Medizin-Lexikon: Einträge mit "H"

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  • Herzquotient
    • Herz|quotient

    Quotient aus Herzvolumen (in ml) u. Körpergewicht (kg); beim Erwachsenen 1:150–200.

  • Herzregulation
    • Herz|regulation

    • Englischer Begriff: cardiac regulation

    die Beeinflussung der Herztätigkeit im Rahmen der Regelung der Körperfunktionen, v.a. als Einflussnahme auf Frequenz, Geschwindigkeit des Erregungsablaufs, Erregbarkeit u. Kraft der Herzmuskelkontraktion (= chrono-, dromo-, bathmo- bzw. inotrope H.). Zentren im Hypothalamus, von der Hirnrinde u. dem limbischen System (sowie dem Vaguskern) beeinflusst, verarbeiten Afferenzen aus Mechanorezeptoren (u. Chemorezeptoren?) v.a. des rechten Vorhofs u. des linken Ventrikels (sinuaortales System), bei Arbeit auch der Skelettmuskulatur, u. wirken über die Herznerven bzw. deren Mediatoren (Noradrenalin bzw. Acetylcholin) auf das Herz ein (Erregungsbildung, -leitung; Herzmuskel).

  • Herzrevolution
    • Herz|revolution

    Herzzyklus.

  • Herzrhythmusstörungen
    • Herz|rhythmus|störungen

    • Englischer Begriff: cardiac dysrhythmias

    Tabelle

    Störungen der Herzschlagfolge (Frequenz, Regelmäßigkeit) als Ausdruck einer Irritation oder manifesten Schädigung im Bereich des Reizleitungssystems des Herzens. Ätiol.: v.a. organische Herzerkrankungen (koronare Herzkrankheit, Kardiomyopathie, Myokarditis), selten Herzverletzung (Kontusion). H. können auch als sog. funktionelle Störungen ohne nachweisbare somatische Schäden sowie als Folge von Intoxikationen (z.B. Überdosierung von Antiarrhythmika oder Digitalispräparaten, Nicotin-, Alkoholabusus, Hypo- u. Hyperkaliämie etc.) u. bei Schilddrüsenfunktionsstörungen (v.a. Hyperthyreose) auftreten. Einteilung: Unterschieden werden bradykarde u. tachykarde H. (zu niedrige bzw. hohe Herzfrequenz) sowie Arrhythmie (unregelmäßiger Rhythmus) und – als Kombination dieser Formen – Brady- u. Tachyarrhythmie. Zu den H. werden außerdem auch Extrasystolen gerechnet. Die genauere Differenzierung der H. geschieht durch das EKG.

  • Herzrhythmusstörungen, bradykarde
    Herzrhythmusstörungen
    • H., bradykarde

    • Englischer Begriff: bradycardic cardiac dysrhythmias

    H., bei der die Herzfrequenz auf Werte unter 60/Min. sinkt; evtl. mit irregulärer Schlagfolge (Bradyarrhythmie). Klinik: Schwindelanfall, Synkope, evtl. Adams-Stokes-Anfall mit Bewusstlosigkeit, Zeichen der Herzinsuffizienz. Eine asymptomatische (physiologische) bradykarde H. kommt bei Sportlern vor. Ther.: Die Behandlung der symptomatischen bradykarden H. besteht in der sofortigen Gabe von Atropin; bei Adams-Stokes-Anfall bzw. Zeichen des Herz-Kreislauf-Stillstands kardiopulmonale Reanimation. Zur Dauertherapie gelangen v.a. Herzschrittmacher zum Einsatz.

  • Herzrhythmusstörungen, tachykarde
    Herzrhythmusstörungen
    • H., tachykarde

