der fast nur bei Mädchen u. Greisinnen vorkommende Vorfall der Harnröhrenschleimhaut aus der äußeren Harnröhrenöffnung. Führt zu Blutungen, Geschwürbildungen, Harndrang (mit Pollakisurie).

    • Harnröhrenspalte
      • Harn|röhren|spalte

      Hypo-, Epi-, Paraspadie.

    • Harnröhrenstenose
      • Harn|röhren|stenose

      • Englischer Begriff: urethral stenosis

      Verengung der Harnröhrenlichtung, z.B. angeboren als Mündungsenge (Meatusstenose), durch Harnröhrenklappen, -karunkel oder – meist – erworben, z.B. bei Priapismus, nach Katheterismus, bei Harnröhrenstriktur, Harnröhrenstein, -tumor, bei Paraphimose, Ödem, Verletzung (z.B. Hämatom), benigner Prostatahyperplasie, Induratio penis plastica. Führt zu Erschwernis der Harnentleerung u. evtl. zu Harnrückstauung.

    • Harnröhrenstent
      • Harn|röhren|stent

      • Englischer Begriff: urethral stents

      Hilfsmittel zur Behandlung von Blasenentleerungsstörungen aufgrund einer benignen Prostatahyperplasie. Der H. hält den prostatischen Anteil der Harnröhre offen. Anw. bei Patienten, die nicht operiert werden können, aber geistig in der Lage sind, ihre Blasenfunktion zu kontrollieren.

    • Harnröhrenstriktur
      • Harn|röhren|striktur

      • Englischer Begriff: urethral stricture

      Enge der Harnröhre durch hyperplastische örtliche Entzündung oder – als enge oder kallöse Striktur (evtl. mit Abknickung) – durch tief greifende schrumpfende Narben (auch der Umgebung), u.a. bei Gonorrhö (Tripper), Verletzung; als angeborene H. bei Hypospadie, Phimose etc. Führt zu Symptomen der Harnröhrenstenose; die Harnentleerung erfolgt (evtl. nur unter Anw. der Bauchpresse) mit engem Harnstrahl u. abschließendem Harnträufeln; in der Blase verbleibt Restharn. Gelegentlich bestehen Harnsperre, Ischuria paradoxa.

    • Harnröhrensuspensionsplastik
      • Harn|röhren|suspensions|plastik

      operative Anhebung des Blasenhalses u. des hinteren Anteils der Harnröhre bei der Frau; therapeutische Maßnahme bei Stressinkontinenz.

    • Harnrückstauung
      • Harn|rück|stauung

      Harnstauung.

    • Harnruhr
      • Harn|ruhr

      Diabetes.

    • Harnsack
      • Harn|sack

      • Fach: Embryologie

      Allantois. S.a. Urinal.

    • Harnsalze
      • Harn|salze

      • Englischer Begriff: urine salts; urates

      die von der Niere mit dem Harn ausgeschiedenen Salze, die beim Stehenlassen des Urins in Abhängigkeit vom Harn-pH u. vom Gehalt an Harnkolloiden ausfallen. Sie sind im Harnsediment mikroskopisch, sonst anhand ihrer Löslichkeit in Säuren, Alkalien, organischen Lösungsmitteln sowie beim Erwärmen differenzierbar.

    • Harnsand
      • Harn|sand

      • Englischer Begriff: uropsammus

      sandförmige Harnkonkremente; s.a. Harngrieß.

