Medizin-Lexikon: Einträge mit "M"

Roche Lexikon Logo
Medizin-Lexikon durchsuchen

Wonach suchen Sie? Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff ein:

Suchergebnisse

  • Methämoglobinreductase
    • Met|hämoglobin|reductase

    • Englischer Begriff: methemoglobin reductase

    Enzym mit der Fähigkeit, NADH-abhängig Methämoglobin zu reduzieren u. dadurch das in kleinen Mengen physiologisch stets entstehende Met-Hb in Erythrozyten niedrig zu halten.

  • Methämoglobinurie
    • Met|hämoglobin|urie

    • Englischer Begriff: methemoglobinuria

    Methämoglobinausscheidung mit dem – dadurch braunen – Harn; bei Methämoglobinurie u. Hämoglobinurie (mit autooxidativer Met-Hb-Bildung).

  • Methamphetamin
    • Methamphetamin

    • Synonyme: Desoxyephedrin

    • Englischer Begriff: methamphetamine

    ein Weckamin (BTM), das als Fertigarzneimittel nicht mehr erhältlich ist.

  • Methan
    • Me|than

    • Synonyme: Grubengas; Sumpfgas; CH4

    • Englischer Begriff: methane; marsh gas

    der aliphatische Kohlenwasserstoff. Brennbar, betäubend bis erstickend, im Luftgemisch explosibel. Bestandteil des Leuchtgases; wird bakteriell gebildet im Darm u. in biolog. Faulstoffen.

  • Methanol
    • Me|tha|nol

    • Synonyme: Methylalkohol; CH3OH

    • Englischer Begriff: methanol; methyl alcohol

    der einfachste aliphatische Alkohol; technisches Lösungsmittel, Vergällungsmittel für Äthanol, auch Kraftstoff für Otto-Motoren. In geringen Mengen in Obstschnaps u. im Tabakrauch enthalten; narkotisch wirkend, aber wesentlich toxischer als Äthanol. Aufnahme über den Verdauungstrakt u. inhalativ sowie Resorption durch die Haut führen zu schwerer Vergiftung, wahrscheinlich durch das Abbauprodukt „Ameisensäure“. Klinik: Kopfschmerz, Schwindel, Atemnot, Erbrechen, Koliken, Durchfall, epileptiforme Krämpfe, ferner – als Spätkomplikation – Sehstörungen oder Erblindung (Degeneration der Ganglienzellen der Netzhaut, Optikusatrophie; schon nach wenigen ml möglich), Myokard-, Leber-, Nierenparenchymdegeneration.

  • Methantheliniumbromid
    • Methanthelinium|bromid

    • Englischer Begriff: methanthelinium bromide

    ein Parasympatholytikum; Muskarinrezeptorenblocker; Anw. als Ulkustherapeutikum, miktionsbeeinflussendes Mittel u. Spasmolytikum.

  • Methaqualon
    • Methaqualon

    • Englischer Begriff: methaqualone

    hypnotisch-sedativ wirksames Chinazolinon-Derivat (Betäubungsmittel); obsolet. NW: Neurotoxizität. Anw. früher als Schlafmittel.

  • Methenamin
    • Methenamin

    • Synonyme: Hexamethylentetramin; Hexamin

    • Englischer Begriff: methenamine; hexamethylenetetramine; hexamine

    heterozyklische Verbindung, die sich in saurer Lösung in bakterizides Formaldehyd u. Ammoniak spaltet u. in hoher Konzentration hautreizend, nierenschädigend wirkt. Anw. meist in Form von gelöstem, sauer reagierendem Salz (z.B. Anhydromethylencitrat, -mandelat, -salicylat) als Harndesinfiziens (obsolet) sowie als topisches Antihidrotikum; toxik wird auch als Trockenspiritus benutzt; bei der Verbrennung kann Cyanwasserstoff entstehen (Gefahr der Blausäurevergiftung).

  • Methenamin-Silbernitrat 1 : 2
    • Methenamin-Silbernitrat 1 : 2

    ein Antiseptikum; Anw. zur Wundbehandlung.

  • Methenaminhippurat
    • Methenamin|hippurat

    • Englischer Begriff: methenamine hippurate

    ein Harnwegsinfektionstherapeutikum; Anw. zur Prophyl. rezidivierender Harnwegsinfekte.

  • Methicillin
    • Methi|cillin

    • Englischer Begriff: methicillin

    ein penicillinasefestes Penicillin, das nur als bakteriologische Testsubstanz verwendet wird. Gegen Methicillin-resistente Erreger (MRSA, MRSE) sind meist auch andere Antibiotika unwirksam.