    • Englischer Begriff: tachycardic cardiac dysrhythmias

    H., bei der die Herzfrequenz auf Werte über 60/Min. steigt; evtl. mit irregulärer Schlagfolge (Tachyarrhythmie: ektope supraventrikuläre oder ventrikuläre Erregungsbildung). Eine Differenzierung mittels EKG ist wegen unterschiedlicher therapeutischer Maßnahmen bei den einzelnen Formen tachykarder H. unbedingt notwendig. DD: Sinustachykardie, Vorhoftachykardie u. -flattern, AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern, WPW-Syndrom, Kammertachykardie u. Kammerflimmern, wobei die beiden letzten Formen der tachykarden H. auch die bedrohlichsten darstellen. Klinik: Herzjagen, Schwindel, Synkope, evtl. Blutdruckabfall u. Schock (sog. kardiogener Schock), bei Kammerflimmern Zeichen des Herz-Kreislauf-Stillstands. Ther.: medikamentöse Behandlung nur nach EKG-Diagnostik. Soforttherapie bei nachgewiesener supraventrikulärer Arrhythmie: Karotissinus-Massage bzw. Augenbulbus-Druck oder Verapamil, bei Kammertachykardie bzw. Kammerflimmern: Lidocain als Bolus u./oder elektrische Defibrillation u. kardiopulmonale Reanimation. Therapie bei tachykarden H. mit den Zeichen des kardiogenen Schocks: Oberkörperhochlagerung, positiv inotrope Substanzen (Dopamin bzw. Dobutamin). Eine Dauertherapie der tachykarden H. geschieht mit Antiarrhythmika, seltener mit Herzschrittmachern (z.B. bei Reentry-Tachykardien).

  • Herzruptur
    • Herz|ruptur

    • Englischer Begriff: rupture of the heart wall

    Einriss der Herzwand; z.B. bei Herzaneurysma, frischem Myokardinfarkt (hierbei evtl. an Scheidewand, Papillarmuskeln), bei Verletzung (u.U. mit Abriss z.B. der Gefäßabgänge).

  • Herzschall
    • Herz|schall

    • Englischer Begriff: cardiac sound

    Herzton, Herzgeräusch, Phonokardiographie.

  • Herzschatten
    • Herz|schatten

    • Englischer Begriff: heart shadow

    • Fach: Röntgenologie

    Herzfigur.

  • Herzscheidewand
    • Herz|scheide|wand

    • Englischer Begriff: cardiac septum

    Septum interatriale u. interventriculare.

  • Herzschlag
    • Herz|schlag

  • Herzschlag 1)
    Herzschlag
    • 1)

    • Englischer Begriff: cardiac death

    s.u. Herztod.

  • Herzschlag 2)
    Herzschlag
    • 2)

    • Englischer Begriff: heartbeat

    Herzaktion, Herzzyklus.

  • Herzschlagvolumen
    • Herz|schlag|volumen

    • Synonyme: Schlagvolumen

    • Englischer Begriff: stroke volume

    Abbildung

    die während einer Herzaktion (Herzzyklus) von der rechten oder linken Herzkammer ausgeworfene Blutmenge (etwa die Hälfte der enddiastolisch vorhandenen Füllung; entspricht der Differenz aus enddiastolischem u. endsystolischem Volumen). Lässt sich berechnen als Quotient aus Herzzeitvolumen (bzw. Herzminutenvolumen) u. Herzfrequenz; die Bestimmung des systolischen Auswurfvolumens des li. Ventrikels kann auch ballistokardiographisch erfolgen (umstritten) oder aber physikalisch-sphygmographisch-rechnerisch mit Hilfe pulsdynamischer Größen (Differenz aus endsystolischem [Pe] u. diastolischem Druck [Pd], Aortenquerschnitt [Q], Diastolen- [D], Systolen- [S] u. Pulsdauer [T], Pulswellengeschwindigkeit [c] u. Blutdichte [ρ]).

  • Herzschmerz
    • Herz|schmerz

    • Englischer Begriff: cardiodynia; cardiac pain

    von Vagusfasern (s.a. Herznerven) geleiteter brennend-drückender, vorübergehender (Stenokardie) oder – z.B. bei Myokardinfarkt – anhaltend qualvoller Schmerz hinter dem Brustbein als Zeichen einer Mangeldurchblutung des Herzens (s.a. koronare Herzkrankheit); strahlt evtl. aus v.a. in den li. Arm (Schulter, Hand, Unterkiefer). – Ferner harmlose Missempfindungen in der Herzgegend bei „funktionellen“ Herzsyndromen.

  • Herzschrittmacher
    • Herz|schritt|macher

  • Herzschrittmacher 1)
    Herzschrittmacher
    • 1)

    • Englischer Begriff: cardiac pacemaker

    • Fach: Physiologie

    ein im rechten Vorhof gelegenes Areal von Muskelzellen (Sinusknoten), die besonders auf die Erregungsbildung spezialisiert sind (H.-Potential) u. die normale Herzerregung starten; es folgt die Erregungsausbreitung auf die Vorhöfe u. Kammern (s.a. Atrioventrikularknoten). Bei Ausfall des H. können der AV-Knoten (als sekundärer H.) oder tiefere Abschnitte des Erregungsleitungssystems (als tertiärer H.) die Funktion übernehmen; s.a.. Herzschrittmacher, künstlicher; s.a. Herzrhythmusstörungen.

