Medizin-Lexikon: Einträge mit "I"

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  • Immunangiopathie
    • Immun|angio|pathie

    Autoimmunkrankheit mit vaskulärer Manifestation, z.B. Lupus erythematodes.

  • Immunantikörper
    • Immun|antikörper

    Antikörper (s.a. Immunglobuline); i.e.S. die gegen Blutgruppen- oder Leukozytenantigene gerichteten irregulären Isoantikörper, die nach vorangegangener Sensibilisierung auftreten (z.B. bei Rhesusinkompatibilität).

  • Immunantwort
    • Immun|antwort

    • Englischer Begriff: immune response

    s.u. Immunreaktion (2).

  • Immunbiologie
    • Immun|biologie

    • Synonyme: -chemie

    • Englischer Begriff: immunobiology; immunochemistry

    s.u. Immunologie.

  • Immundefekt
    • Immun|defekt

    • Synonyme: -defizienz; Defektimmunopathie

    • Englischer Begriff: immunodeficiency

    Störung der normalen Immunität des Organismus.

    • 1)   Tabelle
      angeborener Defekt in der Entwicklung der Immunzellen (B- oder T-Lymphozyten)... (mehr)
    • 2)
      erworbener (sekundärer) I.; mögliche Ursachen: a) Grundkrankheiten (z.B... (mehr)
    • I., schwerer kombinierter
      nach WHO folgende Störungen der B- u./oder T-Lymphozyten-Entwicklung bzw... (mehr)
    • Immundefekte, variable
      verschiedene Defekte der Prä-B- bzw... (mehr)
  • Immundefekt 1)
    Immundefekt
    • 1)

    Tabelle

    angeborener Defekt in der Entwicklung der Immunzellen (B- oder T-Lymphozyten) bzw. Mangel oder Fehlen von Immunglobulinen (Hypo-, Agammaglobulinämie) als Ausdruck eines Defekts der B-Zell-Reihe; ferner als Störung in den Effektorsystemen (Komplement, Phagozyten); Einteilung Tab.

  • Immundefekt 2)
    Immundefekt
    • 2)

    erworbener (sekundärer) I.; mögliche Ursachen: a) Grundkrankheiten (z.B. Leukämie). – b) Immunsuppression als erwünschter therapeutischer Effekt (z.B. nach Transplantation) oder als unerwünschte Arzneimittelnebenwirkung (z.B. von Zytostatika) oder beim Strahlensyndrom. – c) Infektionskrankheiten. – d) Unterernährung. – e) Verbrennungen. – f) selektiver Befall von Zellen des Immunsystems durch Viren (z.B. der T-Helfer-Zellen bei AIDS = erworbenes I.-Syndrom). – g) unbekannt.

  • Immundefekt, schwerer kombinierter
    Immundefekt  >  Immundefekt 2)
    • I., schwerer kombinierter

    • Englischer Begriff: severe combined i.; SCID (Abk.)

    nach WHO folgende Störungen der B- u./oder T-Lymphozyten-Entwicklung bzw. Stammzellendefekte: 1) Agammaglobulinämie vom Schweizer Typ (früher nur dafür verwendet); 2) die retikuläre Dysgenesie; 3) Adenosindesaminasemangel; 4) Nezelof-Syndrom.

  • immundefekte, variable
    Immundefekt  >  Immundefekt 2)
    • Immundefekte, variable

    • Englischer Begriff: common variable i.; CVI (Abk.)

    verschiedene Defekte der Prä-B- bzw. B-Lymphozytenreifung mit IgG-Mangel.

  • Immundefizienz-Virus, humanes
    • Immun|defizienz-Virus, humanes

    HIV.

  • Immundeviation
    • Immun|deviation

    • Englischer Begriff: immune deviation

    selektive Unterdrückung einer Immunantwort; z.B. erfolgt nach i.v. Injektion eines Antigens (AG) u. anschließender intrakutaner Injektion des AG mit Freund-Adjuvans nur Antikörperbildung (zelluläre Immunität tritt nicht ein).

  • Immundiffusion
    • Immun|diffusion; Immun|elektrophorese; Immun|fluoreszenz

    s.u. Immuno...

  • Immungenetik
    • Immun|genetik

    • Englischer Begriff: immunogenetics

    s.u. Immunologie.

  • Immunglobuline
    • Immun|globuline

    • Synonyme: Gammaglobuline; Ig (Abk.)