    • Harnsäure
      • Harn|säure

      • Synonyme: 2,6,8-Trihydroxypurin

      • Englischer Begriff: uric acid

      Abbildung   Abbildung

      eine in Alkalien, aber nur schwer in Wasser lösliche Säure (s. Formel). Stoffwechsel: beim Menschen u. bei Primaten Stoffwechselendprodukt von Nucleinsäuren bzw. Purinen, die mit der Nahrung zugeführt werden oder bei der Zellmauserung durch Einwirkung von Xanthinoxidase auf Xanthin bzw. Hypoxanthin enstehen. Wird zu ca. 75% mit dem Harn ausgeschieden (0,08–1 g/24 Std.); erhöht nach eiweißreicher Kost u. nach Anw. von Corticoiden u. Urikosurika. Kristallisiert in Form ihrer Salze (Urate) im Harn aus (Abb.). Diagn.: Nachweis erfolgt durch Murexidprobe, mit Oxidationsmitteln (unspezifische Farbreaktion), Uratoxidase (anhand der UV-Absorption bei 290–293 nm vor u. nach Oxidation). Normalwerte im Blutserum bei ♀ 149–339 μmol/l (2,5–5,7 mg/dl), bei ♂ 208–416 μmol/l (3,5–7,0 mg/dl); erhöht u.a. bei harnsaurer Diathese, Gicht, Leukämie, bei Behandlung mit Chlorothiazid, Chlortalidon. Wird – ebenfalls in Kristallform – krankhaft abgelagert in Gewebe, z.B. bei Harnsäureinfarkt, Harnsäuregicht; bildet Harnsteine (Uratstein).

    • harnsaure Diathese
      • harn|saure Diathese

      eine konstitutionsbedingte Störung des Stoffwechsels der Harnsäure i.S. der Hyperurikämie.

    • Harnsäure-Clearance
      • Harn|säure-Clearance

      • Englischer Begriff: uric acid clearance

      Klärung des Blutes von Harnsäure (Clearance) im Rahmen der Harnbereitung (Filtration in den Glomeruli der Niere; anschl. Rückresorption von 88–95% der filtrierten Menge in den proximalen Tubuli u. Ausscheidung in deren unteren Abschnitten [s.a. Harnsäuregicht]). Normalwerte: 6–12 ml/min. (vermindert bei Lactazidose, körperlicher Belastung, Schwangerschaftstoxikose, erhöht bei Wilson-Krankheit).

    • Harnsäuregicht
      • Harn|säure|gicht

      • Englischer Begriff: gout

      die „echte“ Gicht (1).

    • Harnsäureinfarkt
      • Harn|säure|infarkt

      • Englischer Begriff: uric acid infarct

      die Ausfällung u. streifige Ablagerung weißlicher oder hellgelber (beim Neugeborenen Bilirubin-durchsetzter orangefarbener) Harnsäurekristalle (als Ammoniumurat) in den Nierentubuli u. Sammelrohren bei übermäßiger Harnsäure-Konzentration. Auftreten beim Neugeborenen v.a. durch den verstärkten Abbau der roten Blutkörperchen u. die Rückbildung der Nebennierenrinde, beim Erwachsenen infolge krankhafter Zustände von Zellzerfall (bei Leukämie, Milzbestrahlung). Kann zu irreversibler Niereninsuffizienz führen.

    • Harnsäurestein
      • Harn|säure|stein

      • Englischer Begriff: uric acid stone

      Uratstein.

    • Harnsediment
      • Harn|sediment

      • Englischer Begriff: urinary sediment

      der aus spontan u. frisch gelassenem Harn gewonnene Boden- oder Schleudersatz; als organisiertes H. die darin enthaltenen krankhaften Zellelemente (Leuko-, Erythrozyten; Platten-, Nieren-, geschwänzte Epithelien; Harnzylinder) u. Erreger (v.a. Bakterien, Trichomonaden); als nicht organisiertes H. v.a. Harnsalze. S.a. Sediment (dort Abb.).