  • Herzschrittmacher 2)
    Herzschrittmacher
    • 2)

    • Synonyme: H., künstlicher

    • Englischer Begriff: artificial cardiac pacemaker

    Abbildung

    (Elmquist-Senning, Chardak 1959/1960) Impulsgenerator zur künstlichen Anregung von Herzaktionen (Elektrostimulation); als transportabler Apparat oder als in einem körperverträglichen Gehäuse untergebrachtes einpflanzbares Kleingerät (mit elektronischem Schaltkreis u. [Lithium-]Batterie); die geeigneten kurzen elektrischen Stromstöße werden über eine spezielle uni- oder bipolare Elektrode an den Herzmuskel abgegeben, die z.B. bei Operationen unter eröffnetem Brustkorb dem Herzmuskel angelegt bzw. anlässlich der ersten Schrittmacherimplantation durch Herzkatheterismus in das Herz eingeführt oder evtl. operativ in den Herzmuskel eingepflanzt wird u. so einen regelbaren Schlagrhythmus auslöst. Ind.: findet vorübergehende oder dauernde Anw. bei Herzrhythmusstörungen mit langsamer Schlagfolge (Bradyarrhythmien), z.B. bei Überleitungsverzögerung, Atrioventrikularblock (s.a. Block), gehäuften Adams-Stokes-Anfällen sowie bei Herzinsuffizienz mit bradykarden Rhythmusstörungen, akutem Herzstillstand (Asystolie), Myokardinfarkt (meist der Hinterwand), aber auch bei Reentry-Tachykardie (als antitachykarder H. zur anfallgesteuerten Burst-Overdriving-Stimulation; H.-Code: AAB, B für „Burst-getriggert“). Einteilung: Für die verschiedenen H.-Typen wurde von der ICHD (International Commission for Heart Disease Resources) ein Buchstabencode festgelegt. Die 1. Stelle bezeichnet den Stimulationsort, die 2. Stelle den Ort der Signalwahrnehmung = Sensing (Symbole: V = Ventrikel [re.], A = Atrium [re.], D = doppelt, d.h. Ventrikel u. Atrium betreffend, 0 = entfällt), die 3. Stelle zeigt den Funktionsmodus des Gerätes (Symbole: I = inhibierte u. T = getriggerte Bedarfsfunktion, D = doppelt = beide Funktionen, 0 = entfällt), die 4. u. 5. Stelle können für Zusatzinformationen verwendet werden. Unterschieden werden frequenzstabile, bedarfsgesteuerte (kammer- oder vorhofgesteuert) u. sequentielle H.

  • Herzschrittmacher, bedarfsgesteuerter
    Herzschrittmacher  >  Herzschrittmacher 2)
    • H., bedarfsgesteuerter

    • Synonyme: Bedarfsschrittmacher

    von der Herzstromkurve (d.h. deren Ausbleiben) gesteuerter H. Die verschiedenen Typen werden eingeteilt nach Stimulationsort(en), Detektionsort(en) sowie nach Betriebsweise, wobei empfangene Signale die Funktion des H. entweder inhibieren (negativ gesteuerter oder Demand-H.) oder triggern (positiv gesteuerter H.).

  • Herzschrittmacher, frequenzstabiler
    Herzschrittmacher  >  Herzschrittmacher 2)
    • H., frequenzstabiler

    • Synonyme: festfrequenter H.; starrfrequenter H.

    ein Gerät, das konstant 64–72 Impulse/min abgibt (Frequenz ist – z.B. magnetisch – verstellbar). Wird heute in Deutschland praktisch nicht mehr verwendet; mögliche Typen: A00, V00, D00.

  • Herzschrittmacher, kammergesteuerter a)
    Herzschrittmacher  >  Herzschrittmacher 2)  >  Herzschrittmacher, bedarfsgesteuerter
    • a) H., kammergesteuerter

    von der R-Zacke bzw. vom QRS-Komplex gesteuerter H., entweder als H. mit von der R-Zacke ausgelöstem Impuls (Code: VVT; früher „Stand-by-H.“), der bei normaler Herzaktivität in die Refraktärphase fällt u. nur wirksam ist bei Absinken der Eigenfrequenz unter die Grundfrequenz des Schrittmachers; als QRS- oder R-inhibierter Demand-Schrittmacher (Code: VVI; häufigstes Modell; die Impulsabgabe erfolgt nur bei Ausbleiben des nächsten Potentials innerhalb einer eingestellten Zeit).