    • Englischer Begriff: immunoglobulins

    Abbildung   Abbildung Tabelle  

    Glykoproteine, die nach Kontakt mit einem Antigen (AG) in Plasmazellen (umgewandelte B-Lymphozyten) gebildet werden u. als Antikörper (AK) spezifisch an dieses AG binden (AG-AK-Reaktion). Die so entstehenden Immunkomplexe können im Rahmen der humoralen Immunität v.a. unter Beteiligung des Komplementsystems unschädlich gemacht werden. Eiweißstruktur: Glykoproteine (Kohlenhydratanteil 5–15%) mit je zwei – v.a. über Disulfidbrücken verbundenen – langen (Schwer- = H-Ketten = heavy chains) und kurzen (Leicht- = L-Ketten = light chains) Polypeptidketten; wobei IgG aus einer, IgA aus einer oder zwei (Dimer) und IgM aus fünf (Pentamer) solcher Y- oder T-förmiger Teilmoleküle besteht (joining chain, s.a. Abb.). Bei enzymatischer Spaltung mit Papain entstehen aus IgG zwei Fab-Fragmente mit AG-Bindungsstelle u. ein Fc-Fragment (Fixationsort für Komplement [C]), bei Spaltung mit Pepsin nur zwei Fragmente: F(ab')2 und Fc. Die der AG-Bindungsstelle nahen N-terminalen Teile der Fab-Fragmente weisen als variable Regionen (V) sehr unterschiedliche, vom AG abhängige Aminosäurensequenzen auf (Idiotypie), während die übrigen Bereiche nahezu konstant (C) zusammengesetzt sind u. sich nur zwischen den einzelnen Ig-Klassen unterscheiden (Isotypie; s.a. Abb.). Ferner treten vererbbare genetische Varianten auf (Allotypie; s.a. Plasmaproteinpolymorphismus, Gm- u. Km-System), deren immunchemische Bestimmung z.B. in der Vaterschaftsdiagnostik genutzt wird. Klassifik.: Wegen ihrer geringen Wanderungsgeschwindigkeit in der Eiweißelektrophorese wurden Ig früher in der scheinbar einheitlichen γ-Globulin-Fraktion zusammengefasst u. als Gammaglobuline bezeichnet. Die Immunoelektrophorese (dort Abb.) unterscheidet bereits die wichtigsten Klassen (IgG = γG, IgM = γM, IgA = γA), speziellere Methoden weitere Klassen (IgD, IgE) u. Subklassen. Krankheitsbilder: Ig-Mangel (erniedrigte Ig-Konzentrationen meist einzelner Ig-Klassen) können als Agammaglobulinämie oder Hypogammaglobulinämie Zeichen eines Immundefekts (dort Tab., als Defekte der B-Zell-Reihe) sein. Zur Substitutionstherapie wird Immunglobulinfraktion angewandt (als Hyper-Ig auch zur passiven Immunisierung). Erhöhte Ig-Konzentrationen (Hypergammaglobulinämie) sind meist Ausdruck einer gesteigerten Immunabwehr bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten, wobei die Differenzierung der einzelnen (Sub-)Klassen Rückschlüsse auf die Krankheit(sphase) ermöglichen kann. Selektive IgE-Erhöhung tritt v.a. bei allergischen u. parasitären Krankheiten sowie beim Hiob-Syndrom („Hyper-IgE-Syndrom“) auf. Bei monoklonalen Gammopathien werden von einem maligne entarteten Zellklon Paraproteine gebildet, die bei der Ig-Diagnostik zu selektiver Erhöhung einer einzelnen Ig-Klasse führen. Ther.: Zur Substitutionstherapie wird Ig-Fraktion angewandt, als Hyperimmunglobulin auch zur passiven Immunisierung.

  • Immunglobuline, monoklonale
    Immunglobuline
    • I., monoklonale

    • 1)
      Antikörper, monoklonale... (mehr)
    • 2)
      Paraproteine (1)... (mehr)
  • Immunglobuline, monoklonale 1)
    Immunglobuline  >  Immunglobuline, monoklonale
    • 1)

    • Englischer Begriff: monoclonal i.

    • Fach: Labormedizin

    Antikörper, monoklonale.

  • Immunglobuline, monoklonale 2)
  • Immunglobuline, therapeutische
    Immunglobuline
    • I., therapeutische

    s.u. Immunglobulinfraktion.