    • Harnsperre
      • Harn|sperre

      • Englischer Begriff: urinary retention

      das akute, mechanisch oder funktionell bedingte Unvermögen, die Harnblase spontan zu entleeren („Harnverhaltung“). Führt zu quälendem (Dysurie) Anstieg des Blaseninnendrucks mit Blasenüberdehnung (Harnblase als „Tumor“ sicht- u. tastbar) u. zu Harnrückstauung (Ureter-, Nierenbeckendilatation), evtl. sekundär zu Anurie. Tritt auf z.B. bei Harnröhrenstriktur, als reflektorische H. nach Operationen, Verletzungen, Trinken kalter Getränke („Stiftungsfestischurie“). Sonderform: Ischuria paradoxa.

    • Harnspindel
      • Harn|spindel

      • 1)
        Urometer... (mehr)
      • 2)
        spindelförmiger, vom Nierenbecken zur Blase den Harnleiter durchlaufender... (mehr)
    • Harnspindel 1)
      Harnspindel
      • 1)

      • Englischer Begriff: urometer

      • Fach: Labormedizin

      Urometer.

    • Harnspindel 2)
      Harnspindel
      • 2)

      • Englischer Begriff: urine spindle

      • Fach: Röntgenologie

      spindelförmiger, vom Nierenbecken zur Blase den Harnleiter durchlaufender Schatten des Kontrastmittels als Zeichen der normalen funktionellen (durch tiefe Inspiration provozierbaren) Segmentierung des Harnleiters bei der Ausscheidungsurographie. Stoppt während der Miktion, fehlt bei Retroperistaltik des Ureters.

    • Harnstarre
      • Harn|starre

      Isosthenurie.

    • Harnstauung
      • Harn|stauung

      • Englischer Begriff: urinary obstruction

      Stauung des Harns in den Harnwegen. Wird verursacht durch – ein- oder doppelseitige – Lichtungseinengung bei -verlegung (Stenose, Striktur, Tumor, Fehlbildung, Kompression), Minderung oder Steigerung des Muskeltonus der Harnwege (z.B. Detrusorlähmung, postoperative Atonie bzw. Harnleiter-, Blasen-, Harnröhrenverkrampfung, z.B. bei Harnsteinen). Bei Harnleiterkarzinom als unilaterale H. Führt bei längerem Bestehen zu Harnwegeaufdehnung oberhalb der Enge (z.B. Megavesika [mit Restharn], Hydroureter, -nephrose), bei hinzutretender Antiperistaltik auch zu Reflux; ferner zu Nierenschädigung bei Niereninsuffizienz. – Der Übergang zur Harnsperre ist fließend.

    • Harnstauungsniere
    • Harnstein
      • Harn|stein

      • Englischer Begriff: urinary calculus

      Harnkonkrement, Urolithiasis.

    • Harnsteinauflösung
      • Harn|stein|auflösung

      • Synonyme: Litholyse

      die gezielte Auflösung von Harnsteinen in der Niere; z.B. bei Harnsäure- u. Cystinsteinen durch stark harnalkalisierende Diät u. zusätzliche Gaben von Natriumcitrat-Lsg. (bei gleichzeitiger starker Einschränkung der Nahrungspurine) bzw. der Calcium- u. Magnesiumammonium-Phosphat-Blasensteine durch Instillation einschlägiger Litholytika in die Harnblase.