  • Herzschrittmacher, P-gesteuerter b)
    Herzschrittmacher  >  Herzschrittmacher 2)  >  Herzschrittmacher, bedarfsgesteuerter
    • b) H., P-gesteuerter

    • Synonyme: vorhofgesteuerter H.

    entweder ein P-Wellen-inhibierter Vorhof-Demand-Schrittmacher (Code: AAI; Anw. nur bei intakter AV-Überleitung) oder ein P-Wellen-getriggerter Ventrikel-Schrittmacher (Code: VAT), bei dem das vom Herzohr „abgegriffene“ Potential nach entsprechender Verzögerung über eine 2. Sonde an den Ventrikel weitergegeben wird.

  • Herzschrittmacher, sequentieller
    Herzschrittmacher  >  Herzschrittmacher 2)
    • H., sequentieller

    • Synonyme: bifokaler H.

    ein H., bei dem im physiologischen Abstand die aufeinander folgende Impulsabgabe an Vorhof u. Ventrikel erfolgt („Zweikammer-“ bzw. „Doppelkammerstimulation“); entweder als AV-sequentieller, R-Zacken-inhibierter H. (Code: DVI) oder als optimierter AV-sequentieller H. (Code: DDD, s.a. Abb.). Der Impulsgenerator wird nach 5–8–10 J. unter Belassen der Sonde gewechselt. Mögliche Kompl.: Elektrodendislokation, Kabel-, Gehäusebruch, Schrittmacherjagen, Isolationsdefekte, Herzwandperforation, Myokardschwielen, Hautnekrosen, technisches Versagen; als „undersensing“ wird die zu geringe Signalwahrnehmung durch den H. bezeichnet, als „oversensing“ das Reagieren auf dafür nicht vorgesehene Signale (z.B. T-Welle).

  • Herzschwäche
    • Herz|schwäche

    Herzinsuffizienz.

  • Herzschwiele
    • Herz|schwiele

    • Englischer Begriff: cardiac scar

    Herzinfarktnarbe.

  • Herzseptum
    • Herz|septum

    • Englischer Begriff: cardiac septum

    Herzscheidewand.

  • Herzsilhouette
    • Herz|silhouette

    Herzfigur; s.a. Herzmaße.

  • Herzspitzeninfarkt
    • Herz|spitzen|infarkt

    apikaler Myokardinfarkt.

  • Herzspitzenstoß
    • Herz|spitzen|stoß

    • Englischer Begriff: apex beat

    das in der Systole der Herzaktion links im 4.–5. Zwischenrippenraum in der Medioklavikularlinie fühl-, evtl. auch sichtbare Anstoßen des Herzens an die Brustkorbwand. Fehlt (= „aufgehoben“) z.B. bei Perikarderguss, Emphysem, ist „hebend“ bei linksventrikulärer Herzhypertrophie, „erschütternd“ bei verstärkter Herzaktion, „verlagert“ z.B. bei Herzvergrößerung, Pleuraschwarte, Brustkorbdeformierung. Wird als Ventrikelsphygmogramm oder Apexkardiogramm apparativ registriert.

  • Herzstillstand
    • Herz|stillstand

    • Synonyme: Herz-Kreislauf-Versagen

    • Englischer Begriff: cardiac arrest

    Abbildung

    das Aufhören der Herztätigkeit (Asystolie), aber auch deren Wirkungslosigkeit (z.B. bei Kammerflimmern). Ätiol.: z.B. Herz-, Koronarinsuffizienz, Vergiftung, Stromunfall, Herztamponade. Klinik: führt zu akutem Kreislaufstillstand mit Bewusst-, Pulslosigkeit, Atemstillstand u. grauer Zyanose (s. Abb.), Mydriasis, generalisierten Krämpfen. Diagn.: im EKG Fehlen elektrischer Potentiale oder Flimmerwellen. Ther.: Reanimation. S.a. Herztod.