  • Immunglobulinfraktion
    • Immun|globulin|fraktion

    • Synonyme: Immunglobulin

    durch biochem. Verfahren von den übrigen Plasmaproteinen (dort Methoden) abgetrennte Immunglobuline. Zur Immunglobulintherapie mit speziellen Verfahren hergestellt, die die Übertragung infektiöser Partikel weitestgehend vermeiden.

    • 1)
      aus dem Serum gesunder Blutspender gewonnene I.; enthält ein breit gefächertes... (mehr)
    • 2)
      aus Immunserum gewonnene I., die besonders viele Antikörper gegen bestimmte... (mehr)
  • Immunglobulinfraktion 1)
    Immunglobulinfraktion
    • 1)

    aus dem Serum gesunder Blutspender gewonnene I.; enthält ein breit gefächertes Spektrum von Antikörpern, v.a. zur Substitutionstherapie bei Immundefekten.

  • Immunglobulinfraktion 2)
    Immunglobulinfraktion
    • 2)

    • Synonyme: Hyperimmunglobulin

    • Englischer Begriff: immunoglobulin fraction

    aus Immunserum gewonnene I., die besonders viele Antikörper gegen bestimmte Erreger oder Toxine enthält; zur passiven Immunisierung gefährdeter Personen bei entsprechendem Kontakt (z.B. gegen Tetanus, Tollwut, Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Hepatitis B, Zeckenenzephalitis; s.a. Anti-D-Immunglobulin).

  • Immunhämatologie
    • Immun|hämato|logie

    • Englischer Begriff: immunohematology

    s.u. Immunologie.

  • Immunhämolyse
    • Immun|hämo|lyse

    • Englischer Begriff: immune hemolysis

    die durch Komplement vermittelte Auflösung von Blutkörperchen, an die sich gegen sie gerichtete Antikörper angeheftet haben; s.a. hämolytische Anämie, Morbus haemolyticus neonatorum, Transfusionszwischenfall, Komplementbindungsreaktion, Hämolyse.

  • Immunhemmkörperhämophilie
    • Immun|hemmkörper|hämophilie

    bei Hämophilie – v.a. nach wiederholten Transfusionen – eine durch Hemmkörper (Immuninhibitoren) gegen die Faktoren VIII oder IX bedingte zusätzl. Gerinnungsstörung; s.a. Immunkoagulopathie.

  • Immunhistochemie
    • Immun|histo|chemie

    • Englischer Begriff: immunohistochemistry

    s.u. Immunologie.

  • Immuninhibitoren
    • Immun|inhibitoren

    • Englischer Begriff: immunoinhibitors; inhibiting antibodies

    Antikörper, die durch Bindung an andere Moleküle (z.B. an Gerinnungsfaktoren, Enzyme, Hormone) deren Wirksamkeit aufheben.

  • Immuninsuffizienz
    • Immun|in|suffizienz

    Immundefekt.

  • Immunisation
    • Synonyme: Immunisierung

    • Englischer Begriff: immunization

    Herbeiführen einer Immunität des Organismus.

    • I., aktive
      I. durch direkten Kontakt des Organismus mit dem Antigen (s.a... (mehr)
    • 1)
      durch Infektion... (mehr)
    • 2)
      durch Impfung... (mehr)
    • 3)
      durch Kontakt mit einem Allergen, Autoantigen oder Fremdeiweiß (z.B... (mehr)
    • 4) künstliche I.
      die zur Gewinnung von Immunserum an Tieren durchgeführte aktive I. (1)... (mehr)
    • I., passive
      Zufuhr von Immunglobulinfraktion bzw... (mehr)
  • Immunisierung, aktive
    Immunisation
    • I., aktive

    I. durch direkten Kontakt des Organismus mit dem Antigen (s.a. Immunreaktion):

    • 1)
      durch Infektion... (mehr)
    • 2)
      durch Impfung... (mehr)
    • 3)
      durch Kontakt mit einem Allergen, Autoantigen oder Fremdeiweiß (z.B... (mehr)
    • 4) künstliche I.
      die zur Gewinnung von Immunserum an Tieren durchgeführte aktive I. (1)... (mehr)
  • Immunisierung, aktive 1)
  • Immunisierung, aktive 2)
  • Immunisierung, aktive 3)
    Immunisation  >  Immunisierung, aktive
    • 3)

    durch Kontakt mit einem Allergen, Autoantigen oder Fremdeiweiß (z.B. bei Transplantation); ferner als

  • Immunisierung, künstliche 4)
    Immunisation  >  Immunisierung, aktive
    • 4) künstliche I.