  • Methin-
    • Methin-

    • Synonyme: HC≡

    ein Radikal; z.B. Methinbrücken „–CH=“ im Porphinkern.

  • Methionin
    • Methionin

    • Synonyme: Met (Abk.); M (Abk.); α-Amino-γ-methylthiobuttersäure

    • Englischer Begriff: methionine

    schwefelhaltige, essentielle, proteinogene (aus Cystein u. aus Homoserin biosynthetisierte) Aminosäure; Tagesbedarf 1–2 g; ist zu 80–90% durch Cystin ersetzbar. Funktion: wichtig als Methylgruppen-Lieferant für die Biosynthese z.B. von Cholin, Creatin, Adrenalin, Basen u. RNS u. DNS, Histidin (Transmethylierung nach Bildung von S-Adenosylmethionin), als Sulfhydrylgruppen-Lieferant für die Cystein-Bildung u. als lipotroper Faktor. pharm Anw. zur Harnansäuerung (Rezidivprophyl. von Phosphatsteinen), als Bakteriostatikum bei Harnwegsinfektionen.

  • Methioninmalabsorptionssyndrom
    • Methionin|mal|absorptions|syndrom

    • Synonyme: Smith-Strang-Syndrom

    • Englischer Begriff: methionine malabsorption syndrome; oasthouse urine disease

    eine autosomal-rezessiv erbliche Krankheit mit selektiver Störung der Resorption von Methionin u. mit bakterieller α-Hydroxybuttersäure-Bildung u. -Resorption im Darm, wodurch ein typischer Uringeruch nach getrocknetem Hopfen (engl. „oasthouse“) entsteht. Klinik: abnorme Hellhaarigkeit u. -äugigkeit, Hyperpnoe-Anfälle, epileptiforme Krampfanfälle, psychische Retardierung; Hyperaminoazidurie (u.a. Valin-, Leucinausscheidung). Methionin-arme Ernährung führt zur Milderung der Symptome.

  • Metho...
    • Me|tho...

    • Englischer Begriff: metho...

    s.a. Meto...

  • Methocarbamol
    • Englischer Begriff: methocarbamol

    ein zentral wirkendes Muskelrelaxans.

  • Methohexital
    • Englischer Begriff: methohexital

    ein Kurznarkotikum (Barbiturat); i.v. Anw. zur Narkoseeinleitung.

  • Methomanie
    • Me|tho|manie

    • 1)
      Bewusstseinsveränderungen durch Missbrauch von Alkohol u. Medikamenten... (mehr)
    • 2)
      süchtiges Verlangen nach rauscherzeugenden Getränken... (mehr)
  • Methomanie 1): Methilepsie
    Methomanie
    • 1)

    • Synonyme: Methilepsie

    Bewusstseinsveränderungen durch Missbrauch von Alkohol u. Medikamenten.

  • Methomanie 2)
    Methomanie
    • 2)

    • Englischer Begriff: methomania

    süchtiges Verlangen nach rauscherzeugenden Getränken.

  • Methotrexat
    • Methotrexat

    • Synonyme: MTX (Abk.); Amethopterin; 2-Desoxy-4-amino-10-methylfolsäure

    • Englischer Begriff: methotrexate

    • Fach: Pharmazie

    zu den Antimetaboliten gehörendes Zytostatikum. Wirkung: Folsäure-Antagonist, hemmt die Aktivität von Folsäurereductase u. damit die Bildung von Tetrahydrofolsäure. Anw. auch als Basistherapeutikum bei chronischer Polyarthritis sowie bei schwerster therapieresistenter Psoriasis vulg. NW: u.a. Knochenmarktoxizität (Myelosuppression), Diarrhö, Stomatitis, Neurotoxizität, Nierentoxizität. Kann, illegal als Abortivum angewandt, zur Embryopathie („M.-Embryopathie“) führen.

  • Methoxsalen
    • Englischer Begriff: methoxsalen

    ein Photosensibilisator; Anw. zur Photochemotherapie der Psoriasis.

  • Methoxyfluran
    • Methoxyfluran

    • Synonyme: Dichlor-difluor-ethylmethylether

    • Englischer Begriff: methoxyflurane

    Inhalationsnarkotikum; schwache curareähnliche Wirkung; wird wegen seiner nephrotoxischen Nebenwirkungen nicht mehr zur Narkose eingesetzt.