  • Herzstillstand, induzierter
    Herzstillstand
    • H., induzierter

    • Englischer Begriff: induced c. a.

    der künstlich herbeigeführte H., z.B. durch Injektion kardioplegischer Substanzen (z.B. Kalium, Magnesium, Acetylcholin, Neostigmin etc.) in den Herzmuskel oder durch Koronarperfusion mit Natrium-freier Lösung (pharmakologischer H.); ferner durch Abklemmen der Aorta u. entsprechende Sauerstoffnot (= an|oxischer = ischämischer H.), z.B. bei Operationen unter Anw. der Herz-Lungen-Maschine (ist durch Elektroschock oder Abnahme der Aortenklemme zu beheben).

  • Herzstolpern
    • Herz|stolpern

    • Englischer Begriff: cardiac irregularity

    als unregelmäßig empfundene Herztätigkeit; meist Extrasystolie.

  • Herzstoß
    • Herz|stoß

    i.e.S. der Herzspitzenstoß.

  • Herzstromkurve
    • Herz|strom|kurve

    Elektrokardiogramm.

  • Herzsyndrom
    • Herz|syndrom

    • 1)
      Gorlin-Herzsyndrom... (mehr)
    • 2)
      (Delius) funktionelle Störung i.S... (mehr)
  • Herzsyndrom 1)
    Herzsyndrom
    • 1)

    • Synonyme: hyperkinetisches H.

    • Englischer Begriff: hyperkinetic heart

    Gorlin-Herzsyndrom.

  • Herzsyndrom 2)
    Herzsyndrom
    • 2)

    • Synonyme: sensitives H.

    • Englischer Begriff: sensitive cardiac syndrome

    (Delius) funktionelle Störung i.S. belastungsunabhängiger Herzschmerzen, Angstgefühl (Nicht-durchatmen-Können) u. psychogener Steigerung der Atmung (Hyperventilation; evtl. mit nachfolgendem Anfall i.S. der Tetanie); meist ausgelöst durch Umweltfaktoren bei konstitutioneller vegetativer Labilität.

  • Herzszintigraphie
    • Herz|szinti|graphie

    • Englischer Begriff: scintigraphy of heart

    Szintigraphie unter Verwendung speziell für die Herzdiagnostik geeigneter Radioisotope als Tracer (Indikatoren), moderner Gammakameras u. Computerprogramme. Ausführung erfolgt als Myokardszintigraphie u. als Ventrikelszintigraphie.

  • Herztaille
    • Herz|taille

    • Englischer Begriff: cardiac waist

    • Fach: Röntgenologie

    Einbuchtung der Herzfigur zwischen linkem Ventrikel- u. Pulmonalbogen.

  • Herztamponade
    • Herz|tamponade

    • Synonyme: Herzbeuteltamponade

    • Englischer Begriff: cardiac tamponade

    durch vermehrte Flüssigkeits-, i.e.S. Blutansammlung im Herzbeutel bedingte konzentrische Herzkompression; führt zu mechanischer Behinderung der Herzerschlaffung in der Diastole, Einflussstauung (mit akuten Oberbauchzeichen), Schlagvolumenabnahme u. Blutdruckabfall, Pulsbeschleunigung, Zyanose. Tritt auf bei Perikarditis, akuter Blutung (Hämoperikard; evtl. als Schock, mit „Leerschlagen“ des Herzens, Herzstillstand). Eine extraperikardiale Herztamponade dagegen durch Spannungspneumothorax, Mediastinalemphysem.

  • Herzthrombose
    • Herz|thrombose

    • Englischer Begriff: cardiac thrombosis

    Blutgerinnselbildung an der Herzinnenwand, v.a. bei Vorhofflimmern (bevorzugt im Herzohr), frischem Myokardinfarkt (v.a. als Parietal- = Wandthrombus), bei Endokarditis (an Herzklappen); Gefahren: Embolie; bei großem Vorhofthrombus (als Kugel-, Pendelthrombus, Herzpolyp) Bluteinflussbehinderung in der Diastole.

  • Herztod
    • Herz|tod

    • Englischer Begriff: cardiac death

    Tod infolge irreparablen Herzversagens (Herzstillstand), z.B. bei Myokardinfarkt, -ruptur, Kammerflimmern oder -flattern, Asystolie.