    • Englischer Begriff: active i.

    die zur Gewinnung von Immunserum an Tieren durchgeführte aktive I. (1), wobei die Immunreaktion z.B. durch Freund-Adjuvans oder den Booster-Effekt verstärkt werden kann.

  • Immunisierung, passive
    Immunisation
    • I., passive

    • Englischer Begriff: passive i.

    Zufuhr von Immunglobulinfraktion bzw. Immunserum zum Schutz vor Infektionen oder Toxinen; Wirkungsdauer durchschnittlich 3–4 Wochen, da die Immunglobuline im Körper abgebaut werden.

  • Immunität
    • Immunität

    • Englischer Begriff: immunity

    die durch Immunisierung herbeigeführte u. durch Auftreten spezifischer Antikörper (humorale I.) u. Zellen (zellvermittelte I.) gekennzeichnete veränderte Reaktionsbereitschaft des Immunsystems (dort Schema) gegenüber Antigenen (z.B. Viren, Bakterien, Fremdeiweiß). S.a. Immunreaktion, Immundefekt.

  • Immunität, angeborene
    Immunität
    • I., angeborene

    • Englischer Begriff: congenital i.

    durch diaplazentaren Übertritt mütterlicher Immunglobuline (IgG) erworbene I. (i.S. einer passiven Immunisierung); bewirkt Infektionsabwehr des Säuglings in den ersten Lebenswochen(/-monaten).

  • Immunität, antiinfektiöse
    Immunität
    • I., anti|infektiöse

    • Englischer Begriff: antiinfectious i.

    s.u. Infektionsabwehr, s.a. Impfschutz.

  • Immunität, antitoxische
    Immunität
    • I., anti|toxische

    • Englischer Begriff: antitoxic i.

    gegen Ekto- u. Endotoxine von Mikroorganismen, pflanzliche u. tierische Gifte gerichtete I.

  • Immunität, humorale
    Immunität
    • I., humorale

    • Englischer Begriff: humoral i.

    I. durch in Körperflüssigkeiten gelöste Stoffe, d.h. durch die im Plasma vorhandenen Immunglobuline, die nach Kontakt mit einem – als körperfremd erkannten – Antigen von Plasmazellen (umgewandelte B-Lymphozyten) als Antikörper produziert oder durch passive Immunisierung zugeführt werden, sich an das Antigen binden u. dieses v.a. mit Hilfe des Komplementsystems auflösen oder inaktivieren u./oder der Phagozytose zuführen; s.a. Opsonin.

  • Immunität, zellvermittelte
    Immunität
    • I., zellvermittelte

    • Englischer Begriff: cell-mediated i.

    I. durch T-Lymphozyten, die – nach Präsentation eines körperfremden Antigens durch Makrophagen – aktiviert werden u. dann Lymphokine (s.a. Zytokine, Interleukine) freisetzen, die als Mediatorsubstanzen auf Granulozyten, Makrophagen u. Lymphozyten wirken; ferner als Effekt der natürlichen Killerzellen (NK) u. der Killerzellen, die das Antigen direkt angreifen. S.a. Immunreaktion (dort Tab.), Immunsystem (dort Schema), Interleukin, Lymphozyten, Transplantatabstoßung, Transplantat-Wirt-Reaktion, Allergie (verzögerter Typ).

  • Immunitätslücke
    • Immunitäts|lücke

    • Englischer Begriff: immunity gap

    Begriff der Epidemiologie für die durch Schutzimpfung oder natürl. Durchseuchung unzureichend immunisierten Individuen in einer Population.

  • Immunkardiopathie
    • Immun|kardio|pathie

    • Englischer Begriff: autoimmune cardiomyopathy

    Schädigung des Herzens durch Antikörper oder zirkulierende Immunkomplexe, z.B. bei Kollagenosen, Immunvaskulitis, Dressler-Myokarditis.

  • Immunkoagulopathie
    • Immun|koagulo|pathie

    • Englischer Begriff: immunocoagulopathy

    durch Einwirkung von Immuninhibitoren (z.B. gegen Faktor V, VIII, IX, XIII) ausgelöste Blutgerinnungsstörung, beobachtet nach Entbindungen, bei Patienten mit immunologischen Grundkrankheiten (z.B. rheumatoide Arthritis, Penicillinallergie, Asthma); s.a. Immunhemmkörperhämophilie, Lupusantikoagulans. – I.w.S. auch die Thrombozytopenie durch (Auto-)Antikörper bzw. Immunkomplexe.