  • Methyl-
    • Methyl-

    • Synonyme: –CH3

    das 1-wertige Radikal des Methans.

  • Methyl-Cobalamin
    • Methyl-Cobalamin

    • Synonyme: CH3-B12

    Vitamin-B12- = Cobalaminderivat, wirksam als Coenzym zur Übertragung labiler Methylgruppen; s.a. Vitamin B12.

  • Methyl-Tetrahydrofolsäure
    • Methyl-Tetrahydrofolsäure

    • Synonyme: CH3-FH4

    Speicherform der aktivierten Folsäure.

  • Methylalkohol
    • Methyl|alkohol

    Methanol.

  • Methylamin
    • Methyl|amin

    • Englischer Begriff: methylamine

    s.u. Methylisocyanat.

  • Methylbromid
    • Methyl|bromid

    • Synonyme: (Mono-)Brommethan; CH3Br

    • Englischer Begriff: methyl bromide

    farblose, in hoher Konzentration süßlich riechende Verbindung. Anw. als Feuerlösch-, Schädlingsbekämpfungs-, Methylierungsmittel; toxik Dämpfe narkotisch-toxisch; verursachen Reizerscheinungen der Bindehaut u. Atemwege u. Vergiftung (Störungen im Kleinhirn-Labyrinth-System, Delirium, Krämpfe, Koma, Hirn-, Lungenödem, Anurie, neurologische Dauerschäden; ggf. entschädigungspflichtige Berufskrankheit).

  • Methylchlorid
    • Methyl|chlorid

    • Synonyme: Chlormethan; CH3Cl; -methyl

    • Englischer Begriff: methyl chloride

    farbloses Gas; Inhalationsgift mit narkotischer Wirkung (früher wie Äthylchlorid angewendet, auch lokales Kälteanästhetikum; ferner als Kühlmittel). Verursacht Schwindel u. Gleichgewichtsstörung, Doppeltsehen, Akkommodations- u. Atemstörungen, epileptiforme Krämpfe, ZNS-, Leber-, Nieren- u. Knochenmarkschäden.

  • Methyldonator
    • Methyl|donator

    • Englischer Begriff: methyl donor

    durch Abgabe (bzw. Übertragung) von Methylgruppen biologisch aktive Substanz, z.B. Cholin, Methyl-Cobalamin; s.a. Methionin.

  • Methyldopa
    • Methyldopa

    • Synonyme: L-3-(3,4-Dihydroxyphenyl)-2-methylalanin

    • Englischer Begriff: methyldopa

    zentrales α-Sympathomimetikum; Anw. als Antihypertensivum.

  • Methylen-
    • Me|thylen-

    • Englischer Begriff: methylene

    • Fach: Chemie

    die Gruppierung „–CH2–“.

  • Methylenblau
    • Methylen|blau

    • Synonyme: Methylenum caeruleum

    • Englischer Begriff: methylene blue

    Abbildung

    Tetramethylthioninchlorid; ein Azur- = Thiazinfarbstoff (Formel); färbt Wasser dunkelblau. Wird verwendet als eosinsaures M. in May-Grünwald-Lösung, als polychromes M. (nach Unna) z.B. in Giemsa-Lösung.

  • Methylenblau-Probe
    • Methylen|blau-Probe

    • 1)
      eine Nierenfunktionsprobe (Achard-Castaigne-Probe)... (mehr)
    • 2)
      Nachweis einer Harnleiter- bzw... (mehr)
  • Methylenblau-Probe 1)
    Methylenblau-Probe
    • 1)

    eine Nierenfunktionsprobe (Achard-Castaigne-Probe).

  • Methylenblau-Probe 2)
    Methylenblau-Probe
    • 2)

    Nachweis einer Harnleiter- bzw. Blasen-Scheiden-Fistel anhand der Ausscheidung blau gefärbten Urins nach Verabfolgung von Methylenblau in den Verdauungstrakt bzw. nach Instillation in die Blase. – Analog auch Sichtbarmachung anderer Fistelgänge.

  • Methylenblau, reduziertes
    Methylenblau
    • M., reduziertes

    • Englischer Begriff: leucomethylene blue; methylene white

    farbloses M. = „Leuko-M.“; kann als Redoxsystem in den intermediären Stoffwechsel eingreifen; Anw. als Antidot bei Methämoglobinämie, ferner als Diagnostikum (Desmoidprobe), Antiseptikum (obsolet), bakteriologisch-mikroskopischer Farbstoff.