    • H., akuter
      innerhalb weniger Sekunden eintretender Herztod, meist rhythmogen durch... (mehr)
  • Herztod, akuter
    Herztod
    • H., akuter

    • Synonyme: Sekundenherztod; Herzschlag

    • Englischer Begriff: acute cardiac death

    innerhalb weniger Sekunden eintretender Herztod, meist rhythmogen durch Kammerflimmern oder – seltener – durch Asystolie, sehr selten durch mechan. Ursachen (z.B. Herztamponade, Verlegung der Mitralklappe durch Vorhoftumor). Als Grunderkrankung liegt meist eine koronare Herzkrankheit vor, seltener Myokardiopathie, Myokarditis, entzündliche Infiltrate oder Tumoren mit Befall des Reizleitungssystems, Herzklappenfehler, Jervell-Lange-Nielsen- oder Romano-Ward-Syndrom; vereinzelt auch ohne nachweisbare Herzerkrankung.

  • Herzton
    • Herz|ton

    • Synonyme: HT (Abk.)

    • Englischer Begriff: heart sound; cardiac s.

    die bei der Herzaktion durch Schwingungen v.a. der Herzklappen entstehenden Schallerscheinungen, u. zwar normalerweise nur als 1. u. 2. HT. Er ist einfach oder gedoppelt u. am Punctum maximum der Herzauskultation am stärksten.

  • Herzton, akzentuierter
    Herzton
    • HT, akzentuierter

    • Englischer Begriff: accentuated h. s.

    klappender HT (im Phonokardiogramm mit großer Amplitude) als Zeichen bestimmter Herzfehler, z.B. als 1. HT bei Mitralstenose, als A2 oder P2 bei arterieller bzw. pulmonaler Hypertonie; als knallender oder paukender 1. HT bei AV-Block oder AV-Dissoziation; s.a. Kanonenschlag.

  • Herzton, dritter
    Herzton
    • HT, dritter

    • Englischer Begriff: third h. s.

    niederfrequenter HT 0,12–0,14 Sek. nach 2. Herzton, maximal über der Herzspitze; bedingt durch Ventrikelschwingungen beim frühdiastolischen Bluteinstrom; ist bei Kindern u. Jugendlichen physiologisch infolge beschleunigter Herztätigkeit; krankhaft bei Erwachsenen als Folge erhöhten Ventrikelfüllungsdrucks bei Herz-, Mitralinsuffizienz; tritt als „früher 3. HT“ als protodiastolischer Click auf bei Pericarditis constrictiva (als „Perikardton“).

  • Herzton, erster
    Herzton
    • HT, erster

    • Englischer Begriff: first h. s.

    der maximal über der Herzspitze hörbare HT, v.a. als Anspannungston der AV-Klappen mit Überwiegen des Mitralklappentons.

  • Herzton, vierter
    Herzton
    • HT, vierter

    • Englischer Begriff: fourth h. s.

    0,12–0,17 Sek. nach Beginn der P-Zacke einsetzender niederfrequenter spätdiastolischer HT, maximal über der Trikuspidalklappe; ein „Vorhofton“ der Füllungsphase (bedingt durch Anspannung des vorgedehnten Ventrikels); bei Kindern, Jugendlichen physiologisch; tritt bei Erwachsenen bei erhöhtem Druck in der rechten oder linken Herzkammer auf (bei pulmonaler Hypertonie, Cor pulmonale bzw. bei arterieller Hypertonie, Aorten[isthmus]stenose); ferner bei Myokardinfarkt als Zeichen für Linksinsuffizienz; das Zusammenfallen mit dem 3. Herzton ergibt den sog. Summationsgalopp. S.a. Austreibungston, systolischer Click.

  • Herzton, zweiter
    Herzton
    • HT, zweiter

    • Englischer Begriff: second h. s.

    der frequente, ca. 0,27 Sek. nach dem 1. HT einsetzende, über der Herzbasis lauteste HT als Klappenschlusston der Aorten- u. Pulmonalklappen (als „A2“ bzw. „P2“ bezeichnet; Ersterer überwiegt); er ist bei ungleichzeitigem Klappenschluss gespalten, u. zwar mit der Reihenfolge A2–P2 physiologisch bei Einatmung, krankhaft bei Rechtsschenkelblock, Druck- u. Volumenbelastung (Überlastung) der rechten Herzkammer (z.B. bei Pulmonalstenose; bzw. – mit P2–A2-Reihenfolge – als „paradoxe Spaltung“ bei Linksschenkelblock u. bei Druckbelastung des linken Ventrikels [bei Aortenstenose, Hypertonie]).

  • Herztöne
    • Herz|töne

    s.u. Herzton.

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