  • immunkompetente Zellen
    • immun|kompetente Zellen

    • Englischer Begriff: immunocompetent cells

    Zellen mit der Aufgabe u. Fähigkeit, auf ein bestimmtes Antigen spezifisch zu reagieren, u. zwar die B-Lymphozyten durch Antikörperproduktion, die T-Lymphozyten i.S. der zellvermittelten Immunität.

  • Immunkompetenz
    • Immun|kompetenz

    • Englischer Begriff: immunocompetence

    Verantwortlichkeit für immunologische Reaktionen; immunkompetente Zellen.

  • Immunkomplex-Anaphylaxie

      das Auftreten einer Anaphylaxie durch eine Immunkomplexreaktion (Typ III) durch Antigenzufuhr in einen bereits sensibilisierten Organismus, vermittelt durch IgG- oder IgM-Antikörper.

    • Immunkomplexe
      • Immun|komplexe

      • Synonyme: AG-AK-Komplexe; IK (Abk.); IC (Abk.)

      Produkte der Antigen-Antikörper-Reaktion (dort Abb.):

      • 1)
        bei optimalem Konzentrationsverhältnis zwischen Antigen (AG) u. Antikörper... (mehr)
      • 2) lösliche IK
        bei mengenmäßigem Überwiegen des Antigens (oder des Antikörpers) entstehende... (mehr)
    • Immunkomplexe 1)
      Immunkomplexe
      • 1)

      bei optimalem Konzentrationsverhältnis zwischen Antigen (AG) u. Antikörper (AK) entstehende, sehr große, stark vernetzte IK, die im Plasma (bzw. in der Testflüssigkeit) nicht mehr löslich sind u. ausfallen (Immunpräzipitat). Im Körper binden sie Komplement (Opsonisierung) u. werden rasch von Phagozyten aufgenommen u. verdaut, können jedoch bei massivem Auftreten die Arthus-Reaktion hervorrufen.

    • Immunkomplexe 2): lösliche IK
      Immunkomplexe
      • 2) lösliche IK

      • Synonyme: zirkulierende IK

      • Englischer Begriff: immune complexes

      bei mengenmäßigem Überwiegen des Antigens (oder des Antikörpers) entstehende kleine, noch lösliche IK (s.a. Präzipitationshemmung), die mit dem Blutkreislauf im Körper verteilt werden, in Gefäßwände u. Gewebe eindringen, wo sie vielfältige Schädigungsmechanismen in Gang setzen können (s.a. Glomerulonephritis, dort Schema): Das Komplementsystem wird aktiviert, die Entzündung eingeleitet, u. das Blutgerinnungssystem wird beeinflusst; ferner können IK zu verstärkter Thrombozyten- u. Erythrozytenaggregation führen. S.a. Immunkomplexkrankheiten, Immunreaktion. – IK-Nachweis erfolgt z.B. durch Präzipitation mit Polyäthylenglykol oder durch C1q-(Komplement-)Bindungstests.

    • Immunkomplexkrankheiten
      • Immun|komplex|krankheiten

      • Englischer Begriff: immune-complex diseases

      durch zirkulierende Immunkomplexe (IK) hervorgerufene Krankheiten, die entweder akut nach Zufuhr eines Antigens (AG) entstehen (Serumkrankheit) oder einen eher chronischen Verlauf aufweisen, wobei v.a. Autoantigene, aber auch fremde Stoffe (z.B. bakterielle AG) zu ständiger Neubildung von IK führen. Nach Ablagerung der IK wird eine Überempfindlichkeitsreaktion vom Typ III ausgelöst. Für einige Krankheiten sind IK als (Teil-)Mechanismus nachgewiesen, z.B. Glomerulonephritis (Immunkomplextyp), Kollagenosen (z.B. Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis), bestimmte Formen der Endo- u. Myokarditis, Immunkomplexvaskulitis (bei Ablagerung der IK in der Gefäßwand); bei anderen Krankheiten wird dies diskutiert (z.B. Arteriosklerose, Leberzirrhose). – IK lassen sich häufig im geschädigten Gewebe durch Immunofluoreszenz nachweisen.

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