    • Harnstoff
      • Synonyme: H2N–CO–NH2; Kohlensäurediamid; Carbamidum; Urea

      • Englischer Begriff: urea

      Abbildung

      (Rouelle 1733; Synthese 1828 durch Woehler) farb- u. geruchloses, kristallisierendes, gut wasserlösliches Endprodukt des Eiweißstoffwechsels bei Mensch u. Säugern, gebildet aus 2 Molekülen „NH3“ (Ammoniak) der Glutaminsäure bzw. aus der NH2-Gruppe der Asparaginsäure u. 1 Molekül Kohlendioxid (CO2) über Carbamylphosphat, unter Beteiligung von l-Ornithin; Schema (mit Krebs-Henseleit- = Harnstoffzyklus); s.a. Harnstoff-Stickstoff. Physiologie u. Pathophysiologie: Die Ausscheidung erfolgt durch die Niere (12,6–28,6 g/24 Std.) nach vollständiger Filtration in den Glomeruli u. teilweiser Rückresorption in den Tubuli; sie ist erniedrigt bei Niereninsuffizienz u. Lebererkrankungen, erhöht bei gesteigertem Eiweißabbau; s.a. Azotämie, dort Schema. Die Normalwerte betragen im Serum 100–450 mg/l (u. erreichen im Schweiß den ca. 2fachen Wert). Eigenschaften: H. bildet mit anorganischen u. organischen Säuren Salze bzw. Ureide, mit organischen Substanzen Einschluss-Verbindungen; kondensiert bei starkem Erhitzen zu Biuret; wirkt in konzentrierter Lsg. Eiweiß denaturierend. Findet Anw. bakt für Nährböden; histol als Fixierungsmittelzusatz; derm als Bestandteil von hornschichterweichenden u. glättenden Salben bei trockener, juckender Haut. pharm Wichtige Derivate sind u.a. Biotin, Barbitursäure. Nachweis: Der qualitative u. quantitative Nachweis erfolgt u.a. durch Farbreaktionen (z.B. mit Ehrlich-Reagens, Xanthydrol, als Hench-Aldrich-Probe), indirekt durch Abspaltung u. Bestimmung von Stickstoff (Bromlaugen-Methode, z.B. nach Knop-Hüfner, Kowarski), von CO2 (Henseleit-Krebs-Mikromethode) oder NH3, ferner mit Nessler-Reagens u. titri- u. elektrometrisch, enzymatisch (Spaltung mit Urease), chromatographisch.

    • Harnstoff-Clearance
      • Harn|stoff-Clearance

      • Englischer Begriff: urea clearance

      die durch die Niere erfolgende Klärung (Clearance) des Blutes von Harnstoff: diejenige Menge Blutplasma, die pro Minute von Harnstoff befreit wird, normal 60–80 ml/min. Der in den Glomeruli der Niere zunächst vollständig abfiltrierte Harnstoff diffundiert während der Tubuluspassage partiell (etwa zur Hälfte) wieder zurück in das Blut, weil die Harnstoff-Permeabilität der Zellmembranen sehr hoch ist.

    • Harnstoff-Stickstoff
      • Harn|stoff-Stickstoff

      • Englischer Begriff: urea nitrogen

      die dem Harnstoffgehalt entsprechende Stickstoffmenge (etwa 1 g bei 2,144 g), z.B. im Blutserum 4,7–23 mg/dl (= 1,7–8,3 mmol/l), im Harn 5,8–14,1 g/24 Std. – Ist Hauptanteil des Reststickstoff; erlaubt Rückschlüsse auf die umgesetzte Eiweißmenge (1 g ~ 6,25 g Eiweiß).

    • Harnstoffnährboden
      • Harn|stoff|nährboden

      • Fach: Bakteriologie

      s.u. Urease-Test.

    • Harnstoffruhr
      • Harn|stoff|ruhr

      Azoturie.

    • Harnstoffspaltung
      • Harn|stoff|spaltung

      • Englischer Begriff: urea degradation

      der enzymatische Abbau (Urease) von Harnstoff zu Ammoniumcarbonat bzw. CO2 u. NH3, z.B. zwecks Harnstoffbestimmung; auch als Eigenschaft Urease bildender Bakterien (s.u. Urease-Test).

    • Harnstoffzyklus
      • Harn|stoff|zyklus

      • Synonyme: Krebs-Henseleit-Zyklus

      • Englischer Begriff: urea cycle

      s.u. Harnstoff (dort Schema).

    • Harnstottern
      • Harn|stottern

      • Englischer Begriff: stuttering urination

      die mit Unterbrechungen des Harnstrahls erfolgende Harnentleerung, z.B. bei Prostatavergrößerung, Sphinktersklerose; s.a. Harnträufeln.

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