  • Methylentetrahydrofolat-Reductase-Defekt
  • Methylergometrin
    • Methyl|ergometrin

    • Synonyme: -ergonovin; N-(1-Hydroxymethyl-propyl)-lysergamid

    • Englischer Begriff: methylergometrine; methylergonovine

    halbsynthetisches Secale-Alkaloid; Uterotonikum mit nur geringen Gefäßwirkungen. Anw. in der Nachgeburtsperiode zur Förderung der Uteruskontraktion, dadurch Beschleunigung der Plazentalösung u. Verringerung der Lösungsblutung, bei Blutung als Infusion fortgesetzt; im Wochenbett 2–3 Tage lang zur Vorbeugung bzw. bei Lochienstauung; nach Interruptio oder Kürettage bei Abort.

  • Methylglucose-Resorptionstest
    • Methylglucose-Resorptionstest

    • Synonyme: Methyl-d-glucose-Resorptionstest

    Belastung mit der – nicht metabolisierbaren – Methylglucose (die als Indikator für die Kohlenhydrat-Absorption bei Malabsorption genutzt wird).

  • Methylglycin
    • Methyl|glycin

    • Synonyme: -glykokoll

    • Englischer Begriff: methylglycine

    Sarcosin.

  • Methylgruppe
    • Methyl|gruppe

    • Englischer Begriff: methyl group

    Methyl-.

  • Methylguanidinoessigsäure
    • Methyl|gua|nid(in)o|essigsäure

    • Englischer Begriff: methylguanidoacetic acid

    Creatin.

  • Methylierung
    • Methylierung

    • Englischer Begriff: methylation

    Einbau der Methyl- = CH3-Gruppe in organische Verbindungen (endogene Stoffe; auch Pharmaka) durch aktive Methylgruppen (des S-Adenosyl-Methionins), katalysiert durch Methyltransferasen; wichtige Intermediärreaktion. Je nach Übertragung auf ein Stickstoff-, Sauerstoff- oder Schwefel-Atom (z.B. auf Pyridin, Histamin; Catecholamine; Thiouracil) bezeichnet als N-, O- oder S-M.

  • Methylisocyanat
    • Methyl|iso|cyanat

    • Synonyme: C2H3NO; MIC (Abk.)

    farblose, stechend riechende Flüssigkeit mit niedrigem Siedepunkt (37 °C); Zwischenprodukt bei der Herstellung von Carbamat-Insektiziden aus Phosgen u. Methylamin. Reagiert mit Wasser, Laugen (schnelle Zersetzung zu Methylamin u. N,N'-Dimethyl-Harnstoff; Bildung eines hochexplosiven Gemisches, das – schwerer als Luft – bodenwärts sinkt). Stark ätzendes Haut- u. Schleimhautgift (im Extremfall Nekrosen, Perforationen); bei Inhalation Reizzustände mit Krämpfen des Kehlkopfs u. des Bronchialsystems, alveoläres Lungenödem, Bronchopneumonien; ferner Langzeitschäden an Leber u. Niere. – An der Wirkung im Haut-Schleimhaut-Bereich ist das Methylamin mitbeteiligt.

  • Methylium
    • Me|thy|li|um

    die organisch veresterte Methylgruppe.

  • Methylium bromatum
  • Methylmalonazidurie
    • Methyl|malon|azid|urie

    • Englischer Begriff: methylmalonic aciduria

    angeborene, autosomal-rezessiv erbliche (infolge Genmutation) Enzymopathie mit verminderter Aktivität der Methylmalonyl-CoA-Isomerase (Mutase) oder der Methylmalonyl-CoA-Racemase u. Abbaustörung der Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA. Außer M. bestehen Ketonurie u. intermittierende Hyperglycinämie. M. tritt ferner bei Mangel an Vitamin B12 auf (dieses ist als prosthetische Gruppe wirksam in der Isomerase-Aktivität u. bringt Besserung bei angeborener M.).

  • Methylmalonyl-CoA
    • Methylmalonyl-CoA

    • Synonyme: M.-Coenzym A

    die bei der Gluconeogenese aus Propionsäure aus dem Propionyl-CoA entstehende Verbindung, die durch Methylmalonyl-CoA-Racemase u. -Isomerase (mit Vitamin B12 als Coferment) zu Succinyl-CoA umgesetzt wird. Mangel an genannter Isomerase (bzw. an Vitamin B12) hat vermehrte Bildung von Methylmalonylsäure zur Folge (Methylmalonazidurie).

13576